Runder Tisch: Montfortstraße soll attraktiver werden

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Die Montfortstraße Tettnang, Juni 2018
Die Montfortstraße Tettnang, Juni 2018 (Foto: Hil)
Redaktionsleiter

Am Montagabend haben sich Händler und Stadtmarketing mit Fraktionsvorsitzenden und -mitgliedern aus dem Gemeinderat sowie Bürgermeister Bruno Walter zum Runden Tisch zusammengesetzt. Auslöser war der Antrag von SPD und Grünen, die Montfortstraße am Samstag und Sonntag für den Verkehr zu schließen. Nach der Diskussion über diesen Punkt stand Bürgermeister Walter noch allein Rede und Antwort. Der Runde Tisch in Schlaglichtern:

Die Entschuldigung: Bei der Sitzung des Verwaltungsausschusses am vergangenen Donnerstag waren Gemeinderäte vor dem Sitzungssaal im Rathaus von einzelnen Händlern angegangen worden. Hier sprach die Stadtmarketingbeauftragte Martina Weishaupt stellvertretend eine Entschuldigung aus.

Der Antrag: Die Fraktionsgemeinschaft Grüne/SPD hatte den Antrag gestellt, das Torschloss von Mai bis September am Wochenende zu sperren. Durch die Verkehrsberuhigung sollte die Aufenthaltsqualität verbessert werden, es sollte auch eine erweiterte Außenbestuhlung möglich sein. Für den Anliegerverkehr sollte die Einfahrt über die Schulstraße weiterhin erlaubt sein.

Die Reaktion der Händler: Claudia Gössl (Metzgerei Gössl) verwies auf Kunden, die im Sommer regelmäßig Ware mit dem Auto am Geschäft abholen. Das falle unter Anliegerverkehr, sagte Bürgermeister Walter. Tobias Bär (Bäckerei Bär) verwies darauf, dass eben nicht nur die Bäckerei betroffen sei, sondern dass auch weitere Geschäfte Nachteile erleiden würden. Janet Lührs (Piccolina) verwies auf Umsatzeinbußen bei bisherigen Sperrungen. Ca-Jo Fink (Frisör Fink) sagte: „Ohne Autos ist niemand mehr in der Montfortstraße.“ Irmgard Goltz (Schuhaus Wenzler) appellierte, die Straße nicht „noch ruhiger“ zu machen, sondern sie zu beleben.

Das gemeinsame Ziel: Einig waren sich die Gemeinderäte und die Händler, dass sie das Gleiche wollen: Die Straße solle grüner und schöner werden, mehr Aufenthaltsqualität bieten. Janet Lührs: „ Der Knackpunkt ist: Geht das mit einer Schließung?“ Maria Locher (CDU) sagte, dass es grundsätzlich gut sei, „dass sich jetzt alle Gedanken machen.“

Reaktionen der Räte: Peter Gaissmaier (FW) sagte, die Freien Wähler würden gegen den Antrag stimmen. Maria Locher (CDU) sagte, man müsse eher mehr Verkehr in die Montfortstraße bringen. Sylvia Zwisler (CDU) warf die Frage auf: „Fangen wir irgendwo an oder lassen wir es so?“ Ihr Vorschlag, das einfach mal auszuprobieren, kam bei den Händlern nicht gut an. Ihrem Einwurf, dass der Gemeinderat nichts übers Knie brechen werde, wenn der ganze Handel dagegen sei, folgten im Kern auch Susanne Lund (Grüne) und Hermann König (SPD). Lund betonte, dass der Vorschlag allerdings nicht aus heiterem Himmel gekommen sei, sondern dass es das Ziel gewesen sei, dass Karlstraße und Montfortstraße miteinander verbunden würden. Sie sagte, dass es auch darum ginge, Potenziale wie das Elektromuseum oder das Schloss besser zu nutzen. König sprach von einer wohlgemeinten Aktion, vom Signal: „Wir wollen, dass hier etwas passiert in der Montfortstraße.“

Mögliche Maßnahmen: In Sachen Parksituation verwiesen die Händler darauf, dass ein Durchkommen manchmal kaum möglich sei, etwa in der Kurve beim „Brünnle“. Das will Bürgermeister Walter intern klären. Zur Platzierung von Sitzbänken soll es eine Begehung geben, um geeignete Standorte zu finden. Ebenso soll die Beschilderung verbessert werden. Einmal am Torschloss, zum anderen an Querverbindungen zwischen Karlstraße und Montfortstraße, um diese wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken. Mit Pflanzkübeln soll die Montfortstraße freundlicher werden. Hier fehlen derzeit welche, aber prinzipiell könnte durch die Platzierung auch das Wildparker-Problem etwas entschärft werden, so die Hoffnung einiger Händler. Offen ist auch die Frage, wie Radfahrer stärker angesprochen werden können. Kritisch sehen die Händler lange Intervalle bei der Reinigung des Stadtbachs. Dies müsse häufiger geschehen. Die Mülleimer seien gerade nach warmen Wochenenden voll: Hier werden die Händler in einem ersten Schritt selbst das Gespräch mit Verursachern suchen. Eine Bringschuld des Handels sehen Räte und Bürgermeister übrigens in Sachen einheitliche Öffnungszeiten. Thema waren auch Personalparkplätze.

Planung und Bau: Die Montfortstraße lässt sich laut Walter nur aufwändig sanieren. Unter dem Straßenpflaster liegt eine Betondecke. Der Untergrund ist stark zerstört. Welche Maßnahmen möglich sind, müssen Fachleute klären. Es gehe beim Bau auch um Mittelverfügbarkeit, Derzeit seien mit zwei Kindergärten, der Stadthalle und dem Bädle Obereisenbach schon vier Projekte mit einem Volumen von 15 bis 20 Millionen Euro in Planung. Auf einer internen Projektliste der Verwaltung stehe die Montfortstraße im Lauf der nächsten fünf Jahre. Hier aber gebe es noch keine Entscheidung des Gemeinderats, wobei es einen längeren Zeitraum der Planung geben dürfte.

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