Interview an Stehtischen
Pfingstweidvorstand Lars Kehling (links) begrüßt Minister Manne Lucha (rechts). Mit auf dem (Foto: Mark Hildebrandt)

Darum geht es bei Pfingstweid und St. Anna

Die Idee, nicht nur Menschen mit Handicap auf dem Gelände der Diakonie Pfingstweid zu betreuen, sondern hier auch ein Wohnquartier zu verwirklichen, ist Bestandteil des „Masterplans 2030“. Darin beschreibt die Diakonie die Entwicklung ihres Kerngebiets. Möglich wird dies durch den Zwang zur Dezentralisierung durch den Gesetzgeber. Inklusion soll in Zukunft durch Teilhabe in kleineren Einheiten möglich sein, und zwar in externen Wohngruppen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass Flächen frei sind. Derzeit entstehen in einem ersten Schritt zwei pflegegerechte Häuser mitsamt Begegnungsoasen und einem Aktivspielpark. Bis 2030 sollen dann im westlichen und östlichen Teil des Geländes Wohngebäude entstehen. Dahinter steckt im Grunde das Konzept, nicht nur Menschen mit Behinderung durch externe Wohngruppen zu integrieren, sondern dies durch das entstehende Quartier auch den Bewohnern des jetzigen Kerngeländes zugute kommen zu lassen. Elemente wie der Aktivspielpark oder die Begegnungsoasen sollen so alle Menschen vor Ort nutzen. Inklusion soll auf diese Weise direkt vor Ort möglich sein. Architektonisch sollen die beiden pflegegerechten Häuser schon die Brücke ins neue Quartier schlagen.

Im Jahr 2016 begannen die ersten Planungen für das St.-Anna-Quartier, im Januar diesen Jahres sind bereits alle Bewohner eingezogen. Für das außergewöhnliche Wohnbauprojekt haben sich die Stadt Tettnang, die katholische Kirchengemeinde St. Gallus, die Stiftung Liebenau, der Bau- und Sparverein Ravensburg und die Baugenossenschaft Familienheim Schwarzwald-Heuberg zusammengetan. Auf dem ehemals kirchlichen Gelände, das die Kirche der Stadt im Zuge der sogenannten Erbpacht zur Verfügung stellte, sind daraus 127 genossenschaftliche Mietwohnungen entstanden. Das Ziel war es, ein Quartiersprojekt mit der St.-Anna-Kapelle als Mittelpunkt zu schaffen. Zentral dabei war, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen und eine Durchmischung zu erwirken. Nur durch die Kooperation der verschiedenen Partner konnten die Gesamtkosten von rund 21 Millionen Euro gestemmt werden. Im St.-Anna-Quartier befinden sich sowohl Wohngruppen der Stiftung Liebenau für Menschen mit Handicap, als auch Wohnungen für einkommensschwache Familien oder Alleinerziehende sowie regulär am Mietspiegel orientierte Mietwohnungen. (hil/lieg)

Erster Stopp war die Diakonie Pfingstweid, auf deren Kerngelände innerhalb der nächsten Jahre Wohngebäude entstehen sollen. Im Anschluss ging es dann in Richtung St. Anna-Quartier.

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Darum geht es bei Pfingstweid und St. Anna

Die Idee, nicht nur Menschen mit Handicap auf dem Gelände der Diakonie Pfingstweid zu betreuen, sondern hier auch ein Wohnquartier zu verwirklichen, ist Bestandteil des „Masterplans 2030“. Darin beschreibt die Diakonie die Entwicklung ihres Kerngebiets. Möglich wird dies durch den Zwang zur Dezentralisierung durch den Gesetzgeber. Inklusion soll in Zukunft durch Teilhabe in kleineren Einheiten möglich sein, und zwar in externen Wohngruppen. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass Flächen frei sind. Derzeit entstehen in einem ersten Schritt zwei pflegegerechte Häuser mitsamt Begegnungsoasen und einem Aktivspielpark. Bis 2030 sollen dann im westlichen und östlichen Teil des Geländes Wohngebäude entstehen. Dahinter steckt im Grunde das Konzept, nicht nur Menschen mit Behinderung durch externe Wohngruppen zu integrieren, sondern dies durch das entstehende Quartier auch den Bewohnern des jetzigen Kerngeländes zugute kommen zu lassen. Elemente wie der Aktivspielpark oder die Begegnungsoasen sollen so alle Menschen vor Ort nutzen. Inklusion soll auf diese Weise direkt vor Ort möglich sein. Architektonisch sollen die beiden pflegegerechten Häuser schon die Brücke ins neue Quartier schlagen.

Im Jahr 2016 begannen die ersten Planungen für das St.-Anna-Quartier, im Januar diesen Jahres sind bereits alle Bewohner eingezogen. Für das außergewöhnliche Wohnbauprojekt haben sich die Stadt Tettnang, die katholische Kirchengemeinde St. Gallus, die Stiftung Liebenau, der Bau- und Sparverein Ravensburg und die Baugenossenschaft Familienheim Schwarzwald-Heuberg zusammengetan. Auf dem ehemals kirchlichen Gelände, das die Kirche der Stadt im Zuge der sogenannten Erbpacht zur Verfügung stellte, sind daraus 127 genossenschaftliche Mietwohnungen entstanden. Das Ziel war es, ein Quartiersprojekt mit der St.-Anna-Kapelle als Mittelpunkt zu schaffen. Zentral dabei war, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen und eine Durchmischung zu erwirken. Nur durch die Kooperation der verschiedenen Partner konnten die Gesamtkosten von rund 21 Millionen Euro gestemmt werden. Im St.-Anna-Quartier befinden sich sowohl Wohngruppen der Stiftung Liebenau für Menschen mit Handicap, als auch Wohnungen für einkommensschwache Familien oder Alleinerziehende sowie regulär am Mietspiegel orientierte Mietwohnungen. (hil/lieg)

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