Tettnang soll Fairtrade-Stadt werden

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Markus Riedl
Redakteur

Unter dem Titel „Fairtrade-Stadt“ will Tettnang zukünftig firmieren. Der Gemeinderat hat bei einer Enthaltung beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen, um fünf notwendige Kriterien für den Titel zu erfüllen.

Kurt Metzger vom Arbeitskreis „Tettnang – Regional und fair“, der im Zusammenhang mit der Agenda 21 gegründet wurde (siehe Artikel auf Seite 1) und auch in Sachen „Fairtrade“ aktiv ist, hatte zuvor bei seiner Präsentation betont, dass unter „Fairtrade“ ausdrücklich auch regionale Produkte eingeschlossen sein sollen. Milch von hiesigen Höfen falle beispielsweise darunter.

Den Einwand von Freie-Wähler-Ratsmitglied Konrad Renz, der sich am Ende enthielt, das Label „Fairtrade“ klassifiziere alles andere als „unfair“, konterte beispielsweise Susanne Lund von den Grünen mit dem Hinweis, dass es gerade bei den Produkten, um die es gehe, etwa Kaffee, durchaus unfaire Arbeitsbedingungen gebe und „man sich schon Gedanken machen sollte, wo man einkaufen geht“. Schließlich fiel die Entscheidung einmütig.

Um die Kriterien zu erfüllen, wird künftig bei allen Rats- und Ausschusssitzungen und im Bereich des Bürgermeister-Büros „Fairtrade“-Kaffee ausgeschenkt, was auch Bestandteil des Beschlusses war. Auch in einer Schule, in einem Verein und einer Kirchengemeinde soll „fairer“ Kaffee angeboten werden. Das Kriterium der Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe ist durch den AK bereits erfüllt. Im lokalen Einzelhandel müssen zudem für eine Stadt von der Größe Tettnangs vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe „faire“ Produkte anbieten. „Das sollte möglich sein“, sagte Matzger. Eine regelmäßige Berichterstattung zum Thema „Fairtrade“ ist das fünfte der Kriterien, von denen die meisten bereits erfüllt oder auf einem guten Weg dorthin sind.

Der Verein „TransFair“ in Köln vergibt hierzulande die Auszeichnung, zunächst immer für zwei Jahre, danach wird die Erfüllung der Kriterien regelmäßig überprüft. Tettnang wäre die einzige Stadt im Bodenseekreis und in Oberschwaben, die den Titel führt. Die nächste „Fairtrade-Stadt“ ist das bayerische Sonthofen. Vielleicht wird der Titel auch in Tettnangs Marketing-Strategie einfließen: „Es schadet sicher nicht, das in den Vordergrund zu stellen“, sagte CDU-Rätin Sylvia Zwiesler.

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