Montfort-Museum fragt nach schönster Schützenscheibe

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Schützenscheibe von 1840 - Im Montfortmuseum gibt es derzeit einige Schätze zu bewundern.
Schützenscheibe von 1840 - Im Montfortmuseum gibt es derzeit einige Schätze zu bewundern. (Foto: Roland Weiß)

Bei dem Wettbewerb, mit dem die schönste Scheibe ermittelt werden soll, gibt es zwei Preise zu gewinnen, die unter allen Teilnehmern verlost werden: 1. Preis: Tettnang-Gutschein im Wert von 15 Euro und drei tolle Bücher. 2. Preis: drei tolle Bücher, nämlich: „Das Bahnbuch – 100 Jahre Strom und Zugverbindung Tettnang – Meckenbeuren“ im Wert von fünf Euro, „Historischer Luftbildatlas Tettnang“ im Wert von 22 Euro und „Tettnang – Ansichten einer Stadt“ im Wert von 15 Euro. Die Karten kann man im Montfort-Museum bis zum 31. August einwerfen.

Welche Schützenscheibe ist die schönste? Das fragt das Montfort-Museum und lädt zur Begutachtung der 18 Exponate ins Obergeschoss ein. Der Wettbewerb läuft noch bis Ende August, die Schwäbische Zeitung hat bei Museumsleiter und Stadtarchivar Florian Schneider nachgefragt, was es damit auf sich hat.

„Unser neuer Ansatz ist es, das Museum für die Besucher nicht rein passiv zu gestalten, sondern bewusst aktive Elemente einzubinden“, sagt der 36-Jährige, der seit August im Amt ist. Eine Leseecke mit heimatkundlichen Publikationen gehört ebenso dazu „wie unser wiedererstandener Sonderausstellungsraum (aktuell mit der Ausstellung „biomorph“ von der Tettnanger Künstlerin Ulrike Kurz)“. Zudem ist es möglich, an einem historischen Sekretär ausliegende Postkarten zu schreiben, die das Museum kostenlos versendet. „Ein Besuch in unserem Museum soll in positiver Erinnerung bleiben“, bringt Schneider es auf den Punkt.

Als „Aufhänger“ dient eine Sammlung, die es schon längere Zeit gibt und die aus den Beständen der Schützengilde Tettnang stammt, wie Schneider von seiner Vorgängerin Angelika Barth erfahren hat.

Die Schützenscheiben als solche nennt Schneider „interessante historische Quellen ihrer Entstehungszeit“, die den jeweiligen Zeitgeist dokumentieren. „Die Motive drücken durch Schlösser oder Burgen Heimatverbundenheit aus, bezeugen freudige Anlässe wie Hochzeiten oder Jubiläen, aber auch militärische Motive aus der Zeit des 2. Weltkriegs sind belegt“, umreißt er das breite Spektrum – wobei letztere aus Platzgründen aktuell nicht in der Ausstellung vorkommen.

Gestiftet wurden die Scheiben beispielsweise zum „Abschießen“ - laut Schneider ein alter Schützenbrauch, der im Herbst die Saison beendete. Gegenstück war das „Anschießen“ im Frühjahr.

Einer der Scheiben ist zu entnehmen, dass die Tettnanger Schützentradition mindestens bis ins Jahr 1549 zurückreicht. Aus diesem Jahr ist der Flurname „Schützenreuti“ bekannt – ein Hinweis auf das im Mittelalter als Wehrertüchtigung verstandene Schießen. Weiter heißt es: „Die Grafen veranstalteten mehrtägige Freischießen, bei denen hohe Preisgelder (20 Gulden) zu gewinnen waren.“ Was für die Jahre um 1740 belegt ist und als Einladung an Bürgerschaft und Landschaft ausgesprochen war. Gewonnen hat jedoch im Jahr 1739 der städtische Büchsenmeister.

Schützengilde 1736 gegründet

Wenngleich die Schützengilde Tettnang 1736 als ihr Gründungsjahr in Anspruch nimmt, hatte das Schießen doch schon lange vorher Bedeutung. Schon für 1660 ist die Beteiligung der Schützen an der Fronleichnamsprozession bezeugt. Und bereits 1580 hatten die Montfort-Grafen die Nachbarn zu einem geselligen Armbrustschießen eingeladen.

Mit dem jetzigen Wettbewerb soll die Erinnerung ans Schützenwesen übrigens keineswegs ad acta gelegt sein. „Möglicherweise nehmen wir das Wahlergebnis zum Anlass, künftig alternative Schützenscheiben aus dem Depot zu präsentieren“, sagt Florian Schneider und kann sich auch eine Sonderausstellung zum Thema „Schützenwesen“ unter Beteiligung der Schützenvereinigungen im gesamten Gemeindegebiet vorstellen.

Bei dem Wettbewerb, mit dem die schönste Scheibe ermittelt werden soll, gibt es zwei Preise zu gewinnen, die unter allen Teilnehmern verlost werden: 1. Preis: Tettnang-Gutschein im Wert von 15 Euro und drei tolle Bücher. 2. Preis: drei tolle Bücher, nämlich: „Das Bahnbuch – 100 Jahre Strom und Zugverbindung Tettnang – Meckenbeuren“ im Wert von fünf Euro, „Historischer Luftbildatlas Tettnang“ im Wert von 22 Euro und „Tettnang – Ansichten einer Stadt“ im Wert von 15 Euro. Die Karten kann man im Montfort-Museum bis zum 31. August einwerfen.

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