Mit dem Räuber unterwegs in Pfullendorf anno 1820

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Der Grandscharle heißt die Teilnehmer des Ausflugs in Pfullendorf willkommen.
Der Grandscharle heißt die Teilnehmer des Ausflugs in Pfullendorf willkommen. (Foto: Peter Moosbrugger)
Peter Moosbrugger

Auf eine unterhaltsame und kurzweilige Zeitreise haben sich Mitglieder und Gäste des Förderkreises Heimatkunde bei der Exkursion nach Pfullendorf begeben. Anlässlich einer Räuberführung waren die Tettnanger auf einem zweistündigen Rundgang durch die Stadt unterwegs.

Geführt wurde die Gruppe vom Ganoven „Grandscharle“, der, standesgemäß gekleidet, einiges über das Räuberleben und die Lebensbedingungen jener Zeit zu erzählen wusste. Im perfekten Rotwelsch, der deutschen Gaunersprache, begrüßte Grandscharle die Teilnehmer. Im Verlauf der Führung brachte er ihnen verschiedene Grundbegriffe und Ausdrücke bei, die oft zum Lachen und Schmunzeln anregten. Aber nicht nur die Sprache, sondern auch die Symbolsprache dieser Bevölkerungsgruppe, die Zinken, wurde praktisch angewandt und erläutert.

Grandscharle verstand es gut, ein farbiges Bild jener Zeit zu malen. Armut, Arbeitslosigkeit und Hungersnot trieben viele Menschen damals zu einem Leben auf der Straße. Zum Betteln, Betrügen und Stehlen – eben zu einem Leben als Ganove und Räuber. Dabei war es sicher der letzte Ausweg, um zu überleben.

Gewappnet für das Räuberleben bestanden die Teilnehmer am Ende der Führung den Abschlusstest leicht und konnten das Erfahrene und Gelernte bei der Einkehr im Café gemeinsam vertiefen.

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