Loretostraße soll noch mehr zu einer Einbahnstraße werden

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Eigentlich darf hier kein Auto in Richtung der Kapelle fahren. Die Loretostraße ist in diese Richtung nämlich nur für Radfahrer
Eigentlich darf hier kein Auto in Richtung der Kapelle fahren. Die Loretostraße ist in diese Richtung nämlich nur für Radfahrer und Busse freigegeben. (Foto: Thilo Bergmann)
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Die Verkehrsregelung in der Loretostraße hat in der Vergangenheit immer wieder für Diskussionen gesorgt – das soll jetzt ein Ende haben. Die Problematik zu dem wenige Meter langen Stück „unechter Einbahnstraße“ ist vielschichtig. Bald soll deutlich weniger Verkehr zwischen Manzenberg und Loretokapelle herrschen.

Eigentlich ist es einfach. Das kreisrunde rote Schild mit dem weißen Balken und die Zusatzschilder bedeutet „Einfahrt verboten“ – außer man ist mit dem Bus oder dem Fahrrad unterwegs. Doch nicht alle halten sich daran. Viele Autofahrer, die vom Manzenberg, also der Hermanstraße, aus unterwegs sind, fahren einfach weiter. Eine Verkehrszählung der Stadt Tettnang hat ergeben, dass in Spitzenzeiten an zwei Tagen im Februar bis zu 18 Fahrzeuge pro Stunde unerlaubter Weise durch die Straße gefahren sind.

Erschwerte Polizeikontrollen

Das Besondere: Nur wenige Meter legen sie dabei tatsächlich irregulär zurück, denn ab der Einmündung Graf-Ulrich-Straße direkt hinter dem Zebrastreifen ist die Einfahrt auf die Loreto-Straße erlaubt – und zwar in beide Richtungen. Genau dieser Umstand hat es der Polizei in der Vergangenheit sehr schwer gemacht, die Fahrer zu kontrollieren, berichtet die Stadt. Denn woher sollten die Beamten wissen, wer das Schild ignoriert und wer aus der Graf-Ulrich-Straße gekommen ist.

Das Abbiegen aus der Graf-Ulrich-Straße nach rechts und damit in Richtung Loretokapelle, soll zukünftig verboten sein, findet die Stadtverwaltung. Teilweise gefährliche Begegnungen im beengten Bereich vor der Loretokapelle sollen dadurch verringert werden, und Autofahrer sollen sich bewusst sein, dass sie nicht nur 20 Meter, sondern rund 140 Meter als Falschfahrer unterwegs sind. Außerdem kann dann auch eher durch die Polizei kontrolliert werden. Denn zukünftig ist jeder reguläre Autofahrer illegal unterwegs.

Dieses Schild könnte bald verschwinden, wenn die Verkehrsbehörde mitspielt.
Dieses Schild könnte bald verschwinden, wenn die Verkehrsbehörde mitspielt. (Foto: Thilo Bergmann)

Eigentlich war diese Regelung mit dem Bau der innerstädtischen Entlastungsstraße genau so angedacht – auch der Beschluss des Gemeinderats ging damals nach Auskunft von Bruno Walter in diese Richtung. Umgesetzt wurde dann aber die jetzt geltende Regelung, „um es den Anliegern der Graf-Ulrich-Straße recht zu machen“, sagt Marco Pudimat von der Stadtverwaltung.

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses stimmten für die Änderung und gaben einen weiteren Wunsch mit auf den Weg. Hinter der Kreuzung mit der Graf-Ulrich-Straße steht ein blaues Schild mit einem roten und weißen Pfeil (Vorrang vor dem Gegenverkehr). Das Verkehrszeichen steht wegen der Engstelle vor der Loretokapelle am Straßenrand. Dieses Schild, so die Vermutung einiger, würde Autofahrer zur Durchfahrt animieren, weil es suggeriere, dass eine Durchfahrt erlaubt sei. Die Stadtverwaltung will nun in Zusammenarbeit mit der Verkehrsbehörde prüfen, ob das Schild abgebaut werden kann.

Sollte der Rat der Empfehlung des Ausschusses folgen, darf aus der Graf-Ulrich-Straße zukünftig nur noch nach links in die Loretostraße abgebogen werden. Busse und Radfahrer haben aber weiterhin freie Fahrt Richtung Martin-Luther-Straße.

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