Ortsverband Langnau-Laimnau/Neukirch feiert Jubiläum: VdK freut sich über sein Wachstum

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Ehrengast beim 70. Geburtstag des VdK Ortsverbands Langnau-Laimnau/Neukirch im Ritter-Arnold-Saal in Hiltensweiler ist VdK-Präsi
Ehrengast beim 70. Geburtstag des VdK Ortsverbands Langnau-Laimnau/Neukirch im Ritter-Arnold-Saal in Hiltensweiler ist VdK-Präsidentin Verena Bentele, hier mit ihrem Vater Peter Bentele. Im Vordergrund sitzt der VdK-Kreivorsitzende Malte Comdühr. (Foto: Siegfried Großkopf)
Siegfried Großkopf

Der Ortsverband Langnau-Laimnau/Neukirch hat am Samstag im Ritter-Arnold-Saal in Hiltensweiler im Beisein von Präsidentin Verena Bentele sein 70jähriges Bestehen gefeiert. Dort erinnerte der Vorsitzende des Ortsverbands, Guido Zürn, an das Gründungsjahr 1949, als sich Menschen fanden, denen zwar das Leid des Zweiten Weltkriegs noch in den Knochen steckte, und die dennoch halfen, dass jeder zu seinem Recht kommt.

„Im VdK ist niemand allein“, rief Zürn in den vollbesetzten Saal, als er die Erfolgsgeschichte des heutigen Sozialverbands streifte. Er verlas die Namen der Verantwortlichen im Ortsverband seit der Gründung und dankte ihnen für die Übernahme der Ehrenämter und sowie den Mitgliedern für ihre Treue. Sein Wunsch: Das „K“ im Namen für „Kriegsopfer“ möge nie mehr Bedeutung erlangen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele gratulierte und dankte jenen, die sich nach dem Krieg für die Hinterbliebenen eingesetzt haben. Die Aufgaben des VdK seien heute andere und der Verband so nötig wie damals. Sie erinnerte an Themen wie die Rentenreform, deren politische Durchsetzungsfähigkeit wichtig seien. Sie warb um Unterstützung für die Kampagne „Rente für Alle“, nachdem in Deutschland nicht alle Menschen eine Betriebsrente genießen oder privat vorsorgen können. Eine Forderung: Alle sollen in die Rentenversicherung einzahlen.

„Der VdK macht ganz viel tolle Arbeit“, freut sie sich darüber, dass im Verband Menschen mit und ohne Behinderung zu Themen wie Pflege, Barrierefreiheit, Rentenberatung und vieles mehr zusammenarbeiten. Ein „Einsamkeitsministerium“ brauche keiner, so lange es den VdK gebe, und: „Uns wird’s noch länger geben – denn uns braucht man noch in 100 Jahren“, sagte sie. Die Präsidentin ist „super gerne“ beim VdK, weil sie hier die Möglichkeit hat in Deutschland etwas zu verändern. „Heftig Danke“ sagte sie den Mitgliedern vor Ort – auch in Vorfreude auf die Party Ende des Jahres, wenn das zweimillionste Mitglied gefeiert werden soll.

Jürgen Neumeister, der stellvertretende Landesvorsitzende und Chef des VdK-Bezirksverbands Südwürttemberg-Hohenzollern, blickte ebenfalls auf 70 Jahre „im Sinn der Menschlichkeit“ und den Einsatz für sozial Benachteiligte zurück. Er hält die Mitglieder in den Ortsverbänden für unverzichtbar. Die Stärke des VdK sei seine Unabhängigkeit und Neutralität. Über zehn Millionen Euro an Nachzahlungen habe der Verband im vergangenen Jahr für seine Mitglieder erreicht, nachdem Tausende von Anträgen bearbeitet worden waren. Nach 70 Jahren sei der Auftrag des VdK noch nicht erledigt.

Jede Zeit bringe neue Aufgaben. Die Debatte um soziale Gerechtigkeit sei keine Neiddebatte, Ziel sei, dass keiner schuldlos in Armut fallen dürfe. „Wir brauchen jedes Mitglied“, warb Neumeister. 240 000 Mitgliedern erwartet der Verband bis Ende des Jahres in Baden-Württemberg. Nur ein großer Verband werde von der Politik gehört.

Kreisvorsitzender Malte Comdühr meinte im Rückblick, der VdK sei 1949 eigentlich als temporärer Verband gedacht gewesen. Die Ansicht habe vorgeherrscht, dass in den 1980er und 90er Jahren der VdK nicht mehr gebraucht werde. Heute allerdings sei der VdK nötiger als je zuvor. Auf allen Ebenen setze sich der Verband für soziale Gerechtigkeit ein. So bedauerte er, dass heute jeder dritte Rentner allein lebt und durch Depression und Alkohol gefährdet ist. „Kommen Sie zum VdK“, rief er ihnen zu.

Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter, von Moderator Manfred Ehrle als „Stadtverwalter Walter“ angekündigt, hält den VdK für „etwas Besonderes“. Während andere Verbände an Mitgliederschwund litten, lege der VdK zu. Nicht nur in Tettnang, sondern in der gesamten Gesellschaft leiste er Lobbyarbeit für Schwächere. Walter kritisierte in diesem Kontext die „Altersvorsorge für Landwirte“, die er ein „Armutszeugnis“ nannte. Er bedauerte, dass Menschen, die das größte Recht hätten, sich auf Ämtern Hilfe zu holen, sich nicht trauten. Um sie kümmere sich in rauer werdendem gesellschaftlichen Klima der VdK.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Neukirch, Beate Gauggel, lobte die kompetente Beratung in den Ortsverbänden und dafür, vom Ortsverband Langnau-Laimnau im vergangenen Jahr ohne Zögern aufgenommen worden zu sein. Die Vorsitzende des Ortsvereins Tettnang, Helga Wandel, hatte ein Geburtstagsgeschenk dabei. Für Unterhaltung sowohl musikalisch als auch dichterisch sorgten das Pfänder-Trio, Ingrid Koch und Günther Bretzel. Für Kuchen sorgten die Frauen des CDU-Ortsverbandes, für die Organisation die Soldatenkameradschaft.

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