Platzkonzert-Reihe geht mit Sternmarsch zu Ende

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Crossmedia-Volontär

Forderung: Kapellen sollen hörbar sein

Einen Impuls für die Platzkonzerte erhofft sich der Tettnanger Andreas Waadt aus seinem Fingerzeig, dass – im Sinne der Zuhörer – die Qualität noch verbessert werden kann, was Optik und Akustik betrifft. Denn: „Die Konzerte sollen ja eine seriöse Sache sein, bei der die Qualität der Kapellen zur Geltung kommt.“

Konkret sagt der langjährige stellvertretende Musikschulleiter: „So sitzt ein Orchester nie.“ In Schieflage nach unten würden die Musiker zumeist zwischen Brunnen und Zebrastreifen platziert. Mit der Folge: Das Publikum sieht nur den Rücken des Dirigenten und die erste Reihe der Holzbläser.“

Ebenso gravierend für Andreas Waadt: Auch von der Akustik her entsteht eine Schieflage. Bass und Schlagzeug, die das Geschehen musikalisch zusammenhalten, treten ganz in den Hintergrund. Stattdessen sollte der Aufbau so sein, schlägt der Musikkenner vor, dass es nach hinten hochgeht – was am besten ein Podest gewährleisten könnte.

Nicht nur hier „sollte sich die Stadt einen Ruck geben“, hofft Waadt. Auch was das technische Equipment angeht, hat er einen Vorschlag. Nämlich, dass die Stadt als Veranstalter eine qualitativ gute Verstärkeranlage zur Verfügung stellt, auf die alle Kapellen zugreifen können. (rwe)

Mit dem traditionellen Sternmarsch sind die Tettnanger Platzkonzerte am Mittwochabend zu Ende gegangen. Das veranstaltende Tourist-Info-Büro (TIB) ist zufrieden mit dem Verlauf der Reihe, denkt aber auch über Veränderungen nach.

Zwischen 150 und 200 Musiker haben in den vergangenen drei Monaten an sieben Abenden jeweils eine Stunde lang auf dem Bärenplatz musiziert. Seit 1999 finden die Platzkonzerte statt. Zunächst noch im Wechsel am Bärenplatz und am Neuen Schloss. „Seit etwa 2005 wurden die Platzkonzerte dann fest auf dem Bärenplatz initiiert“, sagt Laura Bucher vom TIB. Normalerweise fallen etliche der Termine aus, weil schlechtes Wetter einen geregelten Auftritt verhindert hätte. In diesem Jahr musste das TIB aber nur eine Veranstaltung absagen. Das war am 13. Juni beim Auftritt des Musikvereins Obereisenbach. „Das ist eher ungewöhnlich“, sagt Bucher und ergänzt: „In den letzten Jahren hat es schon häufiger geregnet.“ Das TIB organisiert die Veranstaltungen. Die Terminfindung, Platzsperrung und die Gema-Anmeldung zählt Bucher dazu. „Aber die Hauptarbeit haben die Musikgruppen“, sagt sie. So müssten die Musiker das Programm für eine Stunde auf die Beine stellen, proben und die eigene Verstärkeranlage mitbringen. „Ohne die Kapellen wäre das nicht möglich“, sagt sie. Die Musikgruppen erhalten 150 Euro Aufwandsentschädigung für ein Platzkonzert und 125 Euro für die Teilnahme am Sternmarsch. Für schlechtes Wetter gibt es auch ein Ausfallhonorar.

Bei der Organisation der Kapellen fragt das TIB alle Musikgruppen in Tettnang an. Je nach Rückmeldung werden auch externe Gruppen angefragt. In diesem Jahr trat zum Beispiel am 15. August das Akkordeonorchester Meckenbeuren auf. Bei der allerersten Anfrage werde auch abgefragt, ob die Gruppe beim Sternmarsch in der letzten Ferienwoche spielen würde. Das mache man immer zu diesem Termin, weil da auch noch Besucher in der Stadt seien, sagt Bucher. In diesem Jahr war der Rücklauf allerdings nicht sehr groß. Die Stadtkapelle Tettnang, die Musikkapelle Tannau sowie der Fanfarenzug Graf Anton waren am Mittwochabend im Sternmarsch zum Bärenplatz hin unterwegs, was den vielen jungen und alten Besuchern auf dem Bärenplatz sichtlich gefiel.

Doch es gab auch schon Jahre, da waren fünf Gruppen angemeldet. „Es ist Hopfenernte und viele sind im Urlaub“, sagt Bucher und ergänzt: „Ob der Termin sinnvoll ist, muss man sich überlegen.“ Bei einer der angefragten Gruppen sei es auch so gewesen, dass die Musiker grundsätzlich spielfähig gewesen wären, der Dirigent aber im Urlaub war, erzählt Bucher. In diesem Jahr hätten besonders viele Besucher die Platzkonzerte besucht, sagt sie. „Das Wetter hat super mitgespielt.“ Zielgruppe der Konzerte seien Familien und Freunde der Musiker, Tettnanger Bürger und Besucher von außerhalb.

Für Verbesserungsvorschläge sei das TIB offen, sagt Bucher. Allerdings dürfe sich der Aufwand nicht zu sehr erhöhen. Eine Plattform in Form einer Bühne für die Musiker sei zum Beispiel eher schwierig umzusetzen. „Je nach Größe der Musikkapelle ist das recht aufwändig.“ Außerdem müsse eine solche Bühne auch über längere Zeit stehen bleiben können, da sich ein Auf- und Abbau für nur eine Stunde in der Woche kaum lohne. „Aber man kann sich das natürlich überlegen und auch mit den Musikkapellen besprechen“, so Laura Bucher.

Forderung: Kapellen sollen hörbar sein

Einen Impuls für die Platzkonzerte erhofft sich der Tettnanger Andreas Waadt aus seinem Fingerzeig, dass – im Sinne der Zuhörer – die Qualität noch verbessert werden kann, was Optik und Akustik betrifft. Denn: „Die Konzerte sollen ja eine seriöse Sache sein, bei der die Qualität der Kapellen zur Geltung kommt.“

Konkret sagt der langjährige stellvertretende Musikschulleiter: „So sitzt ein Orchester nie.“ In Schieflage nach unten würden die Musiker zumeist zwischen Brunnen und Zebrastreifen platziert. Mit der Folge: Das Publikum sieht nur den Rücken des Dirigenten und die erste Reihe der Holzbläser.“

Ebenso gravierend für Andreas Waadt: Auch von der Akustik her entsteht eine Schieflage. Bass und Schlagzeug, die das Geschehen musikalisch zusammenhalten, treten ganz in den Hintergrund. Stattdessen sollte der Aufbau so sein, schlägt der Musikkenner vor, dass es nach hinten hochgeht – was am besten ein Podest gewährleisten könnte.

Nicht nur hier „sollte sich die Stadt einen Ruck geben“, hofft Waadt. Auch was das technische Equipment angeht, hat er einen Vorschlag. Nämlich, dass die Stadt als Veranstalter eine qualitativ gute Verstärkeranlage zur Verfügung stellt, auf die alle Kapellen zugreifen können. (rwe)

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