Straße ist „marode“ und „inakzeptabel“

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Das Pflaster der Straße ist an manchen Stellen eher notdürftig ausgebessert.
Das Pflaster der Straße ist an manchen Stellen eher notdürftig ausgebessert. (Foto: mark hildebrandt)
Schwäbische Zeitung

Bürgermeister Bruno Walter hat den Agenda-Arbeitskreis „Tettnang zugänglich für alle“ zum Jahresabschlusstreffen besucht. Seit 15 Jahren engagiert sich der Arbeitskreis, der derzeit 13 Mitglieder zählt, für eine barrierefreie Stadt und für die Belange aller Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind: Blinde, Sehbehinderte, Rollstuhlfahrer, Rollatorfahrer und Personen mit Kinderwagen.

Durch die Straßensanierungen hat die Stadt aus Sicht der Gruppe mit den Projekten Bärenplatz, innerörtliche Entlastungsstraße, Karlstraße und dem Loretoquartier eine nahezu barrierefreie Innenstadt geschaffen, lobt die Gruppe in einer Pressemitteilung. Als nächstes würde bei der weiteren innerstädtischen Gestaltung eigentlich die Montfortstraße anstehen. Lothar Rothweiler, Sprecher des Arbeitskreises, sagt allerdings über deren Zustand: „Sie ist marode und befindet sich für gehbehinderte Menschen in einem inakzeptablen Zustand. Für mich ist der Zeitpunkt der Sanierungsbedürftigkeit weit überschritten!“ Im Gespräch mit Bürgermeister Walter betonten die Engagierten bei dem Jahresabschlusstreffen die Bedeutung der Straße. Als Einkaufsstraße sei sie auch eine Straße der Begegnungen, zu dem der wöchentliche Städtlesmarkt einlädt. Hinzu kommen die jährlichen Ereignisse, die in einer engen Beziehung zu dieser Straße stehen. (Jahrmarkt, Leistungsschau, Autoschau, Montfortfest, Bähnlefest). Deshalb hätte die notwendig gewordene Sanierungsmaßnahme eine höhere Bedeutung verdient, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Aus dem Arbeitskreis kam der Vorschlag, bei der Weiterentwicklung der Innenstadt die Sanierung der Montfortstraße in einem ersten Bauabschnitt vorzuziehen.

Sanierung steht noch nicht an

Bürgermeister Bruno Walter würdigte das jahrelange Engagement des Agenda-Arbeitskreises, bei der Mitgestaltung einer barrierefreien Stadt. Er finde es wichtig und unterstütze es, dass der Arbeitskreis bei allen Belangen der Barrierefreiheit in der Stadt mit seinen Erfahrungen und Kompetenzen in beratender Funktion einbezogen wird.

In Sachen Montfortstraße stellte der Bürgermeister fest, dass deren Sanierung noch nicht zu den bereits anstehenden Projekten (zwei Kindergärten, Sporthalle/Stadthalle und das Bädle) zählt. Eine Sanierung wird voraussichtlich erst in den Jahren 2021/2022 erfolgen können, angesichts der in der Prioritätenliste vorrangig zu erledigenden Projekte. Er werde aber darauf drängen, dass bereits im Jahr 2020 Haushaltsmittel für die Planung der Sanierung eingestellt werden.

Beim Bau der Montfortstraße wurde aus heutiger Sicht, so Bürgermeister Bruno Walter, eine im Hinblick auf die anschließende Nutzung und Befahrung nicht optimale Verlegungstechnik angewandt. Heute sei der Unterbau der Straße brüchig und instabil. Der Zustand werde sich deshalb weiter verschlechtern. Als mögliche Notlösung wurde diskutiert, die vorhandenen Fugen zwischen den Steinen mit einem geeigneten Material zu verfüllen. Bürgermeister Walter sagte dem Agenda-Arbeitskreis zu, dies mit den Fachleuten des Rathauses zu besprechen und die Möglichkeiten zu prüfen, um wenigstens eine vorübergehende Verbesserung der Begehbarkeit der Straße zu erreichen.

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