Probelaufen auf der Karlstraße von morgen

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Vor dem Teba-Gebäude können Passanten schonmal auf dem neuen Pflaster probelaufen, das in der Karlstraße verlegt werden soll.
Vor dem Teba-Gebäude können Passanten schonmal auf dem neuen Pflaster probelaufen, das in der Karlstraße verlegt werden soll. (Foto: lieg)
crossmedia Volontärin

Nicht nur verkehrsberuhigt soll die Karlstraße nach ihrer Sanierung in diesem Jahr sein, auch optisch soll die Einkaufsstraße möglichst ein Hingucker werden. Mit dazu beitragen sollen spezielle „gelb gesprenkelte“ Pflastersteine, die den Passanten zu Füßen gelegt werden. Wie das Ganze aussehen könnte, davon können sich Besucher der Tettnanger Innenstadt schon jetzt einen Eindruck verschaffen und auf Wunsch schonmal ein paar Schritte probelaufen. Denn seit Mitte Dezember gibt’s im unteren Bereich der Karlstraße eine kleine Kostprobe der geplanten Pflasterung.

Resultierend aus dem städtebaulichen Wettbewerb, der für die Neugestaltung der Karlstraße durchgeführt worden war, hatte man diese Art von Granitpflaster vorgesehen. Es soll zum einen hochwertig sein, zum anderen den Fußgängerbereich – durch das im Vergleich zu „normalen“ Steinen hellere Aussehen – optisch von der Fahrbahn abheben. „Obwohl das Pflastermaterial nicht ganz unserer Bestellung entspricht, sind wir trotzdem der Auffassung, dass man mit der Pflasterfläche das Prinzip sowie das optische Erscheinungsbild darstellen kann“, teilt Judith Maier, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, mit. „Es ist erst einmal eine grobe Orientierung, man sieht die Richtung, in die es gehen soll“, so Tiefbau-Fachbereichsleiter Horst Hölz.

Auch die Entwässerungsmulde, die in Zukunft auf beiden Seiten der Straße verlaufen soll, ist in der Musterpflasterung dargestellt. Diese soll jedoch die angestrebte Barrierefreiheit in keinster Weise verringern. Nicht verunsichern lassen sollen sich Bürger von der Querneigung der Pflasterfläche, diese „musste dem jetzigen Bestand angepasst werden. In der Regel soll die Querneigung später deutlich geringer ausgeführt werden“, so der Hinweis von Horst Hölz.

Herkunft macht Preisunterschied

Ebenfalls wissenswert: Das vor der Karlstraße 10 verlegte Pflaster kommt aus dem Bayerischen Wald, genauer gesagt aus Flossenbürg. „Das hat natürlich schon seinen Preis“, merkt Hölz an, wenn auch die Stadtverwaltung keine genauen Kosten nennt. Alternativ könnten die Steine beispielsweise auch aus Portugal oder China bezogen werden. Qualitativ sei dieses Pflaster vergleichbar, preislich könnte die Stadt jedoch bei der Wahl des Pflasters einiges einsparen, so die Ansicht von Stadtrat Fritz Tauscher (CDU).

„Ich bin bestimmt niemand, der sagt, man muss auf den letzten Cent schauen, aber bei der derzeitigen Haushaltslage sollte man schon überlegen, wofür man sich entscheidet“, regt er an. Ob das Pflaster aus Deutschland oder aber aus China oder dem nahen Osten bezogen werde, mache einen großen Unterschied, gibt er zu Bedenken. Ausgehend von einer Fläche von 5500 Quadratmetern, die es zu pflastern gelte, rechnet Tauscher mit einer Ersparnis von 40 bis 45 Euro pro Quadratmeter. „Das wären insgesamt um die 200000 Euro, da sollte man schon nochmal nachdenken, welches man nimmt – selbst wenn es nur 100000 Euro Ersparnis sind, ist das schon ein Haufen Geld“, so Tauscher. Klar sei jedoch, dass man für die Karlstraße definitiv ein hochwertiges Pflaster brauche, schließlich solle das Ganze später auch ein harmonisches Bild mit dem Bärenplatz abgeben.

Auf welches Pflaster die Wahl letztlich fällt, ist bislang noch offen. Kommende Woche startet die Ausschreibung der Bauarbeiten für die Karlstraßensanierung. Die Vergabe erfolgt im Gemeinderat am 8. März.

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