Raaf: „Wir haben vier Punkte zu wenig geholt“

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Restlos zufrieden ist Stefanie Raaf nicht.
Restlos zufrieden ist Stefanie Raaf nicht. (Foto: archiv hoth)
Schwäbische Zeitung

Die Landesliga-Handballerinnen der SG Argental haben die erste Saisonhälfte der Hallenrunde mit 8:12-Punkten auf Tabellenplatz sieben abgeschlossen. Wie die persönliche Bilanz von Trainerin Stefanie Raaf ausfällt, hat sie Thomas Schlichte erzählt.

Frau Raaf, ist Rang sieben eine Platzierung, mit der Sie sich anfreunden können?

Diese Platzierung stellt mich nicht zufrieden. Ich denke, wir haben in der Hinrunde insgesamt vier Punkte zu wenig geholt beziehungsweise unglücklich liegen lassen. Mir fällt da gleich unser letztes Heimspiel ein, in dem wir einen Punkt verschenkt haben (22:22 gegen Hossingen-Meßstetten, Anm. d. Red.). Auch den Zähler beim Remis in Albstadt haben wir liegen lassen und gegen Langenau/Elchingen haben wir sogar zwei Punkte zu Hause aus der Hand gegeben. Das ist das, was gar nicht gut lief.

Wie begründen Sie diese Entwicklung?

Es gibt mehrere Gründe. Zum einen unsere Verletzungsproblematiken und die längeren urlaubsbedingten Ausfälle haben das Ganze natürlich noch unterstützt. Mit Ramona (Endraß, Anm. d.Red.) haben wir eine Langzeitverletzte, die uns bereits zu Beginn der Vorrunde ausgefallen ist und somit mussten wir den gesamten Innenblock der Abwehr umbauen. Wir wissen aktuell noch nicht, wann uns Ramona wieder in vollem Umfang zur Verfügung stehen wird.

Oft hat Ihre Mannschaft nach zwei Dritteln der Partie zudem ihre Linie verloren...

Das ist richtig. Zur Zeit schaffen wir es nicht, unser Können über die gesamten 60 Minuten abzurufen. Ich denke, dass das auch noch Zeit brauchen wird.

Sie sprechen ja ohnehin stets von einzelnen Entwicklungsschritten?

Stimmt, denn im ersten Jahr geht es darum, sich kennenzulernen. Bei uns steht das natürlich mit dem Zusammenschluss mit den Spielerinnen des TV Kressbronn noch extremer im Fokus. Das läuft aber über alle drei SGA-Mannschaften aus meiner Sicht sehr gut. Im zweiten Jahr hast du deine Mannschaft so geformt, dass sie deine Spielphilosophie verinnerlicht und im dritten Jahr geht der Erfolg los.

Ist es dennoch schwer für alle Beteiligten, sich dementsprechend in Geduld zu üben?

Ich bin der Meinung, dass das auch schneller gehen kann. Dazu brauchst du aber als Trainer optimale Bedingungen. Das heißt, es müssen alle zur Verfügung stehen. Jedoch soll das keine Ausrede sein. Wir alle arbeiten Woche für Woche hart an der Entwicklung, die jedoch Zeit braucht. Obwohl auch ich ein eher ungeduldiger Mensch bin, muss ich das akzeptieren.

Und: Es gibt ja gute Ansätze wie die Leistungen gegen die Top-Teams der Liga zeigen?

Richtig. Da hat man gesehen, was die Mannschaft kann. Gegen Böblingen haben wir bis zehn Minuten vor Schluss auf Augenhöhe gespielt und wurden vom Gegner für unsere Spielanlage gelobt. Das wurden wir aber schon des Öfteren. Das stimmt mich total positiv, denn das ist ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, es eben nur noch nicht komplett umsetzen können. Wir können uns aktuell natürlich vom Lob der Gegner nichts kaufen – Böblingen hat bisher eigentlich alle weggefegt, nur uns nicht. Wenn wir da die Punkte leider nicht einfahren, kann das zermürben. Ich denke aber, dass wir das gut einsortieren können und deshalb freue ich mich auf die Rückrunde, in der wir natürlich weiterhin auf Torfrau Cathrin komplett verzichten müssen.

Wie sieht es mit Neuzugängen, dem Nachwuchs oder Spielerinnen der zweiten Reihe aus?

Wir werden versuchen, die Jugendspieler in der Rückrunde weiter zu integrieren. Ansonsten bleibt der Kader für die Rückrunde so zusammen. Wir wollen die Spielerinnen, die uns zur Rückrunde zur Verfügung stehen, weiterentwickeln, die Spielidee weiter im Team verankern, so dass wir im besten Fall zur Rückrunde unsere Leistung über einen längeren Zeitraum abrufen können, um dann weitere Siege einfahren zu können.

Das bedeutet, dass die Stimmung im Team unverändert gut ist?

Was ich an dieser Stelle auf jeden Fall erwähnen möchte, ist die Trainingsbeteiligung der Mannschaft. Sie ist sensationell gut. Das zeigt mir, dass die Mädels Lust haben, sich zu entwickeln. Das macht Spaß und Freude. Nach Silvester bereiten wir uns auf das Dreikönigsturnier der HSG Friedrichshafen-Fischbach vor, das ein erster Leistungstest wird.

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