Unterhaltsamer Seniorennachmittag erfreut die Gäste

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Die Gehörgäng überzeugt die Besucher mit ihrem gekonnten Auftritt.
Die Gehörgäng überzeugt die Besucher mit ihrem gekonnten Auftritt. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

„Alldags gleiche und alldag dä gleiche Drott“, hat Günther Bretzel beim Tettnanger Seniorennachmittag am Samstag gesungen – was auf diesen allerdings wirklich nicht zutraf. Erstmals ins Gemeindezentrum St. Gallus waren um die 400 Tettnanger Seniorinnen und Senioren gekommen, um sich bei Kaffee und Kuchen, Saitenwürschdle und vielleicht einem Viertele verwöhnen und von einem bunten Programm verzaubern zu lassen. Eingestimmt vom „Liederkranz“, sorgten in der Folge Günther Bretzel mit Gitarre, der Chor „Gehörgäng“ und ein Posaunenquartett der städtischen Musikschule für viele „Zugabe“-Rufe.

Der Tettnanger Seniorenrat mit Siegfried Brugger an der Spitze hatten mit zahllosen Helferinnen und Helfern ein Programm zusammengestellt, das keine Wünsche offen ließ. 50 Apfelkuchen hatte Heike Weiß von der Manzenbergschule von Müttern backen lassen, Minis und Frauen des Chors „Allegro“ den von Bianka Mosch gesteuerten Service florieren und die Küchenbrigade keine Wartezeiten aufkommen lassen. Jost Wünsche hatte seine SOS-Rettungsdosen zum kostenlosen Mitnehmen am Eingang aufgebaut, wo auch die Spendenbox auf Inhalt wartete, der für die „vielen fleißigen Helferinnen und Helfer“ gedacht war.

„Singen macht Spaß, tut gut, macht munter und Mut“, sang der „Liederkranz“ zum Auftakt und zeigte in der Folge Beispiele seines breiten Repertoires. Dessen Vorsitzender Manfred Weißenrieder lud zum Mitsingen einzelner Lieder auf und machte Werbung für das Konzert im November und das Chortreffen im Frühjahr nächsten Jahres.

Der stellvertretende Bürgermeister Hans Schöpf verband seinen Dank an St. Gallus für die Räumlichkeiten mit dem Hinweis, man werde wahrscheinlich weiterhin auf die Gastfreundschaft der katholischen Kirchengemeinde angewiesen sein. In den nächsten fünf Jahren rechnet er nicht mit der Grundsteinlegung für eine neue Stadthalle. In seinem Streifzug durch die Themen der Stadt berichtete er, Bevölkerungsprognosen für die Region Bodensee-Oberschwaben gingen bis 2035 von einem Wachstum von 70 000 Einwohnern aus. Gleichwohl setze Bürgermeister Bruno Walter „nicht alles daran“, Tettnang bald auf 20 000 Einwohner zu bringen, um Oberbürgermeister zu werden. Mit dem regionalen Bevölkerungswachstum seien für die Stadt viele Aufgaben verbunden. Neben der Schaffung von Wohnraum stehe die Stadt auch vor der Notwendigkeit, die entsprechende Infrastruktur zu schaffen, etwa Kindergärten oder die neue Sporthalle. Und das bei zurückgehenden Gewerbesteuer-Einnahmen.

Pfarrer Thomas Wagner von der Martin-Luther-Gemeinde hieß die Seniorinnen und Senioren auch im Namen der evangelischen Kirchengemeinde willkommen, und lud sie gleichzeitig zu den regelmäßigen monatlichen Senioren- und Frauentreffen der beiden Kirchengemeinden ein, wo nicht nur Lebens- und Glaubenserfahrungen ausgetauscht werden. Zu erreichen sind beide Treffpunkte mit dem Bus und nahen Haltestellen.

Günther Bretzel klagte zunächst über „Alldags gleiche“ und den „gleiche Drott“, der „mol andersch werrä sott“, und darüber, nur noch 66 Haare zu haben, obwohl er sich literweise Birkenwasser und anderes auf den Kopf geleert hat. „Mit 66 Haaren, da ist das Leben schwer, mit 66 Haaren, do find’sc h du koin Friseur - und mit Dauerwellen ist Schluss“, sang er beifallsumwoben. Erst nach einer Zugabe und Erinnerungen an die „Cowboys aus Rattenweiler“ im Langenargener Café Mack durfte Bretzel weiterziehen.

Ohne Zugabe durfte auch der Chor „Gehörgäng“ nicht von der Bühne. Die zehn Sängerinnen und Sänger brillierten nicht nur mit Stimme, sondern auch mit komödiantischem Talent. „Ich will keine Schokoladen, ich will lieber einen Mann“, machte der Chor eine Anleihe bei Trude Herr – und die Solistin bei Ortsvorsteher Peter Bentele. „Kauf dir einen bunten Luftballon“ wurde vom Chor empfohlen und eine Sängerin outete sich: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“. Brausender Beifall war dem Chor sicher.

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