Netzsicherheit: Polizei klärt Eltern auf

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Cybermobbing wird zu einem immer größeren Problem. Es ist aber längst nicht das einzige. „Würde jeder anzeigen, was in den Medie
Cybermobbing wird zu einem immer größeren Problem. Es ist aber längst nicht das einzige. „Würde jeder anzeigen, was in den Medien falsch läuft, dann könnten wir dafür ein eigenes Revier aufmachen“, sagt Achim Kruzinski, der seit September vergangenen Jahres im Referat Prävention der Polizei Konstanz arbeitet. (Foto: Imago)
Johannes Kienzler

„Eltern sind in der Pflicht, auf die Medienaktivitäten ihrer Kinder zu achten.“ Diese Meinung vertritt Achim Kruzinski vom Referat Prävention der Polizei Konstanz, der am Donnerstag in der Aula des Tettnanger Montfortgymnasiums durch den Elternabend „Medienwelten Jugendlicher“ geführt hat. Im Mittelpunkt des Abends standen die Themen Passwortsicherheit, Urheberrecht, Internetabzocke und Cybermobbing, das laut Manfred Heller, Leiter der Schulsozialarbeit Tettnang, zu einem immer größeren Problem an den Schulen wird.

„Die Kinder dürfen im Internet nicht sich selbst überlassen werden“, mahnte Heller. Das sei unverantwortlich, geschehe aber oftmals. Aus diesem Grund initiieren er und seine Kollegen schon seit rund zehn Jahren in Kooperation mit der Polizei Konstanz einen Präventionselternabend zur Mediensicherheit, der den Eltern verdeutlichen soll, dass sie sich mit der Medienthematik befassen müssen, um dessen Gefahren zu durchblicken.

„Man braucht Zugriff auf das Handy und den Computer seiner Kinder“, erklärte der Präventionsbeamte Kruzinski. Das klinge nach Kontrolle, sei angesichts der Gefahren, die auf Kinder und Jugendliche im Internet lauern, aber unabdingbar.

Unterschiede in Mediennutzung

Mädchen, die prinzipiell in sozialen Medien aktiv sind, seien besonders gefährdet, in Onlineforen an strafwidrig ältere Chatpartner zu geraten. Oftmals würden dann intime Bilder oder das Einschalten der Webcam gefordert. Aber auch nach der Adresse und der Handynummer werde oft gefragt. Alles Anzeichen, die Eltern misstrauisch machen müssen, so Kruzinski.

Jungen hingegen sähen sich laut dem Beamten vermehrt mit „gewaltverherrlichenden Egoshooter-Spielen“ konfrontiert. Hier sollten sich die Eltern über die offizielle Altersbeschränkung der Spiele und über deren Inhalt informieren.

In allen Fällen seien Kontrolle und Kommunikation die Lösung – und wenn notwendig auch Verbote, so Kruzinski. Die illegale Verbreitung von Fotoaufnahmen und Mobbing über Whats-App seien hingegen Probleme, von denen beide Geschlechter betroffen sind. Da sich viele Kinder und Jugendliche in solchen Fällen vor den Eltern verschließen, ist auch hier eine offene Kommunikation mit seinem Kind wichtig.

Armin Kruzinski und seine Kollegen bieten in den Schulen im Bodenseekreis verschiedene Aufklärungsangebote an. In den vierten Klassen ist es der Radführerschein, wohingegen man in den siebten Klassen mit der Medienprävention beginnt. In den neunten Klassen geht es dann vermehrt um Drogen-, Alkohol- und Gewaltprävention.

Abseits der Schulen werden auch Seniorenpräventionen angeboten, bei denen Interessierte über die Gefahren von falschen Polizeibeamten oder dem Enkeltrick aufgeklärt werden.

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