Ursula Meichle sorgt für Chic auf Zeit

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Abendkleider zum Verleihen bietet „Klamöttchen“-Chefin Ursula Meichle an. Das kommt gut bei den Kundinnen an.
Abendkleider zum Verleihen bietet „Klamöttchen“-Chefin Ursula Meichle an. Das kommt gut bei den Kundinnen an. (Foto: Johannes Kienzler)
Johannes Kienzler

Der Kauf eines Abendkleides kann nicht nur sündhaft teuer werden, meist hängt das Kleidungsstück nach einmaligem Tragen auch noch ungenutzt im Schrank herum. Und will man es dann tragen, passt es womöglich nicht mehr.

Dass das nicht sein muss, zeigt der Tettnanger Second-Hand Laden „Klamöttchen“ von Ursula Meichle. In ihrem Sortiment befinden sich derzeit knapp 80 Abendkleider. Vom kurzen Cocktailkleid, bis zum eleganten langen, in den Größen 34 bis 50. Die Preise variieren zwischen 15 und 70 Euro pro ausgeliehenem Stück. Hinzu kommt eine Pfandgebühr, die sich am Preis des Kleides orientiert. Gefällt einer Kundin das Kleid, kann sie es natürlich auch kaufen. Eine Option, die seit Beginn des Angebots gut zwanzig Kundinnen wahrgenommen haben.

Den Verleih ihrer Abendkleidung bietet Ursula Meichle seit zwei Jahren an. Die Frage, ob sich ihr Geschäftsmodell, das man sonst nur aus Großstädten und dem Online Handel kennt in Tettnang lohnt, bejaht sie. „In der Hochsaison verleihe ich zwei bis drei Kleider die Woche!“, erzählt die gebürtige Ravensburgerin. „Jetzt im Sommer sind viele Hochzeiten und Abibälle. Da ist die Nachfrage groß.“

„Von 16 bis 70 Jahren“

Neben der Tettnanger Kundschaft kommen viele ihrer Kunden aus Lindau, Kressbronn und Wangen. Besonders freut die 57-jährige dabei die Altersspanne der Frauen, die ihr Angebot wahrnehmen. „Von 16 bis 70 Jahren ist eigentlich alles dabei“, sagt sie.

Ursula Meichle, die seit 1998 in Tettnang lebt und den Second-Hand Laden in der Grabenstraße im Jahr 2010 übernommen hat, kauft Kunden ihre Kleidung ab. Wenn sie in Ordnung ist, wird sie mit einem Namensschild des Spenders versehen und kommt in den Handel oder den Verleih. Fünf bis sieben Mal verleiht sie ihre Abendmode im Schnitt.

„Wenn ich sehe, dass das Kleid Flecken hat oder die Farben nicht mehr schön sind, wird es weggeworfen oder, wenn möglich, an Bedürftige verschenkt.“ Ob bei Bekannten von sich oder in Frauenhäusern, Ursula Meichles Kleider erfüllen auch nach dem Verleih noch ihren Zweck und werden geschätzt.

Ob sie sich selbst ein Kleid bei sich leihen würde? Ja, antwortet sie, denn besonders zwei davon, ein blaues mit goldenen Pailletten und ein grünes mit Raffung, haben es ihr angetan. „Aber ich habe keine Gelegenheit dazu!“, schmunzelt sie. „Ich bin derzeit zu keiner Hochzeit eingeladen. Da brauche ich keines.“

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