Schäferhof in Tettnang bekommt neuen Kindergarten

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Der katholische Loreto-Kindergarten ist in die Jahre gekommen und wird nun von der Stadt neu gebaut. Die Kinder und das Personal
Der katholische Loreto-Kindergarten ist in die Jahre gekommen und wird nun von der Stadt neu gebaut. Die Kinder und das Personal sollen während der Bauzeit nun aber doch nicht in einem Provsorium unterkommen. (Foto: Thilo Bergmann)
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Die Planungen für den Neubau des Loreto-Kindergartens an gleicher Stelle können beginnen. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung entschieden.

Derzeit prüft die Stadt, ob zeitnah, idealerweise bis Sommer 2019, unter Berücksichtigung des Vergaberechts ein ohnehin benötigter neuer städtischer Kindergarten gebaut werden kann, um zusätzliche Kosten für ein Provisorium umgehen zu können. Das erwiderte Bürgermeister Bruno Walter auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung.

Standort soll der Vogelherdbogen im Schäferhof sein. Das Grundstück sei im Bebauungsplan und auch im Flächennutzungsplan als Kindergartengrundstück ausgewiesen. Geplant sei dort eine fünfgruppige Einrichtung. Ergebnisse der Prüfung liegen laut Bürgermeister Walter noch nicht vor. Im Beschlussvorschlag ist in Bezug auf den Loreto-Kindergarten noch von einem Umzug in ein Provisorium die Rede - mit dem Ziel, den Loreto-Kindergarten bis zum 31. Juli 2020 fertigzustellen.

Einzug für Ende 2020 geplant

Bei dem raschen Neubau eines städtischen Kindergartens im Schäferhof wäre der Zeitplan leicht verschoben. „Die Verzögerung dürfte minimal sein", so Walter. Schließlich würde auch die Herstellung eines Provisoriums Zeit in Anspruch nehmen. „Wenn alles ideal passt, dann nutzt der Loreto-Kindergarten das städtische Gebäude und zieht direkt anschließend in sein neues Gebäude zurück“, so die Antwort von Walter - Ziel wäre dann der Jahreswechsel 2020/21. In der „Idealkonstellation“ sollten die Plätze dann auch ausreichen. Die exakte Zahl verfügbarer Plätze werde derzeit ermittelt, es gebe noch Kapazitäten in den Ortschaften.


Während der Bauarbeiten könnten die Kinder in einem Neubau im Schäferhof unterkommen.
Während der Bauarbeiten könnten die Kinder in einem Neubau im Schäferhof unterkommen. (Foto: Thilo Bergmann)

Im Gremium drehte sich die Diskussion unter anderem um die Mehrausgaben von etwa 130 000 Euro für die Planung gegenüber dem Haushaltsplan. Andreas Huchler (CDU) sagte, es handle sich um insgesamt 200 000 Euro, „nur um zu wissen, wem wir dann das Geld geben“ und fragte, ob die Ausgabe jetzt zwingend notwendig sei. Bürgermeister Bruno Walter erwiderte, dass es sich um einen Vorgriff handle, um spätere Probleme in der Planung auszuschließen.

Andrea Rehm (Grüne) sagte, es sei wichtig, erst die konkreten Bedarfszahlen zu ermitteln, also zu welchem Zeitpunkt exakt wie viele Plätze benötigt würden. Man brauche einen besseren Überblick in Bezug auf die Zeitschiene. Bürgermeister Walter erwiderte, dass die Plätze definitiv benötigt würden. Hauptamtsleiter Gerd Schwarz verwies auf den Kindergartenbedarfsplan samt Hochrechnung. Diese weise auf fehlende Plätze im U3- und Ü3-Bereich hin: „Wir können nichts Besseres machen, als Vollgas zu geben.“

Straffer Zeitplan gefordert

Peter Gaissmaier (FW), der zu Beginn geäußert hatte, dass man einen Entscheidungs-Automatismus verhindern müsse, sagte, dass die Notwendigkeit des Loreto-Kindergartens und des städtischen Kindergartens unstrittig sei. Unzweifelhaft sei, dass es keine Verzögerung geben dürfe: Das Datum für den Start der Bauarbeiten sei der Dreh- und Angelpunkt: „Das Verfahren muss auf das Datum abgestimmt sein.“

Auf die Frage von Birgit Butt (SPD), ob die Firmen von dem Sachverhalt wüssten, sagte Bürgermeister Walter, dass man „einen Schritt nach dem anderen“ machen müsse. Butt wies auf mögliche Probleme bei der Vergabe und Folgekosten hin. Walter erwiderte, dass es lediglich um die Vorbereitung der Maßnahme gehe. Vor Beginn der Sachdiskussion hatte er gesagt, dass durch frühe Planung hohe Kosten wegen Zeitdrucks vermieden werden sollten.

Susanne Lund (Grüne) wies darauf hin, dass die Vergütung für die Erstellung der Angebote durch die Anbieter in Höhe von 71 400 Euro auf 2019 verschoben werden könne: Diesen Vorgriff brauche man nicht. Walter erwiderte: „Wenn wir es nicht brauchen, geben wir es nicht aus.“

Die katholische Kirchengemeinde St. Gallus wird die Betriebsträgerschaft auch für den neuen Kindergarten Loreto übernehmen, die Stadt Tettnang ist Bauherr. Ein Planungsausschuss darf innerhalb des festgelegten Kostenrahmens Entscheidungen treffen.


Katholischer Loreto-Kindergarten in Tettnang.
Katholischer Loreto-Kindergarten in Tettnang. (Foto: Thilo Bergmann)

Mit der Entscheidung des Gemeinderats ergeht für etwa 43 100 Euro ein Auftrag an die Kanzlei Menold Bezler (Stuttgart) mit der rechtlichen Beratung bei der Konzeption und Umsetzung bei einer kombinierten Vergabe von Planungs- und Bauleistungen, an die Rheform-Immobilienmanagement GmbH (München) für etwa 60 500 Euro für Beratungsleistungen bei der gesamtheitlichen Vergabe der Planungs- und Bauleistungen und an die Pro-Civil-Consult (Tettnang) für etwa 17 850 Euro für flankierende Beratungsleistungen zur Durchführung des Vergabeverfahrens. Die Vergütung für die Erstellung der Angebote durch die Anbieter beträgt etwa 71 400 Euro. Der Rat hat damit überplanmäßige Ausgaben in Höhe von etwa 133000 Euro genehmigt.

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