„Lösungen statt Panikmache“: Tettnanger befassen sich mit Wegen zur Energiewende

 Die Energiewende ist Thema eines Vortrags in Tettnang.
Die Energiewende ist Thema eines Vortrags in Tettnang. (Foto: Oliver Berg/dpa)
Schwäbische.de

Im Juli 2022 fand in Tettnang auf ehrenamtliche Initiative hin das „Regionale Klimagespräch“ statt. In Folge dieses Treffens haben sich einige Gruppen zu verschiedenen Projektideen gebildet. So zeigte sich Melanie Friedrich von der Anlaufstelle für Bürgerengagement der Stadt erfreut, dass im Rahmen dieser Aktivitäten nun ergänzend ein Vortrag zur Umsetzung der Energiewende angeboten werden konnte. Unter dem Motto „Lösungen statt Panikmache“ stellte Manfred Moosmann ein realistisches Szenario für die künftige Energiewirtschaft in Deutschland vor.

Auf Basis von belastbaren Daten erklärte der Referent, dass der Anteil von Windenergie bei aktuell nur etwa fünf Prozent und von Photovoltaik bei etwa zwei Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs liege, heißt es in einer Pressemitteilung. Diese Anteile müssten im Verbund mit geeigneten Speichertechnologien deutlich gesteigert werden. Dafür seien riesige Mengen an Rohstoffen erforderlich, die zu neuen Abhängigkeiten auf dem Weltmarkt führen würden.

Ziel: energiepolitisches Leitbild für Tettnang

Ergänzend müsse weiterhin ein großer Anteil der Energie importiert werden, vorzugweise in Form von wasserstoffbasierten Energieträgern. Mit importierten E-Fuels und E-Methan ließen sich konventionelle Fahrzeuge und Heizungen klimafreundlich betreiben, ohne deshalb die gesamte Infrastruktur umzustellen. Damit deutete Moosmann darauf hin, dass das Verbot von Verbrennungsmotoren und von Gasheizungen ein Irrweg sein könnte. Ziel für Tettnang solle es sein, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse in das energiepolitische Leitbild der Stadt einfließen.

In den vergangenen 20 Jahren sei der Anteil aller erneuerbaren Energien auf etwa 17 Prozent gesteigert worden, weitere 70 Prozent müssten in den nächsten 20 Jahren umgesetzt werden. Die jährlichen Investitionen dafür werden bundesweit auf etwa 80 Milliarden Euro beziffert, wie mehrere wissenschaftliche Studien nachgewiesen hätten. Die Energiekosten werden dauerhaft hoch bleiben, da teure Infrastruktur zyklisch erneuert werden müsse und zusätzlich eine nur sporadisch genutzte Backup-Struktur (beispielsweise Gaskraftwerke) für die Versorgungssicherheit erforderlich sei, prognostizierte Moosmann.

Angeregte Diskussion im Publikum

Im Interesse nachfolgender Generationen sollten auch Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Anhand einiger Zitate wurde ergänzend auf die manipulative Rhetorik im ÖRR und seitens einschlägiger Politikerinnen und Politiker hingewiesen. Um sich einen realistischen Eindruck zu verschaffen, wurde empfohlen, sich möglichst aus unterschiedlichen Quellen zu informieren. Belastbare Daten in Verbindung mit gesundem Menschenverstand könnten auch bei einer komplexen Thematik zu einer guten Einschätzung der Lage führen, riet der Referent. Die rege Diskussion im Publikum zeigte die Bandbreite der Meinungen auf, die in einer demokratischen Gesellschaft wünschenswert sei.

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