Tettnang hat ein Herz für blinde Menschen

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Die 68-jährige Katarina hat wieder den Durchblick: Ihre Linse war durch grauen Star eingetrübt, dank einer Katarakt-Operation ka
Die 68-jährige Katarina hat wieder den Durchblick: Ihre Linse war durch grauen Star eingetrübt, dank einer Katarakt-Operation kann sie wieder sehen. (Foto: Daniel Hayduk)
Schwäbische Zeitung

Menschen mit Sehbehinderungen in Entwicklungsländern zu helfen, das liegt den Einwohnern aus Tettnang am Herzen. Die Christoffel-Blindenmission (CBM) hat im vergangenen Jahr von 151 Tettnanger Bürgern insgesamt 17 710 Euro an Spenden erhalten. Mit dem Geld kann die CBM 590 Menschen in Asien, Afrika oder Lateinamerika am Grauen Star operieren und so Augenlicht schenken, teilt die Blindenmission mit.

Weltweit leben 39 Millionen blinde Menschen. Darunter leidet rund die Hälfte am grauen Star, einer Trübung der Augenlinse. Mit einer kleinen Operation könnten sie wieder sehen. Durchschnittlich kostet ein solcher Eingriff in den Projekten der CBM nur 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Doch das sind Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können.

So war es auch bei Katarina aus Tansania, wie CBM mitteilt. Die 68-jährige ist eine echte Massai. Ihr Volk gilt als besonders stark und stolz. Schon seit einigen Jahren jedoch war sie auf dem rechten Auge unheilbar blind. Dann sah sie auch auf dem linken immer schlechter. „Nicht einmal mehr Holz holen kann ich“, erzählte sie traurig. Umso erleichterter war die Frau, als ein Ärzteteam zum Außeneinsatz in ihr abgelegenes Dorf kam. Die Ärzte überwiesen Katarina an das von der CBM geförderte Kilimandscharo-Krankenhaus. Dort wurde sie operiert. Gerade einmal eine Viertelstunde dauert es, die trübe Augenlinse gegen eine künstliche zu tauschen. Wenige Tage später lachte Katarina wieder. „Wenn ich heimkomme, werde ich eine neue Hütte bauen“, versicherte sie den Ärzten. „Ich sehe so viel besser. Vielen Dank.“

Diesen Dank gibt die CBM an die Tettnanger weiter: Dank der Spenden könne man noch vielen weiteren Patienten weltweit helfen.

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