Unterbelichtet oder leuchtendes Beispiel?
Unterbelichtet oder leuchtendes Beispiel? (Foto: Fotos oej)
Olaf E. Jahnke

Was deutlich auffällt, nähert man sich in der Weihnachtszeit dem ersten Kreisel, quasi dem Eingangstor in die Hopfenstadt: der „Begrüßungsbaum“ des Ortseinganges ist nicht besonders groß, eher schwach und nur bis zur Hälfte beleuchtet, wenn denn die Lichter überhaupt an sind. Fährt man am „Bäumle“, gemeint ist nunmehr die Bar-Kneipen-Disco an der Ecke, vorbei in die Grabenstraße, beeindruckt an einem Gebäude der Volksbank ein prächtig gewachsener Baum, drei Stockwerke hoch und mit wohlbestückten Ästen bis zum Boden. Aber auch hier hat es gerade mal für die Hälfte des Prachtgewächses zum Lichterschmuck gereicht. Zur Ehrenrettung zeigen die kleineren Bärenplatzbäume wenigstens ein vollständiges Lichterkleid und präsentieren sich nicht quasi „bauchfrei“.

Nachfragen zum Thema haben Verschiedenes ergeben - von „Vandalismusvorbeugung“ bis „Sparsamkeit“. Sparsamkeit bedeutet übrigens, dass es je nach Beleuchtungsdauer und Strompreis wohl eine Summe zwischen 30 und 50 Euro ist, die da eingespart wird. In vier bis sechs Wochen. Zu LED-Zeiten oder mit weiteren Schaltmöglichkeiten beziehungsweise einer zweiten Lichterkette, wirken beide Argumente daher kaum überzeugend.

Über „No Lights For Future“ könnte man in Zeiten des Energiebewusstseins, des Verständnisses von „Lichtverschmutzung“ und anderer wichtiger Erkenntnisse ja schon eher nachdenken. Das ginge in die Richtung, ob man statt halber Sachen lieber gar nicht beleuchtet. Wohl kaum ein Argument für Ästheten, Christen und Traditionsfreunde. Aber gar nicht geht auch. Denn manche Kommune verzichtet - im Falle Neukirchs vielleicht nicht ganz freiwillig - gänzlich auf einen leuchtenden Weihnachtsbaum. Nach Jahren des anhaltend mit Beleuchtung versehenen Christbaumes zwischen dem Neukircher Gotteshaus und dem Rathaus (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete) war zwar im Herbst schließlich das Licht abgebaut, aber dann im Advent keine Beleuchtung installiert worden. „Do hett mers grad no drasei lasse könne“, erklärt eine engagierte ältere Neukircherin die Lage.

Ein Teil der Neukircher, die in Richtung Uhetsweiler / Goppertsweiler schauen, können sich wenigstens auf die Ferne mit einem Prachtexemplar von Baum weihnachtslichtlich wohl fühlen. Oder wohl sichtlich weihnachtlicher. Gleich am Ortsrand des Weilers Richtung Allgäu steht ein strahlendes Beispiel gelungener Christbaumbeleuchtung. Der prächtige Weihnachtsbaum ist weithin sichtbar und natürlich vollständig belichtert. Er zeigt sich nicht halb beleuchtet und nur gelegentlich angeschaltet.

Das könnte scheinbar von der Größe und vom Lichterschmuck her ein leuchtendes Beispiel für andere exponierte Großbäume in und um Tettnang sein.

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