Tettnangs erste Elektro-Tankstelle

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Mit dem Projekt „Emma - E-Mobilität mit Anschluss“ wurde in den vergangenen Jahren die Elektromobilität im Bodenseekreis ein gutes Stück vorangebracht. Ladesäulen und ein Car-Sharingsystem mit Elektrofahrzeugen wurden geschaffen. Doch auch nach dem Ende von „Emma“ und der Förderung durch das Bundesverkehrsministerium soll es weiter gehen.

Nach Auslaufen des Mobilitätsprojektes „emma“ hat der Landkreis in Eigenregie mit dem Regionalwerk eine erste Ladesäule installiert. Deren Standort: Der Parkplatz der Elektronikschule in Tettnang. Damit ist die Ladesäule auch die erste Säule in der Stadt.

2012 startete der Landkreis das Projekt „emma“, „e-mobil mit anschluss“, mit damals gerade einmal 32 vollelektrischen Fahrzeugen. Ende 2016 wurde das Projekt beendet – mit rund 110 vollelektrischen Fahrzeugen und mehreren Hybrid-Fahrzeugen. „200 solcher Fahrzeuge stehen heute 31 Ladesäulen gegenüber. Im Bundesvergleich stehen wir gut da“, erläutert Peter Neisecke, Leiter des Umweltschutzamt des Kreises, bei der Einweihung von Tettnangs erster Ladesäule. An der Säule können zwei Elektroautos gleichzeitig mit bis zu 22 Kilowatt Leistung laden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes.

Einer Ladesäule, die auch für den Landkreis von großer Bedeutung ist: „Wir stellen heute die 31. Ladesäule im Gebiet, aber es ist die erste die dem Landkreis wirklich gehört“, so Neisecke. Die anderen seien von Gemeinden aufgestellt worden. Für den Kreis sei das Stellen indes auch ein „Beweis“: „Seit 31. Dezember ist das Projekt Geschichte, aber wir machen weiter.“ Konkret heißt das, dass der Kreis eine Internetseite (www.emobil-im-sueden.de) freigeschaltet hat, auf der auch die Ladesäulen im Gebiet verzeichnet sind. Zudem wird Bernhard Schultes, ehemaliger Projektleiter von „emma“, auch in der „Nachprojektphase“ Ansprechpartner für Kommunen und Unternehmen sein. Weitere Ladesäulen werden allerdings vorerst nicht folgen: „Wir werden von uns aus keine mehr aufstellen. Wir haben dafür auch keine Mittel in den Haushalt eingestellt. Wenn es mehr Autos gibt, muss es auch mehr Säulen geben, aber das muss der Markt dann selbst regeln“, so Neisecke.

Am Anfang habe es die Notwendigkeit gegeben, um Ladesäulen und eine öffentliche Infrastruktur zu schaffen – und damit auch einen Anreiz, die Menschen zum Kauf von e-Fahrzeugen zu bewegen. In Tettnang gebe es derzeit 34 Elektrofahrzeuge und nun auch eine Ladesäule. Deren Standort vor der Elektronikschule ist kein Zufall: „Wir haben nach einer kreiseigenen Fläche gesucht und nach einem Ort, wo es Sinn macht und hier ist eben die Verbindung von Technik und Pädagogik. Das macht es ideal“, so Neisecke.

Eine Entscheidung, die auch die Elektronikschule freut. Vor über zwanzig Jahren habe sie sich auf den Weg gemacht, das Thema Umwelt in den Erziehungs- und Bildungsauftrag mitaufzunehmen. Bereits damals sei Elektromobilität – in anderer Form als heute – ein Thema gewesen. „Und heute wissen wir, dass unsere erste Elektrotankstelle hier draußen steht“, so Jochen Würstle, Schulleiter Elektronikschule.

Am Sonntag wird unabhängig von „emma“ und Landkreis eine weitere Ladesäule in Betrieb genommen: am Dorfladen in Hiltensweiler.

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