Schnell: „Wir sind auf der Zielgeraden“

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Das Bürgerbus-Logo.
Das Bürgerbus-Logo. (Foto: Richter)

Bei der Gemeinderatssitzung am Montag hat Bürgermeister Reinhold Schnell verkündet: „Wir sind inzwischen auf der Zielgeraden zur Vereinsgründung für unser soziales Bürgermobil.“

Bei der Vorarbeit sei schon ein zehnköpfiges Vorstandsteam tätig, mit Alexander Mayer als designiertem Vorsitzenden des zu gründenden Vereins, Reinhold Schnell selbst als zweitem Vorsitzenden sowie Anton Hirscher. Für die Organisation der Fahrten hat sich FW-Fraktionschefin Beate Gauggel zur Verfügung gestellt. Sie wird die Anrufe am Vortag für die Fahrtermine dienstags und mittwochs entgegennehmen. Vorgesehen seien auch donnerstägliche Fahrten zu Hockstuben-Terminen. Der Neukircher Bürgerbus soll nach dem Beispiel der Nachbargemeinde Amtzell organisiert sein. Ohne die zahlreichen Anforderungen des öffentlichen Personennahverkehrs. Dafür müsse man die Regelung der Abgabenverordnung einhalten, zu 75 Prozent „hilfsbedürftige“ Personen zu befördern. Froh sei man, so der Neukircher Schultes, über die organisatorische Hilfe aus Amtzell, namentlich von Hans Roman.

Alexander Mayer kam ebenfalls zu Wort. Er stellte die Frage nach dem richtigen Fahrzeug und erläuterte die Unterschiede zwischen Anforderungen von Elektro-, Diesel-, und Benzinbetrieb. Wie Bürgermeister Schnell ergänzte, gebe es die Möglichkeit, einen wenig gebrauchten VW-Caddy mit Rollstuhlrampe günstig zu erwerben. CDU-Rat Roland Schmid stellte die Frage nach der Notwendigkeit für ein behindertengerechtes Fahrzeug. Sein Fraktionskollege Walter Gauss hinterfragte, ob Ü75 für die Mitfahrer der passende Ansatz sei, eigentlich wäre das eher Ü65. Hier deutete sich an, dass der Kreis der „Hilfsbedürftigen“ nicht nur die über 75-Jährigen sondern auch Fahrgäste, wie Kinder, Jugendliche oder Menschen mit Behindertenausweis umfassen soll.

Ziel: Tettnang übertreffen

CDU-Rat Udo Hunstiger plädierte klar dafür, die Chance zu nutzen, um solch ein günstiges Fahrzeug zu erwerben. Sein Fraktionschef Adrian Strauß setzte noch eine kleine Spitze zum Überholen der Nachbarkommune drauf: „Wir haben so auch die Chance, an der Tettnanger Initiative vorbeizuziehen“. Bürgerbus-Experte Ingo Kitzmann wies dazu zunächst darauf hin, dass die Lage in Tettnang durch Infrastruktur und räumliche Strukturen komplexer sei – aber auch da solle es bis zur Sommerpause weiter gehen. Was aber Geschwindigkeit und Organisationsstärke angehe, bilanzierte Kitzmann: „Was und wie das hier läuft – alle Achtung, Kompliment“.

Für die Festlegung, von Seiten der Gemeinde aus zunächst 30 000 Euro für das Projekt bereitzustellen, gab es Applausvon den Zuschauern.

Nach der Sitzung sagte der künftige Vereinsvorsitzende Alexander Mayer: „Ein passendes, ein zeitgemäßes Projekt, das auch den wachsenden sozialen Anforderungen und dem gemeinschaftlichen Leben in der Gemeinde gerecht wird.“

Zur Gründungsversammlung für den Bürgerbus Neukirch e.V. am Montag, 23. April, 20 Uhr, hofft Mayer auf zahlreiche Interessenten im TSV-Vereinsheim.

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