Sozialverband VdK feiert 70-Jähriges

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 VdK-Präsidentin Verena Bentele gratuliert Johann Brugger zur Ehrenmitgliedschaft. Von links: Moni Albert, Johann Brugger, Veren
VdK-Präsidentin Verena Bentele gratuliert Johann Brugger zur Ehrenmitgliedschaft. Von links: Moni Albert, Johann Brugger, Verena Bentele und Helga Wandel. Im Hintergrund Volksbank-Vorstandsvorsitzender Jürgen Strohmaier und Voba-Vorstand Thomas Stauber. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Auf den Tag genau 70 Jahre nach der Gründung in der „Krone“ hat der heute 288 Mitglieder starke VdK-Ortsverband Tettnang im Beisein seiner Präsidentin Verena Bentele den 70. Geburtstag gefeiert. Mit von der Partie beim Festakt im vollbesetzten „Krone“-Saal neben vielen Ehrengästen: Gründungsmitglied Johann Brugger, dem die Vorsitzende Helga Wandel die Nadel für die Ehrenmitgliedschaft ans Revers steckte, ehe „Bodasee-Schwob“ Frieder Hahn die VdK-Hymne „beim VdK am See isch schee“ anstimmte.

Gerade bei einem Sozialverband gebe es wichtige Gründe zu feiern, erinnerte Helga Wandel an den 12. September 1948, als um 14.30 Uhr in der „Krone“ der Verband der Körperbeschädigten, Arbeitsinvaliden und Hinterbliebenen, wie der VdK damals firmierte, aus der Taufe gehoben wurde. Johann Brugger wurde zum Vorsitzenden gewählt, nahm die Wahl aber nicht an. Der Grund: Er musste sich um seine Fahrschule kümmern, die schließlich den Lebensunterhalt der Familie sicherte, wie er damals sagte. Und: Wenn er etwas mache, solle es auch richtig sein. Den Vorsitz übernahm der Zweitplatzierte bei der Abstimmung, Erich Ruf. Brugger blieb dem VdK zeitlebens verbunden, obwohl er nie Unterstützung erhalten, geschweige denn darum gebeten hat.

Helga Wandel streifte die Anfänge des Verbands nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele arme Leute aus dem Krieg zurückkamen, der VdK in Tettnang bereits 90 Mitglieder hatte und vor Ort eine starke Zweckgemeinschaft bildete, die viele Hilfsaktionen von hier aus anlaufen ließ. Mit Brennholz, Kleidung und vielem mehr wurden die Menschen versorgt, denen es nicht gut ging. Und die Mitgliederzahl stieg stetig, bis heute. Ein Zeichen dafür, dass der VdK „immer noch gebraucht wird“, wie sie betonte. Dank sagte sie insbesondere ihrem Team um Gerd und Anette Ahrendt sowie ihrem Vorgänger Kurt Weber.

VdK-Präsidentin Verena Bentele zeigte sich begeistert von der „tollen VdK-Hymne“ von Frieder Hahn und nach dessen Hinweis, dass „Schwäbisch schwätze intelligent sei“, beherzigte sie dessen Feststellung. Sie dankte dem Ehrenmitglied Johann Brugger schmunzelnd auch dafür, dass er schon der Fahrlehrer ihrer Eltern gewesen war, was den Kindern zu Gute gekommen sei. Sie beleuchtete die heute unterschiedlichen Herausforderungen des VdK von der Rechtsberatung (auch in Friedrichshafen) bis zum Angebot für Senioren im Internet, als Anlaufstelle und Verband für alle Menschen. Schon ihre Oma sei beim VdK gewesen, rief sie dazu auf, wie schon 1,9 Millionen Menschen in Deutschland Mitglied bei VdK zu werden.

Verbandsgeschäftsführer Jürgen Neumeister war aus Reutlingen gekommen, um den Tettnanger Freunden, die mit ihren 288 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten Ortsvereinen in Württemberg-Hohenzollern zählen, zu gratulieren – und erstmals Verena Bentele Schwäbisch reden zu hören. Bürgermeister-Stellvertreterin Sylvia Zwisler nannte es wichtig, einen Verband wie den VdK in Tettnang zu wissen, der Menschen im Alltag hilft, wenn es nötig sei. Als Dank der Stadt überreichte sie Helga Wandel einen Scheck, verbunden mit dem Wunsch, die rührige Vorsitzende möge noch zehn Jahre weiter machen.

Vor allem mit Schokolade - weil die glücklich mache – verabschiedete Helga Wandel Verena Bentele nach Berlin. Die werde sie brauchen können, wenn sie mit Jens Spahn für die Interessen des VdK in den Clinch gehe, meinte die neue Präsidentin lachend.

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