Tettnanger Integrationsbeirat trifft sich zum Kennenlernen

 Der Integrationsbeirat von links nach rechts: Hubert Hahn, Danielle Dahan, Rhisti Futur, Ingrid Wansi, Mark Rode, Daniela Weige
Der Integrationsbeirat von links nach rechts: Hubert Hahn, Danielle Dahan, Rhisti Futur, Ingrid Wansi, Mark Rode, Daniela Weigelt, Apostols Stergiou, Boby Johny Plassery, Viktoria Volkonski, Brigitte Ganzmann, Majd Alhkoury, Daniel Funke; Es fehlen Iona Stoica und Martin Bentele . (Foto: Integrationsbeirat)
Schwäbische.de

Zwar startet die Arbeit des neuen Integrationsbeirats der Stadt Tettnang erst Anfang Dezember, ein erstes Kennenlerntreffen gab es aber schon Mitte November. Das teilt das Gremium in einer Pressemitteilung mit.

Vor dem Sitzungsbetrieb wollten sich die Teilnehmer kennenlernen und erste Gedanken austauschen. Schließlich ist das Gremium mit Bürgerinnen und Bürgern mit ausländischen Wurzeln, Vertretern des Gemeinderates und dem Integrationsbereich der Stadtverwaltung neu.

Austausch über Herkunft, Hobbies und Werte

Hinter der Gründung des Integrationsbeirats steckt der Wille „Menschen mit unterschiedlichen Wurzeln an Politik und Prozessen zu beteiligen“, äußerte sich Brigitte Ganzmann laut Mitteilung in ihren einleitenden Worten. Sie begleitet den Prozess seitens der Stadt.

In rotierenden Gruppen tauschten sich Männer und Frauen über ihre Herkunft, Hobbies und Werte aus. Die Gespräche waren lebhaft und persönlich. Alle waren daran interessiert, aufeinander zuzugehen. Über die zehn vertretenen Nationalitäten und politischen Richtungen hinaus wurden gemeinsame Interessen und Werte sichtbar.

„Integration passiert vor allem im Ort“

Nach der Kennenlernen-Phase ging es um die unterschiedlichen politischen Ebenen Bund, Land und Kommune. „Integration passiert vor allem im Ort, da wo wir leben. Nicht in Berlin wird entschieden, ob Integration funktioniert oder nicht, sondern vor Ort in Tettnang“, sagte Ganzmann in ihrer Moderation.

Hubert Hahn, der das ehrenamtliche Integrationsnetzwerk der Stadt vertritt, erwähnte die 95 Nationalitäten in Tettnang, die „wir aber nicht sehen“. Umso wichtiger sei laut Mitteilung Sinn und Zweck des Integrationsbeirats: dass Menschen mit Migrationshintergrund sich an kommunalpolitischen Themen beteiligen können, etwa bei Themen wie Bildung, Rassismus und Wohnen. Das sind immerhin etwa 25 Prouent der Bevölkerung in Tettnang.

Beirat will auch ein Bindeglied sein

Unter der Leitung von Danielle Dahan, die den Prozess als interkulturelle Expertin mitbegleitet, überlegten sich die Anwesenden in zwei Gruppen, welche Rolle sie im Integrationsbeirat spielen, welche Ideen sie einbringen möchten und inwiefern Tettnang aus ihren Erfahrungen profitieren könnte.

Die Mitglieder des Integrationsbeirats verstehen sich zum einen als Bindeglied zwischen Kommunalpolitik und Nicht-Deutschen, Religionen und Kulturen, Menschen und Wissen. Das Thema Aufklärung wurde besonders hervorgehoben.

Aufklärung als Kampf gegen Vorurteile

So könnten laut Mitteilung die deutschen Mitglieder Nicht-Deutsche über das deutsche politische System etwa in Form von Workshops aufklären. Auf der anderen Seite könnten die Nicht-Deutschen dabei helfen, Vorurteile bei der Tettnanger Bevölkerung abzubauen.

So erzählte Majd Alkhoury, dass Menschen immer davon ausgehen, dass er Moslem sei, nur weil er Syrer ist. Dass es katholische Syrer gibt wie ihn, scheint für sie unvorstellbar zu sein. Auch die Frauenärztin Ingrid Wansi aus Kamerun berichtete, dass die Menschen davon ausgehen, dass sie Krankenschwester sei, wenn sie sagt: „Ich arbeite im Krankenhaus.“

Am 8. Dezember ist die erste Sitzung

Der Tenor der Arbeitsgruppen war klar: Beteiligung, Aufklärung, Ängste abbauen, Bedürfnisse erkennen, Bewusstsein schaffen, das betrifft sowohl die Nicht-Deutschen als auch die Deutschen.

Am Ende verabschiedete sich jeder in seiner Muttersprache. Am Donnerstag, 8. Dezember, findet die nächste Sitzung statt. Ziel wird es sein, die Regeln der Zusammenarbeit und des Integrationsrats an sich festzulegen.

Förderung auch aus Landesmitteln

Die Gründung des Integrationsbeirates wird zusätzlich zur Entscheidung des Gemeinderats im Rahmen des Projekts „Integration vor Ort“ durch Landesmittel des Ministeriums für Soziales, Integration und Gesundheit gefördert, die der Landtag Baden-Württemberg beschlossen hat.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie