Schwitzen Bienen bei Hitze?

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Hobby-Imker Karl Veser zeigt den Kindern Bienen bei der Arbeit.
Hobby-Imker Karl Veser zeigt den Kindern Bienen bei der Arbeit. (Foto: Cosmia Kehle)
Cosima Kehle

Imker werden kann jeder.

Anfängerkurse kann man beim Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen belegen:

www.imker-fshfn.de

Einen kühleren Platz als bei Vesers in Waldhub hätte sich am vergangenen Freitagnachmittag kaum finden lassen. Während das Thermometer ringsum auf 37 Grad Celsius kletterte, wehte eine frische Brise über den Schattenplatz unter einem großen Nussbaum. Dort trafen sich 30 Kinder zu einer Begegnung mit den beiden Hobby-Imkern Andreas Moser und Karl Veser. Auf Einladung der Stadtferientage Tettnang gaben die beiden Männer „Einblicke in das Leben der Bienen“. Dazu hatten sie Informationstafeln und lebendige Bienenvölker mitgebracht, die natürlich zur Hauptattraktion wurden.

Entlang der Infotafeln erzählte Andreas Moser den Kindern Erstaunliches über das Leben der Bienen: Sie seien in der Landwirtschaft die drittwichtigsten Tiere, denn ohne sie gäbe es einen Großteil der Obst- und Beerenernte nicht. Angesichts ihrer Leistungen dürfe man getrost von „Bienenwunder“ sprechen: Mit bis zu 250 Flügelschlägen pro Sekunde erreichen sie eine Fluggeschwindigkeit von bis zu 30 Stundenkilometern und mit ihrem berühmten Bienentanz verständigen sie sich genau über gute Nahrungsquellen.

Andreas Moser erläuterte den Aufbau eines Bienenstocks, die Aufgaben von Königin, Drohnen und Arbeiterbienen, das Gewinnen von Honig und weiterer Produkte wie Pollen, Wachs oder Propolis. Vieles trugen die Kinder selbst bei, ebenso vieles war ihnen aber auch neu: Zum Beispiel, dass Bienen für ein Glas Honig eine Strecke zurücklegen müssen, die so lang ist wie ein dreifacher Erdumfang.

Ein Bienenstock unter Glas ließ das Wissen lebendig werden. Gefahrlos konnten die Kinder Bienen bei der Arbeit beobachten und einen Eindruck vom Gewusel im Stock gewinnen. Karl Veser öffnete auch einen Bienenstock und zog einzelne Waben hervor. Obwohl kein Glas mehr zwischen Bienen und Kindern war, lief alles friedlich ab. Kein Kind wurde gestochen, obwohl ein Junge wusste: „Die haben Stacheln mit Widerhacken dran“. Ein anderer Junge fragte besorgt, ob denn die Bienen auch wieder nachhause fänden und ließ sich erklären, dass Bienen sich gegenseitig am Geruch erkennen und einen guten Orientierungssinn haben.

Wie es ihnen mit ihrem Pelz bei der Hitze gehe, wollte ein Mädchen wissen. Auch hier hat die Biene vorgesorgt: Mit bis zu 7000 Flügelschwingungen pro Sekunde kühlt sie sich ab – auch ohne Eis, Schatten oder Schwimmbad.

Imker werden kann jeder.

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