Vom Hobby zum Beruf als Fotograf: „Man kann sich selbst immer wieder neu erfinden“

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Als er sagte, dass er sein Hobby zum Beruf machen will, wollten Freunde und Familie Daniel Preuß kaum glauben. Der Autodidakt be
Als er sagte, dass er sein Hobby zum Beruf machen will, wollten Freunde und Familie Daniel Preuß kaum glauben. Der Autodidakt beschreitet diesen Weg jetzt seit drei Jahren, hat mittlerweile ein Nebengewerbe und will auch in Zukunft weitermachen. (Foto: Karoline Ploetz)
Karoline Ploetz

Heimatliebe. So definiert man die Liebe zur Heimat, aber auch die Liebe, wenn man sich im Leben angekommen fühlt. Und das fühlt sich Daniel Preuß. So hat er dann auch sein Unternehmen genannt. Vor drei Jahren entdeckte er seine Liebe zur Fotografie. Zwar interessierte sich der 30-Jährige schon sein ganzes Leben für die Welt der Fotokunst und trug stets eine kleine Bridgekamera mit sich herum, aber mit 27 Jahren fasste er dann den Entschluss, dass er dieses Hobby zum Beruf machen wollte. Jetzt ist er selbstständiger Fotograf im Nebenerwerb.

Als er diese Entscheidung traf, kam das für sein Umfeld unerwartet. Er stieß damit zuerst auf Verwunderung. Noch heute sagt ihm so manch einer, dass er vor ein paar Jahren nicht geglaubt hätte, dass Preuß sich wirklich mal als Fotograf selbstständig machen würde und das Geschäft so gut anlaufe.

Techniken selbst beigebracht

Mit der Geburt seiner Tochter fokussierte sich Preuß zunächst auf Schwangerschafts- und Neugeborenenfotografie. Über Online-Videos und Workshops brachte sich der gelernte Industriemeister selbst Kniffe und Techniken bei. Es folgten Fotos für Freunde und Bekannte.

In den folgenden Monaten professionalisierte Preuß sein Hobby und kaufte entsprechendes Equipment. Aus Familienfotos wurden Anfragen von Privatkunden, Vereinen und Unternehmen. Im vergangenen Jahr meldete er ein Nebengewerbe an.

Er fotografierte die CDU, porträtierte beispielsweise die Fußballspieler des örtlichen Vereins, die Musiker des Musikvereins Obereisenbach oder die Volleyballerinnen des VfB Friedrichshafen.

Viel Freizeit bleibt dem Argentaler allerdings nicht, denn die Fotografie ist nach wie vor nicht sein Hauptberuf. „Meine Woche ist von morgens bis abends komplett voll, sodass ich manchmal nur zwei Stunden schlafe. Ich möchte aber weder meinen Hauptjob noch die Fotografie aufgeben. Beides macht mir unglaublich viel Spaß, aber eine Sicherheit möchte ich behalten und nicht jeden Auftrag annehmen, wenn ich nicht selbst hundertprozentig Interesse und Freude an diesem hätte“, erzählt der Oberlangnauer.

In den vergangenen Jahren habe er nochmal stärker durch die Fotografie mitbekommen, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen seien. „Besonders in der Porträtfotografie ist eine persönliche Bindung zu dem Menschen wirklich wertvoll. Nur so entstehen die emotionalsten und echtesten Bilder.“

Früher habe er die Menschen eher oberflächlich kennengelernt, aber mittlerweile wisse er einfach, wie wichtig es sei, mit Menschen zu reden, ihre Geschichte zu hören und eine sichtbare Emotion im Bild zu schaffen, erzählt Preuß weiter.

Zudem setzte er sich mit dem Berufsfeld auseinander. Und offen sagt er, dass die Berufsfotografie, wie man sie kenne, seiner Meinung nach aussterben werde. „Keiner möchte mehr viel Geld für Fotos ausgeben.“ Trotzdem bleibt er seinen Interessen treu, denn das Beste an der Fotografie sei, dass man sich selbst immer wieder neu erfinden könne.

„Ich versuche, besondere Fotoaufnahmen zu schaffen, indem ich sie durch meine kreative Freiheit interessant mache“, sagt Preuß. Um sich selbst, seine Kreativität und seine Arbeiten stets weiterzuentwickeln, plant er im zukünftigen Haus noch ein kleines Fotostudio im Keller einzurichten.

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