Welche Sportart passt zu mir?

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Camillo Albrecht gibt der elfjährigen Jette Hilfestellung, um ihre relative Kraft zu testen.
Camillo Albrecht gibt der elfjährigen Jette Hilfestellung, um ihre relative Kraft zu testen. (Foto: yeldem sir)
Yeldem Sir

Beim Tettnanger Sommerferienprogramm haben 20 Buben und Mädchen am Freitag in der Turnhalle an der Weinstraße ihre sportlichen Talente getestet. Der Fußball- und Basketballtrainer Jens Leutenecker hat den Kindertalenttag, der nun zum zweiten Mal stattfand, gemeinsam mit Camillo Albrecht ins Leben gerufen. Das Angebot war ausgebucht.

Ziel des Kindertalenttages ist es, für jedes Kind individuell eine Talentprognose zu wagen, indem alle möglichen Sportrichtungen ausprobiert werden. Im Vordergrund steht natürlich das spielerische Herausfinden des eigenen Talents und der Spaß, was der neunjährige Fabian nur bestätigen kann: „Man kann hier ganz viele Sachen ausprobieren und das find ich richtig cool.“

Unterstützt wird das Programm von Eberhard Gienger (CDU), ehemaliger deutscher Kunstturner und heute als Bundestagsabgeordneter Mitglied des Sportausschusses. Gienger hilft, das Programm an Schulen zu bringen.

Im Laufe des Tages durchliefen die Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren verschiedene Stationen. Gestartet wurde mit einem Volleyballblock unter Nutzung der Wasserbälle, danach stand Leichtathletik auf dem Programm. Durch spielerische Bewegungsaufgaben wurden die Leistungen der Grundschüler getestet. Bei der Wurffähigkeit wird auf die Härte und Präzision geachtet, um anschließend Aussagen über mögliche Sportarten, wie Basketball oder Handball zu treffen. jens Leutenecker schildert das exemplarisch: „Man kann so präzise werfen, wie man will beim Handball, wenn man nicht hart genug wirft, macht es keinen Sinn. Beim Basketball ist es genau anders herum: Mit Härte erzielt man keinen großen Erfolg.“ Leutenecker fiel der elfjährige Luca auf, der aus dem Stand 1,15 Meter hoch gesprungen ist. „Wenn man ihn nicht ins Handball oder Basketball schickt, wo er seine Athletik ausspielen kann, dann hat man was falsch gemacht.“

Fürs Turnen war Camillo Albrecht zuständig. Nach Grundübungen durften sich die Kinder auf einem Parcours auspowern. Camillo Albrecht entdeckte bei dem siebenjährigen Johannes bei den Übungen eine sehr gute Körperspannung, er kletterte mit Leichtigkeit ein Seil hoch. Sein Talent liegt also in Sportarten, wo der Körper im Mittelpunkt steht. Beim Barren wiederrum wird die Stützkraft unter die Lupe genommen, was ausschlaggebend dafür ist, wie erfolgreich man beim Geräteturnen sein wird.

Jens Leutenecker empfehlt: „Spätestens mit zehn sollte man mal für ein, zwei Jahre eine Sportart machen, weil da ein goldenes Lernalter ist und das, was man dort lernt, hat man dann für das ganze Leben.“

Zum Abschluss erhalten die Kinder als Erinnerung ein Trikot, einen Wasserball oder eine Frisbee, eine Teilnahmeurkunde und eine Empfehlung, um ihre Talente richtig auszunutzen und nicht zu vergeuden.

Im Herbst wird der Kinder-Talent-Tag wieder stattfinden, aber für drei tage hintereinander, denn Camillo Albrecht ist der Meinung, dass ein Tag nicht ausreicht, um wirklich in die Tiefe zu gehen.

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