Rappertsweiler feiert sportliches Fest der Einheit

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75 Fahrer vom Kind bis zum Senior lassen die Motoren knattern
Tettnang – Am Ende war es Markus Vollmer, der in der Supercup-Klasse ganz oben stand. Gleich zweimal räumten Frank Rilling und Evelyn Gruber bei den Seitenwagen luftgekühlt und Seitenwagen wassergekühlt ab. 1500 Zuschauer sahen am Tag der Deutschen Einheit beim 25. Simsonrennen in Rappertsweiler bei Tettnang recht spannende Rennläufe. Auf dem 180-Meter-Oval kämpften Kinder und Jugendliche sowie Piloten auf Nostalgiegefährten oder Rasenmähertraktoren. Ältester unter den 75 Fahrern war Hermann Hein mit 78 Jahren. Er kam in der Klasse Seitenwagen wassergekühlt mit seinem Beifahrer Frank Schnepf im Übrigen auf Rang zwei.
Redaktionssekretariat

75 Fahrer, 45 Läufe, zahlreiche alte DDR-Gefährte auf zwei oder drei Rädern und ein 180-Meter-Oval am Tag der Deutschen Einheit – das sind die Zahlen rund ums Ereignis, das sich am Mittwoch zum 25. Mal in Rappertsweiler wiederholte. 1500 Zuschauer kamen und feierten mit dem Simsonclub Rappertsweiler ein sportlich-spaßiges, besonderes und facettenreiches Fest der Einheit, das in sieben Klassen auch seine Sieger sah.

„Das freut mich abartig. Es war ein großer Traum, hier endlich mal zu gewinnen. Jetzt hat es hingehauen“, sagte Frank Rilling nach dem Rennen. „Hingehauen“ hat es für ihn und Partnerin Evelyn Gruber gleich in zwei Klassen. Nur einen Punkt in der Seitenwagenklasse wassergekühlt gab das seit diesem Jahr zusammen fahrende Gespann ab. Was nicht heißen soll, dass die 14 für das Duo zu bestreitenden Läufe ein „Sonntagnachmittagsspaziergang“ gewesen sind – zumal sie teilweise sogar, wegen der Teilnahme in zwei Klassen, unmittelbar hintereinander gefahren werden mussten. Rilling: „Kraftmäßig merkt man das schon!“ Doch wo ein Wille, da ein Weg.

Einen Weg fand auch Markus Vollmer. „Ich bin heute völlig ohne Erwartungen hier her gekommen, habe mir kein Ziel gesetzt.“ Dass der Sieger des Jahres 2012 zu jenen gehört, die ein Wörtchen um den Pokal im Supercup mitzureden haben, wurde schon im Training deutlich. Wie Martin Jocham gewann auch Vollmer seine drei Vorläufe. Im Finale setzte er sich dann an die Spitze und gab sie auch nicht mehr ab. „Das freut mich schon richtig“, gestand Vollmer ein, der in diesem Jahr zwar schon 15 Mofarennen, aber erst das zweite Simsonrennen bestritten hat.

Doch nicht nur um sportliche Leistung ging es beim 25. Simsonrennen in Rappertsweiler. Zum Jubiläum wollte der veranstaltende Simsonclub auch an die zaghaften Anfänge erinnern, als beim ersten Rennen von Reiner Seitz, Toni Hinderhofer und Alfons Brugger mit den ungewöhnlichen Maschinen der Grundstein für das heutige Ereignis gelegt wurde. Brugger, Hinderhofer und Seitz fuhren anlässlich des Jubiläumrennens noch einmal gegeneinander und in dieser Reihenfolge über den Zielstrich. „Damals war es genau anders herum“, schmunzelte „Erstsieger“ Reiner Seitz.

Dass der Spaß nicht zu kurz kam, dafür sorgten auch die beiden Moderatoren Pit Rohrseitz und Manfred Brugger. Einlagen durch ein altes Schwenkergespann von Georg Schreck, zwei Elektromotorräder oder die Bahnsportler Marc und Uwe Wick und Peter Reitzel mit ihren 500-Kubik-Maschinen bereicherten die Veranstaltung, die generationsübergreifend alle Altersklassen begeisterte. Von den ganz Kleinen bis zu schon etwas reiferen Jahrgängen reichte die Palette der Teilnehmer. Der mit 78 Jahren älteste Fahrer, Gespannfahrer Hermann Hein, fuhr auch in diesem Jahr mit seinem Beifahrer Frank Schnepf wieder aufs Podest. Er wurde Zweiter in der Klasse Seitenwagen wassergekühlt.

Die Ergebnisse:

Jugend: 1. Adrian D´Orazio, 14 Punkte; 2. Dominik Schwarz, 11; 3. Luca Bodensteiner, 11; 4. Marlon Kind, 5; 5. Julian Kind, 4.

Rasentraktoren: 1. Sascha Münch, 13 Punkte; 2. Daniel von Bank/ Daniel Köberle, 10; 3. Manuel Reißle, 8; 4. Stefan Fischer, 8; 5. Michael Reutemann/ Robert Bollerhey, 6; 6. Valentin Bautz, 6; 7. Imanuel Schramm, 6; 8. Alexander Köder, 5; 9. Daniel Schnell, 2; 10. Julian Abel, 0.

Seitenwagen luftgekühlt: 1. Frank Rilling/ Evelyn Gruber, 9 Punkte; 2. Moritz Straub/ Patrick Löffler, 6; 3. Manuel Reißle/ Ralf Mangold, 4; 4. Manuel Württemberger/ Tobias Schlechter, 4; 5. Alexander Haag/ Petra Epple, 1; 6. Daniel Zieher/ Michael Rettenmaier, 0.

Nostalgie: 1. Thomas Lanz, 17 Punkte; 2. Martin Schmolz, 13; 3. Ronny Richter, 9; 4. Marcel Kunze, 9; 5. Ruben Holzhey, 8; 6. Sebastian Obermayr, 7; 8. Sven Schenk und Ralf Hippmann, je 5; 10. Harald Simonazzi, 3; 11. Benjamin Hadlich und Fips Dauderer, je 2; 13. Basti Klein, 2; 14. Martin Schmotz, 0. Nicht gewertet wegen unerlaubter, technischer Veränderungen: Jens Laurentsen, Rudy Sterk, Andy Dietz, Fabian Hund.

Seitenwagen wassergekühlt: 1. Frank Rilling/ Evelyn Gruber, 11 Punkte; 2. Hermann Hein/ Frank Schnepf, 10; 3. Markus Müller/ Stefan Dillmann, 6; 4. Thomas Sterk/ Tobias Schneider, 4; 5. Karl-Heinz Volk, 4; 6. Florian Müller/ Corinna Günthör, 3; 7. Joachim Laur/ Claudia Simonazzi, 1; 8. Manuel Württemberger/ Tobias Schlechter, 0.

Supercup: 1. Markus Vollmer, 17 Punkte; 2. Martin Jocham, 15; 3. Jonathan Jocham, 14; 4. Moritz Baumann, 12; 5. Ulrich Kramer, 10; 6. Thomas Günthör, 7; 7. Fabian Walser, 5; 8. Fabio Günthör, Andree Anke und Guido Stetter, je 4 Punkte; 11. Guido Stettner, 5; 12. Fips Dauderer, 4; 13. Andreas Seitz und Ivo Neher, je 4; 14. Philip Lanz, 0.

Robert Gührer Gedächtnislauf: 1. Alfons Brugger, 2. Toni Hinderhofer, 3. Reiner Seitz.

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