Was die Herrschaften im Schilde führten

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Sorgt mit seinem Vortrag über Wappen für einen vollen Dorftreff in Hiltensweiler: Gisbert Hoffmann.
Sorgt mit seinem Vortrag über Wappen für einen vollen Dorftreff in Hiltensweiler: Gisbert Hoffmann. (Foto: Konrad Neumann)
Konrad Neumann

Die Heimattage Argental sind der Rahmen gewesen, in dem der Förderkreis-Heimatkunde den gut besuchten Vortrag mit Gisbert Hoffmann im Dorftreff in Hiltensweiler organisiert hat.

Monika Sprenger begrüßte die Gäste und freute sich, dass die „Heimattage Argental“ Station in Hiltensweiler mit einem Vortrag machten und für einen vollen Saal sorgten. Für den Förderkreis und als Mitglied des Orga-Teams der „Heimattage Argental“, begrüßte Konrad Neumann die Besucher. Er berichtete, dass dieser Vortrag der letzte einer erfolgreichen Serie von sechs im Festjahr der Erstnennung der Orte Apflau, Laimnau und Oberdorf vor 1250 Jahren ist. Es sei schön gewesen, diese Orte in der Mitte des Interesses der Argentäler zu sehen. Danach ging das Wort an den Experten in Sachen Heraldik, an Gisbert Hoffmann.

Dieser führte in ein diffiziles Gebiet ein, das seinen Beginn in der Zeit der Kreuzzüge hatte. Die Ritter brauchten Zeichen, um sich bei kriegerischen Handlungen und bei Turnieren zu erkennen. Ab der Zeit um 1150 herum benutzten Ritter daher Wappen als Kennzeichen auf ihren Schilden. Hofbeamte, die Herolde, wachten über die Regeln, sie kannten die Wappen. Das Wort Heraldik leitet sich von Herold ab. Es entstand die Wappenkunde, eine der Hilfswissenschaften der Geschichte.

Die Kenntnis der Wappen zur Zeit der Ritter hatte durchaus eine lebenserhaltende Bedeutung. Die Ritter mussten im Kampf in ihrer Rüstung Freund und Feind eindeutig und schnell auseinander halten können. Sie brauchten dazu verlässliche Zeichen, wer Freund, Verbündeter oder wer Feind ist.

Die Schilde der Gegner sollten auch auf größere Distanz eindeutig erkannt werden, so wie man heute die Schilder im Straßenverkehr erkennen muss. Damals wie heute waren eindeutige Zeichen wichtig. Wappen symbolisierten Besitz, Macht und Herrschaftsbereiche – wie beispielsweise Wappen auf Grenzsteinen, Häusern, Stadtmauern oder Grabplatten.

Noch in der Einführungsphase des ausgezeichneten Vortrags wurde den Zuhörern deutlich gemacht, wie wichtig die wenigen Farben für die Darstellung auf den Schilden ist. Nur die kräftig zu benutzenden Farben rot, blau, grün und schwarz kommen neben den Metallen Gold und Silber zur Gestaltung eines Wappens infrage. Die Farbgebung eines Wappens wird Tinktur genannt. Im Laufe der Zeit entwickelten sich feste Regeln zur Gestaltung von Wappen. Mit dem Verlust der Bedeutung von Wappen nahm die Vielfalt in der Gestaltung zu Schmuckwappen zu. Wappen sind in einer Wappenrolle erfasst.

Mit der Einführung des Buchdrucks brauchte man Äquivalente zu den Farben, um Wappen zu drucken. Zu jeder der Wappen-Farben sowie der beiden Wappen-Metalle wurden Schraffuren, Linien, Raster und Gitter bestimmt. Damit konnte die Tinktur eines Wappens ebenso ausgedrückt werden wie mit einer Farbe. Aus einer schwarz/weißen Wappen-Darstellung in einem Druckwerk kann das farbige Wappen für den Kundigen direkt rekonstruiert werden. Für die damalige Drucktechnik ein großer Vorteil.

Hoffmann machte mit anschaulichen Beispielen den Entwicklungsverlauf der Wappen von etwa 1150 bis heute deutlich. Von den Wappen der Ritter, des Adels, der Bürger, des Klerus, der Städte und der Gemeinden bis hin zu heutigen Logos. Mit diesen Beispielen entstand eine interessante Brücke von den Wappen zu den heutigen Logos, denn sie lösten die Wappen weitestgehend ab.

Heute symbolisieren Wappen keine Machtansprüche mehr. Mit vielen Wappen-Beispielen der Montforter und des Spitals Lindau schloss Gisbert Hoffmann seinen heimatbezogenen Vortrag.

Markus Brugger vom Festkomitee der Heimattage Argental bedankte sich bei allen Beteiligten mit dem Hinweis, dass alle bisherigen Veranstaltungen im Festjahr erfolgreich waren und eine sehr gute Resonanz hatten.

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