Mehr Gerechtigkeit für gesellschaftlichen Zusammenhalt

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Landtagsabgeordneter Manne Lucha, Bundestagskandidat Markus Böhlen, Antje von Dewitz, Geschäftsführerin Vaude und Moderator Chr
Landtagsabgeordneter Manne Lucha, Bundestagskandidat Markus Böhlen, Antje von Dewitz, Geschäftsführerin Vaude und Moderator Christian Knapp. (Foto: Hans Schöpf)
Schwäbische Zeitung

- Was kann die Politik für mehr Chancen- und Verteilungsgerechtigkeit tun? Dies ist bei der grünen Veranstaltung im Spargelhof Geiger am Montag diskutiert worden. Der Tettnanger grüne Ortsverband hatte zum Gespräch über „Gerechtigkeit?! Kein Problem!?“ eingeladen. Neben Markus Böhlen, dem Bundestagskandidaten der Grünen im Bodenseekreis, nahmen Manne Lucha als Landtagsabgeordneter und Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude, zu den wichtigen Fragen Stellung.

Mehr als 40 Gäste interessierte der Abend, durch den Moderator Christian Knapp führte. Die drei Teilnehmer gingen sowohl auf die Fragezeichen, als auch auf die Ausrufezeichen konkret ein. Sie nannten Beispiele, wo es an Gerechtigkeit in der Gesellschaft noch mangelt. Deutlich formulierte zu Beginn Manne Lucha, der natürlich allen als Minister für Soziales und Integration bekannt ist, wie Politik und Gesellschaft zu mehr Gerechtigkeit beitragen können und auch bereits in Baden-Württemberg erfolgreich tun. Frühzeitiges Eingreifen, flächendeckende Unterstützung will auch Markus Böhlen erreichen. Später koste es viel Ernergie und Zeit, um Schüler oder junge Erwachsene nachträglich fit zu machen.

„Gemeinsames Großwerden macht die Herkunft unerheblich“, ist die Erfahrung von Antje von Dewitz mit Blick auf den weithin bekannten Betriebskindergarten ihres Unternehmens, dessen Finanzierung sich Vaude mit der Stadt Tettnang teilt. Zudem sei sie ein „Fan von Ganztagesschulen“ sagte sie, immer wieder vom Beifall der zahlreich erschienenen Interessierten unterbrochen.

Dass „Bildung, Bildung, Bildung“ der Schlüssel zu mehr Chancen-Gerechtigkeit ist, darin waren sich Lucha und von Dewitz mit Markus Böhlen einig, der als Berufsschullehrer viel pädagogische Erfahrung mitbringt. Er begegnet Jugendlichen, die von zu Hause nicht oder kaum gefördert werden. Manne Lucha erklärte, wie grüne Bildungspolitik im Ländle den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Blick habe. „Besonders für Kinder aus ärmeren, bildungsfernen Familien halten wir Förderungsmöglichkeiten bereit, um Armutsmuster zu brechen und Biographien zu stärken.“ Einig waren sich die drei Diskutierenden auch darin, dass pädagogische Berufe aufgewertet, besser entlohnt und attraktiver gemacht werden sollten.

Um mehr „Verteilungsgerechtigkeit“ zu erreichen, sollte man den Fokus nicht auf die umstrittene Vermögenssteuer richten, schlug Lucha vor. Besser sei es, effektivere Maßnahmen gegen Steuerflucht bzw. für die Transaktionssteuer im Blick zu haben. Bundestagskandidat Böhlen forderte, dass vor allem die unteren und mittleren Einkommensgruppen stärker entlastet werden müssten: „Wenn einer Hartz IV beantragt, muss er alles offenlegen – bei vielen Reichen haben wir keine Ahnung, wieviel sie wirklich besitzen“. Böhlen versprühte Optimismus, als er die engagiert mitdiskutierenden Besucher verabschiedete: „Unsere Ideen sind so gut, sie werden sich durchsetzen“.

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