Loretokapelle ist wieder ein Schmuckkästchen

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Loretokapelle ist wieder ein Schmuckkästchen (Foto: Hornikel)
Schwäbische Zeitung
Helmut Hornikel

Das vorwinterliche Schmuddelwetter zur Wiedereröffnung der Loretokapelle hat den Festorganisatoren manche Änderungen auferlegt. Während der Festgottesdienst in die Kapelle verlegt werden musste, hat man den abschließenden Stehempfang mit Wechsel zu wärmenden Getränken unter das schützende Dach des Umgangs verlegt. Die Festesfreude über den gelungenen Sanierungsabschluss nach Jahrzehnten der Flickschustereien war bei den Gekommenen unübersehbar, und es war sehr eng geworden, als die Abordnung der Stadtkapelle beim Einzug der Festzelebranten „Die Himmel rühmen“ intonierte und „Ein Haus voll Glorie“ erklungen war. Der Loreto-Kindergarten präsentierte dazu seine Version mit „Wir feiern heut ein Fest“.

„Fein ist sie geworden, die Loretokapelle, und es ist schön, heutzutage eine so vollbesetzte Kirche anzutreffen“, freute sich Pfarrer Hagmann, der Dekan Reinhard Hangst, Bürgermeister Bruno Walter, Thomas Wagner von der evangelischen Nachbargemeinde begrüßte und Paul Geiger für seine Verdienste am liebsten zum Ehrenkaplan von Loreto ernannt hätte.

1627 aufgrund eines Gelöbnisses von Gräfin Euphrosina gebaut und eingeweiht, ist die Loretokapelle die älteste ihrer Art in Württemberg. Anlass für Pfarrer Hagmann, an die sich damals ankündigende Zeit mit Krieg, Plünderung, Pest zu erinnern, aber auch über ein Stück Stadtgeschichte und Menschengeschichte mit Gott – als ein Wegzeichen, wohin wir letztlich unterwegs sind.

In seiner beeindruckenden Ansprache bezeichnete Dekan Reinhard Hangst Kirchen und Kapellen als Geschenk für die Menschen. Auch hierher sind sie gekommen in diesen 385 Jahren, haben diesen Ort der Stille gefüllt mit Gebeten, Bitten, Schuld, Sühne, Festen. „Auch wenn Gott allgegenwärtig ist – in diesen Häusern kommen wir zu ganz anderen Gedanken, erfahren wir Gott als tragfähiges Fundament unseres Lebens“, fasste der Dekan zusammen und ermunterte dazu, wie Maria zu Gott ja zu sagen.

Paul Geiger, dem 2. Kirchengemeinderatsvorsitzenden von St. Gallus, blieb es vorbehalten, einer großen Schar der an der Sanierung Beteiligten zu danken, Spendern, den Handwerkern für ihre Kunst, dem Bauausschuss, Architekten und den Nachbarn für ihre zwei Jahre andauernde Geduld. Zufrieden stellte er fest, dass man ein gut bestelltes kleine Gotteshaus wieder übergeben kann an die nächsten Generationen. Ein besonderer Dank galt auch der Stadtkapelle für ihr Spiel auf der Empore unter beengten Verhältnissen.

Hernach wurden noch die Zeittafeln im rückwärtigen Teil der Kapelle studiert und für später nochmals vorgemerkt. Dem nasskalten Wetter gemäß genossen die meisten auf die Schnelle etwas Glühwein mit Gebäck und machten sich zeitig auf den Heimweg. Für die Schaffer und Instandsetzer hatte die Gallus-Pfarrei noch zu einem Imbiss ins Gemeindezentrum eingeladen.

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