Tettnangs Fußballabteilung braucht neuen Leiter

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 Peter Nistl hat aus privaten Gründen nach vier Jahren seinen Abschied als Abteilungsleiter angekündigt.
Peter Nistl hat aus privaten Gründen nach vier Jahren seinen Abschied als Abteilungsleiter angekündigt. (Foto: Weiß, Roland)
Schwäbische Zeitung

2018 ist ein Wahljahr bei den Fußballern des TSV Tettnang – und zwar kein einfaches. Die 750 Mitglieder – davon etwa 400 Kinder und Jugendliche, aufgeteilt in 21 Jugendmannschaften, vier aktive Teams plus AH – suchen eine neue Führung. Doch nicht nur der Posten des Abteilungsleiters steht laut Presemitteilung derzeit noch in den Sternen, auch Jugendleiter Klaus Schwärzler benötigt dringend Unterstützung in der Organisation der vielen Teams. Sollten diese Posten bei den nächsten Wahlen, die am Donnerstag, 8. November, anstehen, nicht besetzt werden, kann dies auch zum Rückzug einiger Mannschaften aus dem Spielbetrieb kommen, da der Verwaltungsaufwand zu groß ist.

Das Führungsgremium der Fußballer setzt sich bisher aus einem fünfköpfigen Team zusammen, das eng zusammenarbeitet, wobei jeder sein Aufgabengebiet hat. Diese Struktur soll beibehalten werden. Beim Abteilungsleiter sollten die Fäden zusammenlaufen, er soll den Verein in der Öffentlichkeit und gegenüber den Institutionen der Stadt vertreten. Die anderen Mitglieder der Abteilungsleitung arbeiten ihm zu.

Peter Nistl, der das Amt die letzten vier Jahre innehatte, wird aus privaten Gründen zurücktreten. Klaus Schwärzler, der von Klaus Peter Arnold das Amt des Jugendleiters übernommen hatte, steht derzeit vor großen Problemen. Er ist nicht nur Jugendleiter, sondern musste auch überraschend den Trainerposten der C1/C2 Junioren übernehmen. „Beide ,Jobs’ auszufüllen, geht auf Dauer nicht, da ich die vielen Aufgaben, die sich hier stellen, nicht mehr erledigen kann. Generell macht die Arbeit riesig Spaß, man freut sich, wenn man etwas an die Jugend zurückgeben kann. Aber es muss mich künftig jemand bei der Organisation unterstützen. Hier fallen Aufgaben an, wie zum Beispiel die Turnierorganisationen. Es müssen keine Vorkenntnisse vorhanden sein, aber der Wille, etwas ehrenamtlich zu tun und etwas Organisationsgeschick“, so Schwärzler.

Kosten sind ein Problem

Doch nicht nur personell steht die Fußballabteilung vor einem Wandel, auch die Kostenstruktur macht der Vereinsführung Sorgen. Die regelmäßig anfallenden Kosten für den Spielbetrieb lassen sich über die derzeitigen Mitgliedsbeiträge nicht mehr decken. Man ist hier vollkommen auf die Einnahmen aus dem Sponsoring angewiesen. Es stehen in den nächsten Jahren auf den Plätzen kostenintensive Baumaßnahmen an, die mitfinanziert werden müssen. „Wir benötigen beispielsweise dringend eine Bewässerungsanlage für die beiden Rasenplätze. Manuell ist das nicht mehr zu handeln“, so Claus Veser, der für die Plätze zuständig ist.

Ein Benchmark ergab, dass sich die Fußballabteilung derzeit unter den Vereinen mit niedrigen Beiträgen befindet. Geplant ist, diese bei der Hauptversammlung ans Niveau vergleichbar großer Vereine anzupassen. Die letzte Beitragserhöhung fand vor vier Jahren statt. Alle Kosten rund um den Spielbetrieb steigen jährlich. „Hier müssen wir etwas tun, das ist nicht mehr zeitgemäß“, so Noch-Kassierer Florian Rosczyk.

Auch dem scheidenden Abteilungsleiter Peter Nistl liegt die Nachbesetzung seines Amtes schwer im Magen: „Wir gehen jetzt mit dem Thema an die Öffentlichkeit, um auf unsere Situation aufmerksam zu machen. Das Team funktioniert. Aber alle haben bereits genug Aufgaben und können nicht zusätzlich die Abteilungsleiterfunktion übernehmen. Ich hoffe, dass wir durch den Gang an die Öffentlichkeit einen oder mehrere Kandidaten finden, welche die Interessen der Abteilung zukünftig, zum Wohle unserer vielen Spielerinnen und Spieler vertreten. Denn nur so können wir einen geregelten Spielbetrieb garantieren.“

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