Robert Buck ist tot: „ifm war sein Lebenswerk“

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Robert Buck ist am Samstag verstorben.
Robert Buck ist am Samstag verstorben. (Foto: OH)
Schwäbische Zeitung
Angelika Banzhaf

Trauer in Tettnang und der Region um einen besonderen Menschen, Erfinder und Unternehmer. Robert Buck, der Mitbegründer der ifm-Unternehmensgruppe, ist am Samstag überraschend im Alter von 81 Jahren gestorben.

Gemeinsam mit Gerd Marhofer gründete der damalige Tettnanger im Jahr 1969 die Ingenieurgemeinschaft für Messtechnik in Tettnang-Bechlingen und Essen, aus der die heutige ifm-Unternehmensgruppe hervorging. Dank seines innovativen Gespürs für die zukunftsweisenden Bereiche der Sensorik hat Robert Buck, gemeinsam mit Gerd Marhofer, den Grundstock für ein heute weltweit agierendes Unternehmen mit 5500 Mitarbeitern an 70 Standorten gelegt. Spezialisiert hat sich ifm auf Sensoren, Steuerungen und Systeme für die industrielle Automatisierungstechnik. Im vergangenen Jahr erzielte das inhabergeführte Unternehmen einen Umsatz von 720 Millionen Euro. Gleichzeitig war es für Robert Buck immer ein großes Bedürfnis, die Firma als Familienunternehmen zu erhalten. Was ihm gelungen ist.

Buck war zeitlebens ein Mann, der die große Bühne mied, jedoch mit Leib und Seele ein begeisterter und vor allem begabter Tüftler war. Was er auch durch seine über 650 Patente zum Ausdruck brachte: Unermüdlich war er damit beschäftigt, gute Lösungen zu noch besseren zu machen. „Ohne seine Lebensleistung wäre ifm nicht das, was sie heute ist“, hebt Michael Marhofer aus dem Vorstand der ifm-Gruppe die Lebensleistung des Verstorbenen hervor. „ifm war sein Lebenswerk“, bestätigt auch sein Sohn Martin Buck.

Wenn es nach Robert Buck ging, hat er sich lieber mit einzelnen Transistoren in Schaltungen befasst als mit reinen Managementaufgaben. Was andere deshalb für ihn übernahmen. Kennzeichnend für Buck: Während seines gesamten Unternehmertums hatte er stets für seine Mitarbeiter, von denen er viele persönlich kannte, ein nettes Wort parat. So sagte er einmal: „Wenn man Mitarbeiter führt, muss man die Menschen auch mögen.“ Was für jene um ihn herum stets spürbar war.

Wohlwissend, dass seine Nachfolge vorausschauend geregelt werden musste, stellte Robert Buck, als er im Jahr 2000 in den Ruhestand ging, frühzeitig die Weichen. Seit 2001 führt sein Sohn Martin Buck als Vorsitzender des Vorstandes an seiner Stelle das Unternehmen.

Für Robert Buck, der ein begeisterter Flieger und Sportler war, stand – trotz der vielen Zeit, die er in seine Erfindungen investierte – seine Familie stets im Mittelpunkt. Der oft eher genügsam wirkende 81-Jährige war ein umsichtiger und liebevoller Ehemann, Vater und Großvater.

Technische Verbesserungen reizten Robert Buck ein Leben lang

Gleichzeitig ließ ihn seine große Leidenschaft – die technische Entwicklung – nicht los. Fast täglich ging Robert Buck in dem Tettnanger Unternehmen ein und aus, die Entwicklungsabteilung war seine zweite Heimat. Nahm er ein technisches Gerät in die Hand, stellte er sich stets die Frage, wie er dieses verbessern könnte. Was nicht nur für ifm-Produkte galt, sondern Buck auch im privaten Bereich reizte.

Auch am Tag seines Todes begeisterte ihn eine ifm-Neuentwicklung, mit der sich Robert Buck zu Hause beschäftigte. Nachmittags wollte er diese dann in der Firma weiter angehen. Doch soweit kam es nicht mehr. Er verabschiedete sich so, wie er es sich immer vorgestellt hatte – ohne Ankündigung oder Leidensweg in einem Moment, in dem er zufrieden und glücklich war in seinem Leben.

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