Schwäbischer Albverein feiert 125 Jahre Ortsgruppe

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100 Wanderer und ein Hund machen sich auf die Gauwanderung am Jubiläumsfest der Ortsgruppe Tettnang des Schwäbischen Albvereins.
100 Wanderer und ein Hund machen sich auf die Gauwanderung am Jubiläumsfest der Ortsgruppe Tettnang des Schwäbischen Albvereins. (Foto: tt-bilder)

Tettnang (hne) - Ihr 125. Gründungsjubiläum hat die Ortsgruppe Tettnang des Schwäbischen Albvereins (SAV) am Sonntag im Gemeindezentrum St. Gallus gefeiert. Anlass genug für ein großes Fest mit Besuchern und Gratulanten aus dem gesamten SAV-Gau und der Politik.

Wie es sich für den Albverein gehört, begann der Feiertag bereits am Vormittag mit einer Gauwanderung im Tettnanger Hinterland. Gelegenheit auch für die auswärtigen Gäste, etwas über die Stadt zu erfahren, in der sie heute zu Gast waren. Auf Wanderwegen, die von der Ortsgruppe betreut werden – gesamt sind es 140 Kilometer –, führte Uwe Schipfel die etwa 100 Teilnehmer samt einem Hund vom Bärenplatz über Bernau hinauf zum höchsten Punkt Tettnangs, zur Brünnensweiler Höhe. Mit dabei der 89-jährige Willi Meiners aus Friedrichshafen – der beste Beweis, dass Wandern jung erhält. Von hier hatte die Gruppe nach den Regenfällen der letzten Tage eine klare Sicht auf eine frisch gewaschene Tettnanger Landschaft bis hinunter zum Bodensee. Die angrenzenden Berge hüllten sich leider in Wolken, aber immerhin blieb es von oben trocken. Nach einem La Montanara aus der Mundharmonika von Eberhard Luedecke wurde wieder gewandert. Hinter Hergottsweiler durften die Wanderer ihre Geländetauglichkeit auf einem Stück des Hauptwanderwegs 4 unter Beweis stellen, und nach einem kurzen Anstieg zum Hopfenmuseum in Siggenweiler kehrten sie über Dieglishofen wieder nach Tettnang zurück, wo sie im Gemeindezentrum ein stärkendes Mittagessen erwartete.

Zum Auftakt des nachmittäglichen Jubiläumsfestes begrüßte der Vorsitzende der Ortgruppe Tettnang, Hans Piller, vor den Wimpeln der teilnehmenden Ortsgruppen die Besucher. Karl-Heinz Kort führte im Anschluss souverän durch das Festprogramm das mit dem Lied „Wer recht in Freuden wandern will“ begann. Den Reigen der Festredner eröffnete Rolf Kesenheimer, der als Sprecher des SAV-Gesamtvorstandes der Tettnanger Ortsgruppe als ältester im Bodenseegau die Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte. In seiner Festrede ging er darauf ein, dass der Schwäbische Albverein als der größte Wanderverein Europas seinen Zielen Natur, Heimat und Wandern eng verbunden ist – wenngleich der bürokratische Aufwand für die ehrenamtlichen Helfer doch stark gestiegen ist. Dass der Verein und die Ortsgruppe eine beständige Größe sind, beweisen auch die Amtszeiten der Mandatsträger von Hans Piller mit 19 Jahren, seinem Vorgänger Rolf Bürkle mit 24 und Kassier Alois Röck mit über 40 Jahren.

Sylvia Zwisler überbrachte als stellvertretende Bürgermeisterin die Glückwünsche der Stadt Tettnang und von Bürgermeister Bruno Walter. Aus dem städtischen Museum hatte sie die Kopien zweier Urkunden mitgebracht, die die Mitgliedschaft der Stadt Tettnang in der Ortsgruppe seit 1948 bezeugen. Verbunden mit einer Anschubfinanzierung von 50 DM für den Wiederaufbau des Vereins hat sich der SAV in der Folge sehr gut entwickelt. Von anfangs 20 stieg die Mitgliederzahl auf einen Höchststand von 300 im Jahr 1989 und hat sich auf heute rund 200 Mitgliedern eingependelt.

Mit 79 Wanderangeboten, bei denen 2666 Teilnehmer 1190 Kilometer erwanderten, wurde die Ortsgruppe 1990 sogar zur Oberland-Spitze gekürt.

Als Vorsitzender des SAV-Bodenseegaus überbrachte Gerhard Müller die Glückwünsche. Er wies darauf hin, dass im Gründungsjahr der Ortsgruppe auch der Reißverschluss erfunden wurde – ein sehr schönes Beispiel für das Zusammenspiel der Mitglieder im SAV. Im Anschluss ehrte er Ernst Haas und Heinrich Kronmaier, die beide die silberne Ehrennadel für ihre Verdienste um die Ortsgruppe überreicht bekamen.

Die Lachmuskeln wurden bewegt, als der „Bodensee-Schwob“ alias Frieder Hahn bei seinem Auftritt schwäbische Weisheiten zum Besten gab – dies musikalisch und in Gedichtform. Passend zum Jubiläumsanlass auch das Männer-Ensemble, das mit mehreren SAV-Mitgliedern in seinen Reihen und einem abwechslungsreichen Repertoire zu begeistern wusste.

„Kein schöner Land in dieser Zeit“ – kaum schöner könnte eine Jubiläumsfeier ausklingen als mit diesem Lied, das zum Abschluss dieses Festtages noch angestimmt wurde und die Besucher in den Sonntagabend entließ. Zusammen mit den Jubiläumsstreifen an den Wimpeln der Ortsgruppen ist dies eine schöne und bleibende Erinnerung.

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