Mit viel Spaß zeigen, was man kann

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Bläserkonzert der Musikschule Tettnang in Obereisenbach: Ein buntes Bild bietet das Blockflötenorchester unter Hanna Kaiser.
Bläserkonzert der Musikschule Tettnang in Obereisenbach: Ein buntes Bild bietet das Blockflötenorchester unter Hanna Kaiser. (Foto: Helmut Voith)

Ein randvoller Parkplatz und fröhliches Kindergewusel am späten Samstagnachmittag beim Freibad in Obereisenbach, dabei war’s zum Baden viel zu kalt. Alle strebten in die Halle daneben, denn dorthin hat die Musikschule Tettnang zum Bläserkonzert eingeladen.

Das gleiche Gewusel herrschte auch in der Halle, wo auf der Bühne noch eifrig geprobt wurde. Nach der Begrüßung durch Musikschulleiter Wolfram Lutz kam zuerst das Blockflötenorchester unter der Leitung von Hanna Kaiser dran. Ein hübsches Bild gaben die Kinder in ihren bunten T-Shirts ab, doch wichtiger noch waren die Töne aus ihren Blockflöten. Da ließen sie beim Ameisen Boogie die Tierchen wuseln und in kleinen Soli Einzelne aus der Reihe tanzen. Stolz verließen nun die Jüngsten die Bühne und die Fortgeschrittenen durften mit „Play seven“ und „Good news“ etwas anspruchsvollere Stücke spielen, wobei tiefe Blockflöten den Klang noch farbiger machten, während Hanna Kaiser ihre Schar vom Keyboard aus begleitete.

Ermutigt von ihrem neuen Leiter Karlheinz Vetter stellten zwei Ansagerinnen selbstbewusst die Bläserwerkstatt (bis elf Jahre) vor: „Dass wir schon so gut spielen können, liegt an unseren Lehrern und an unserem fleißigen Üben.“ Wie die Großen standen die Trompeten in einer Reihe zur Eingangsfanfare der „Ode an Europa“, kontrastreich kam Beethovens Ode an die Freude über die Rampe. Man hörte den Spaß am Spiel und wollte am liebsten gleich mitsingen, als Pippi Langstrumpfs Lied folgte. Mitmachen hieß es beim Kinderlied „Wenn der Elefant in die Disco geht“ – da haben die Zuhörer sich nicht zweimal bitten lassen, aufzustehen, mitzutrampeln und mitzuklatschen. Hier wie bei den folgenden Ensembles hatten die jungen Musiker nach herzlichem Applaus noch zwei Zugaben in petto.

Mit einem Strauß keltischer Tänze und Volksmelodien überraschte das Vororchester der zwölf- bis 14-Jährigen unter Ulrich Hegele. Noch größer war jetzt der Farbenreichtum im Ensemble, aus dem sich Soli heraushoben. Deutlich kamen die verschiedenen Stimmungen der John Williams Trilogie zum Tragen, vom Jurassic Park über Schindlers Liste zum schmissigen Raiders March. Zündend kam der Hit „We Are The World“ herüber.

Würde das Jugendblasorchester für Spieler ab 13 das noch toppen? Aber klar, denn hier sitzen die jungen Musiker schon auf dem Sprungbrett in die Stadtkapelle oder ihre jeweiligen Vereine. Die Bläser füllten fast die ganze Bühne und zeigten unter dem energischen Dirigat von Ulrike Miller-Betzitza, dass sie bereits ein ernstzunehmender Klangkörper sind. In allen Farben leuchtete die Titelmelodie der „Magnificent Seven“, schön herausgearbeitet waren die unterschiedlichen Teile von Jacob de Haans „Dakota – Indian Sketches“ von der Büffeljagd bis zum traurigen Ende. „Schützen Sie Ihre Ohren, denn jetzt lassen wir’s krachen“, war die Ansage für das Metal-Arrangement. Mit voller Power ging’s zur Sache und entsprechend war der Applaus.

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