Ungewöhnliches Trio, glänzendes Konzert

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Ein außergewöhnliches Adventskonzert spielen die Trompeter Florian Keller und Daniel Bucher zusammen mit dem Organisten Patrick
Ein außergewöhnliches Adventskonzert spielen die Trompeter Florian Keller und Daniel Bucher zusammen mit dem Organisten Patrick (Foto: Helmut Voith)
Schwäbische Zeitung
Christel Voith

Ein ungewöhnliches adventliches Konzert hat am Sonntagabend die zahlreichen Besucher in der Kirche St. Peter und Paul in Laimnau erwartet. In warmes Kerzenlicht getaucht war der Kirchenraum, als von oben frohes Orgelspiel anhob und bald darauf ein Trompetenduo mit einstimmte.

Konzerte mit Trompete und Orgel gibt es öfters, ungewöhnlich ist dagegen ein Trio mit zwei Trompeten und Orgel. Ein strahlender Wettstreit der königlichen Instrumente, der umso schöner ist, wenn wie hier zwei ebenbürtige Trompeter unisono oder mit Echowirkung spielen oder in musikalischem Wettstreit konkurrieren. Florian Keller und Daniel Bucher haben zusammen mit Organist Patrick Brugger dazu eingeladen und ein festliches Adventsprogramm ausgewählt, das barocke und zeitgenössische Kompositionen vereinte.

Mit besinnlichen Worten führte Diakon Martin Bernhard hin zur Musik: „Adventliche Klänge zur Freude, zur Einkehr, zum Lobpreis, zur Einstimmung, denn er kommt.“ Munter rief das Trio mit Francesco Manfredinis barockem Konzert für zwei Trompeten und Orgel C-Dur zum Aufbruch, das ruhige Largo gehörte ganz der Orgel, ehe wieder ein froher Wettstreit mit den leuchtenden Trompetenklängen folgte. Farbenreiche Orgelsoli standen jeweils zwischen den Konzerten mit Trompeten. Spannend war, wie Patrick Brugger unterschiedliche Annäherungen an die vertrauten Choräle vorstellte. Im Stile der französischen Romantik hat der 1952 geborene Willem van Twillert mit jugendlichem Schwung zu „Tochter Zion“ improvisiert, in der Höhe schwebend und vom Pedal wieder eingeholt, wie in einer Aufwärtsspirale immer eindringlicher werdend. Mit J.S. Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ setzte der Organist den barocken Klang dagegen, auch lebhaft umspielt, aber ganz fokussiert auf den Choral, der in großem Ernst aus dem Rankenwerk leuchtet.

Tanzende Orgel beflügelt die strahlenden Trompeten

Auch Sigfried Karg-Elert hat den Choral vertont, bei ihm mischen sich spätromantische Klangfülle und impressionistische Klänge. Eine sehr stille, freie Meditation war Robert Farrells Präludium über „O komm, Emanuel“, während Andrew Carters Toccata den Ruf nach Emanuel in schmerzlicher Eindringlichkeit hinausschreit. Diesen zeitgenössischen Block ergänzte Hans-André Stamms Suite für zwei Trompeten und Orgel. Hier setzt eine Trompete der zweiten einen melancholischen Widerpart entgegen, bis alle drei Instrumente zur Harmonie finden. In großen Bögen schwingt die melodiöse Romanze, ehe zuletzt eine tanzende Orgel die strahlenden Trompeten beflügelt.

Vorausgegangen waren zwei barocke Werke für die drei Instrumente: Jubelnde Koloraturen prägten Jean-Baptiste Loeillets Konzert, ein graziös-geschmeidiges Miteinander Johann Heinrich Schmelzers Sonata.

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