Unterwegs nach Santiago de Compostela

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Eine Pilgergruppe der Gemeinde St. Gallus auf dem Weg nach santiago de Compostela.
Eine Pilgergruppe der Gemeinde St. Gallus auf dem Weg nach santiago de Compostela. (Foto: Sibylle Müller)
Schwäbische Zeitung

Eine Pilgergruppe der Gemeinde St. Gallus hat sich mit dem Bus und zu Fuß auf den Weg nach Santiago de Compostela zum Grab des Heiligen Jakobus aufgemacht. Begleitet wurde sie laut einer Pressemitteilung des katholischen Pfarramtes von Pfarrer Rudolf Hagmann und der Reiseleiterin Gertrud Herbers von der Diözesanpilgerstelle Rottenburg-Stuttgart, beides erfahrene Jakobspilger.

Nach dem Hinflug bis Bilbao war der Startpunkt der Reise der kleine Ort Javier in der Nähe von Pamplona, von wo aus die ersten Besichtigungen und Wanderungen stattfanden. Jaca mit seiner 1000 Jahre alten Kathedrale, das in Felsen gebaute Kloster von San Juan de la Pena und eine Wanderung auf dem Jakobusweg in den Pyrenäen standen laut dem Reisebericht am ersten Tag auf dem Programm. Nach einer Morgenandacht in der Taufkirche des heiligen Franz Xaver, einem Wegbegleiter von Ignatius von Loyola, dem Begründer des Jesuitenordens, besichtigte die Gruppe die Stadt Pamplona. Am Nachmittag folgte eine Wanderung vom Ibaneta-Pass, dem wichtigsten Pyrenäenübergang der Jakobspilger, zur großen Pilgerherberge von Roncesvalles. Das nächste Ziel der Reise war Santo Domingo de la Calzada, der Ort des „Brückenbauers“ Santo Domingo, der für den Jakobusweg und die zahlreichen Pilger, eine wichtige Bedeutung hatte. Die folgenden zwei Nächte verbrachte die Gruppe in der Stadt Burgos, wo eine Stadtführung durch die schöne Altstadt, eine Besichtigung der beeindruckenden Kathedrale und ein Besuch des Kartäuserklosters Miraflores auf dem Programm standen.

Auf der Fahrt zum nächsten Übernachtungsort Leon besichtigte die Gruppe laut dem Bericht die Kirche von Fromista, ein Musterbeispiel der zahlreichen romanischen Kirchen entlang des Jakobuswegs und den Ort Sahagun. Von Leon ging es über Rabanal zum Cruz de Ferro, wo die Pilger die Steine mit ihren Sorgen und Wünschen ablegen. Ein bewegender Ort, heißt es weiter, wenn man darüber nachdenkt, wie viele menschliche Schicksale im Lauf der Jahrhunderte hier „abgelegt“ wurden. Von Ponferrada wanderte die Gruppe dann noch ein Stück durch das Bierzo, eine fruchtbare Landschaft mit Wein- und Obstanbau und erreichte über die Passhöhe des Cebreiro Galizien und das Ziel Santiago de Compostela. Ein Rundgang um die Kathedrale, der Besuch des Jakobusgrabs, die Teilnahme an der Pilgermesse und die Besichtigung des romanischen Portico de la Gloria, des Wunderwerks von Meister Mateo, ließen die Gruppe den Zauber dieses Orts spüren.

Mit täglichen Impulsen aus den Psalmen und Gottesdiensten in den kleinen romanischen Kirchen unterwegs hatte Pfarrer Hagmann der Gruppe nahegebracht, dass der Heilige Jakobus als Mittler zwischen Gott und den Menschen fungiert. Die Erkenntnis, dass Gott die Verbindung zu „seinen“ Menschen sucht und will, sei letztendlich das Ziel der Pilgerreise.

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