Unicef-Helferinnen klären Kinder über ihre Rechte auf

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In der interressierten Schülerrunde mit blauen Unicef-Shirts Kerstin Devenes und Mirjam Linz (rechts) sowie Schulleiterin Simone
In der interressierten Schülerrunde mit blauen Unicef-Shirts Kerstin Devenes und Mirjam Linz (rechts) sowie Schulleiterin Simone Fuoß-Bühler (vorne rechts). (Foto: Olaf E. Jahnke)
Olaf E. Jahnke

Wer sich für Unterricht über die Kinderrechte interessiert, kann sich gerne per E-Mail an die Hochschulgruppe wenden

info@hochschulgruppe-weingarten.unicef.de

Zum dritten Mal haben Studentinnen der Hochschule Weingarten am Montag die Grundschule in Neukirch besucht. Und das mit einem ganz besonderen Zweck: Kinderrechte.

Schon am blauen Unicef-T-Shirt erkennt man sie – und die beiden Studentinnen haben gemeinsam mit Schulleiterin Simone Fuoß-Bühler neun Dritt- und Viertklässler um sich versammelt. Die beiden jungen Frauen, eigentlich sind es sonst drei, erläutern den Grundschülern die Konvention über die Rechte des Kindes. Das wird spielerisch angegangen, mit Fragen, Assoziationen, Gegenständen, die in der Mitte des Kreises liegen und zugeordnet werden. Jedes Kind hat auch eine kleine Konvention in verständlicher Sprache bekommen.

Fuoß-Bühler erläutert, dass die Kinderrechte eigentlich in den Gesamtlehrplan gehören. Aber nun habe man die Gelegenheit und das Angebot von der Unicef-Hochschulgruppe Weingarten gehabt, dieses Thema mal im Fach evangelische Religion zu bearbeiten. Die Kinder haben als Hausaufgabe Bilder zu einzelnen Rechten gemalt, stellen sie vor und ordnen sie dann den entsprechenden Überschriften und Gegenständen zu. Die begehrte Plüsch-ratte mit Pflaster steht für Gesundheit, der bunte Ball für das Recht zum Spielen, das wackelige Tipi-Zelt für Hilfe auf der Flucht oder Unterbringung. Ein bescheidenes Knäckebrot soll Versorgung und Fürsorge symbolisieren. Interessante Fragen kommen auf: „Muss ich eigentlich dauernd auf Oma aufpassen?“ oder „Ständig in Haus und Hof aushelfen – da kann ich mir doch schon mal eine Spiel-Auszeit nehmen“ oder „Mädchen sollten eigentlich beim Schulhof-Fußball mitspielen dürfen, der Gleichheitsrechte wegen“.

Erwachsene darauf hinweisen

Um zu klären, wie es mit der Durchsetzung der Rechte aussieht, fragt die Schulleiterin: „Wer traut sich denn, Erwachsene oder Lehrer auf die Rechte hinzuweisen?“ Immerhin drei Kinder melden sich. Tatsächlich, so raten die Unicef-Helferinnen, dürfe man sich trauen. Und wenn es nicht gleich funktioniere, könne man nachfragen bei einer Vertrauensperson, der Lieblingslehrerin oder der Patentante.

Nachdem die wichtigsten Kinderrechte mit Überschriften, Erklärung, Bild und Gegenstand illustriert sind, soll abschließend eine Wandcollage zum Thema Kinderrechte entstehen, damit alle Kinder und Schulbesucher etwas davon haben.

Recht auf Bildung und Spiel

Im Gespräch mit den Studentinnen stellt sich heraus, dass es nicht nur darum geht, die elterliche Fürsorge zu stärken, sondern die Rechte auf Bildung, Gleichheit, Spiel und Freizeit mehr ins Bewusstsein zu rücken. Dabei gelten die Rechte sowohl im In- wie auch im Ausland – seien also für alle da, erklären die jungen Frauen. Kerstin Devenes studiert wie ihre Kolleginnen Mehrsprachigkeit und Interkulturelle Bildung an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Die pädagogische und didaktische Methodik, die bei den Kindern offensichtlich gut ankommt, haben sich die jungen Frauen überwiegend selbst erarbeitet. Unicef-Helferin Mirjam Linz weist darauf hin, dass sie die Unterrichtsbegleitung ehrenamtlich und eigentlich zusammen mit Kommilitonin Leila Scheck anbieten. „Uns geht es hauptsächlich um die Kinder“, erklärt Devenes, „da helfen die Informations- und Lernstunden.“ Gleichzeitig sei Aufklärung und das Ins-Bewusstsein-rufen wichtig.

Wer sich für Unterricht über die Kinderrechte interessiert, kann sich gerne per E-Mail an die Hochschulgruppe wenden

info@hochschulgruppe-weingarten.unicef.de

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