Verein will Zukunftschancen schaffen

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Eric Trutwein ist einer der Ansprechpartner für die Kinderhilfe Birma.
Eric Trutwein ist einer der Ansprechpartner für die Kinderhilfe Birma. (Foto: Förderverein)

Seit zehn Jahren unterstützt der Förderverein Kinderhilfe Birma Bedürftige in dem südostasiatischen Staat Myanmar. Konkret unterstützt der Verein dort Hilfsprojekte in ländlichen Gegenden, die fern der touristischen Hochburgen von Armut, Arbeitslosigkeit und Aussichtslosigkeit geprägt sind. Viele Jahre hat der Tettnanger Ernst Elsässer im Hintergrund, zuletzt als Vorsitzender, die Geschicke des Vereins geleitet. In der kommenden Hauptversammlung, am Freitag, 13. April, um 19 Uhr im Hotel Rad, wird er das Amt abgeben.

Einen potentiellen Nachfolger gibt es: „Die Entlohnung für das Amt liegt nicht im Finanziellen, sondern in der Erfahrung“, kommentiert Marc Heintz seine Entscheidung sich der Wahl zum Vorsitzenden zu stellen. „Es geht auch um das Gefühl, etwas zu machen, was nicht total sinnlos ist.“ Ihm ist klar, dass es auch Idealismus braucht. Idealismus, den jedes der inzwischen rund dreißig Mitglieder und jeder der mehr als 100 Paten mitbringt.

Seit Jahren pflegt der Verein enge Kontakte in das Land. Ernst Elsässers Frau Beda Hyazinth war Burmesin, riet Bekannten zu einer Reise nach Myanmar. Nach deren Rückkehr waren diese von dem Land begeistert und von der Idee überzeugt, dass man helfen müsse. Es ist der Beginn des Fördervereins. 2008 wird der Verein gegründet und Beda Elsässer ist bis zu ihrem Tod Vorsitzende des Vereins.

„Wir hatten einfach die Hoffnung, dass der Verein eine Zukunft hat“, erinnert sich Gründungsmitglied Martha Schreck an die Anfangsjahre. Der Verein hatte eine Zukunft – und er will bis heute vor allem Zukunft ermöglichen: „Wir schicken nicht einfach Geld runter, sondern investieren in Projekte, die Bildung ermöglichen. Denn das ist das Einzige was hilft“, sagt Heintz. Es sind vor allem zwei Projekte an zwei Standorten, die der Verein unterstützt. „Ein Meilenstein war die Einweihung der Schule im Jahr 2013“, sagt Elsässer. Die Rede ist von einer Highschool, die ursprünglich ein Waisenhaus werden sollte. Eric Trutwein, ein Freund von Beda Elsässer, der in Birma lebt, organisiert bis heute das Projekt vor Ort. Doch als der Rohbau fertiggestellt war, wollte die Regierung keine Lizenzen mehr geben. Eine schwierige politische Lage, Sprache und Mentalität stellt die Hilfsorganisation immer wieder vor Herausforderungen. Man entschließt sich zum Bau der Schule.

Das andere Projekt, das der Verein unterstützt, ist ein Waisenhaus der Baptistenkirche. Während Eric Trutwein neben der Tettnanger noch von anderen Hilfsorganisationen unterstützt wird, ist der Förderverein für das Waisenhaus die einzige Geldquelle. „Unser nächstes Ziel ist es ein Konzept zu erstellen, was mit jenen passiert, die bald volljährig sind und das Waisenhaus verlassen. Werden diese weiter unterstützt ? Gibt es die Möglichkeit von Ausbildungsplätzen?“ Schwierige Fragestellungen in einem Land das so Heintz „ausgeblutet“ ist. Aufgeben kommt für die Mitglieder dennoch nicht in Frage: „Nichts zu tun, ist eigentlich das Schlimmste. Weil dann ändert sich nie etwas.“

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