Krumbacher Neujahrsreiten dient der Nachwuchsförderung

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 Talentierte Nachwuchsreiter zeigen ihr Können vor großem Publikum, von links Emily Gmünder, Nina Nabholz und Maris Metzler.
Talentierte Nachwuchsreiter zeigen ihr Können vor großem Publikum, von links Emily Gmünder, Nina Nabholz und Maris Metzler. (Foto: Karin Schütrumpf)
Karin Schütrumpf

Akrobatische Voltigierer, eine Quadrille zu klassischer Musik, Fahrsport, talentierte Nachwuchsreiter und ein spannender Wettbewerb mit Reitern und röhrendem Quads – beim Neujahrsreiten in Krumbach war für jeden etwas dabei. Auch dieses Mal präsentierten Reiter und Fahrer ein abwechslungsreiches Programm.

An der Bande auf der Tribüne stehen die Zuschauer schon in Dreierreihen. „Gleich kommen sie“, sagt eine Mutter zu ihrer Tochter, die schon ungeduldig über die Brüstung lugt. Und dann traben sie auch schon – schön im Gleichschritt – hinein. Nicht die Pferde, sondern die Einzelvoltigierer und die von der Turniergruppe, die schon bis Leistungsklasse M überregional unterwegs sind. Die beiden Rösser „Socke“ und „Dino“ sind schon in der Reitbahn und dürfen sich an der Longe erst einmal tüchtig austoben, denn für die beiden Nachwuchspferde ist der Auftritt vor großem Publikum auch noch ungewohnt. „Dino“ gehört erst seit sechs Wochen zum Team.

Das Pflichtprogramm absolvieren die Einzelvoltigierer trotzdem schon souverän auf dem großen Fuchs – da fliegen gestreckte Beine über den Pferderücken, da wird mal eine Runde auf den Knien oder rückwärts geritten. Die „M-Gruppe“ zeigt ihr Können auf dem schon etwas erfahreneren, dunkelbraunen „Socke“ und erntet viel Beifall, denn natürlich stehen auch Eltern, Großeltern und Freunde der Voltigierer beim Neujahrsreiten des Reit- und Fahrvereins Krumbach auf der Tribüne.

Nicht nur der vierbeinige Sportlernachwuchs präsentiert sich beim traditionellen Neujahrsreiten erstmals vor Publikum. „Wolltet ihr schon immer mal wissen, wie so eine Jugendreitstunde abläuft?“, will Trainerin Nicole Kurz von den Zuschauern wissen. Mit ihren Schülern Emily Gmünder, Nina Nabholz und Maris Metzler zeigt sie, was Pferd und Reiter beim Dressurunterricht alles lernen. Während Emily und Nina Turnierambitionen haben und deshalb am Samstag im Verein ihre Reitabzeichenprüfung ablegten, hat Maris ganz andere Pläne. „Er möchte beim Blutritt mal eine Standarte tragen können. Mit einem Besenstil haben wir im Unterricht schon geübt“, erzählt Nicole Kurz den Zuschauern.

Im RFV Krumbach wird Nachwuchsförderung ganz groß geschrieben. Die angehenden Turnierreiter bestanden am Samstag ihre Reitabzeichenprüfungen. Springtrainer Karl-Heinz Wiedemann hatte in den letzten Wochen intensiv mit den Prüflingen geübt.

Schon seit Jahren veranstaltet der Verein jedes Frühjahr ein zweitägiges Jugendturnier. Zusammen mit den Reitvereinen aus Fronhofen und Herbertingen wird alljährlich der Oberschwaben-Junioren-Cup ausgetragen. Nur wer auf allen drei Jugendturnieren gute Leistungen zeigt, schafft es bei der Cup-Wertung aus Podest.

Landesweit erfolgreich sind auch die Voltigierer, die inzwischen „Lacoste“ als drittes Voltigierpferd des Vereins in der Bahn haben. Im bunten Turnieroutfit zeigen sie einzeln oder in Gruppen auf dem galoppierenden Pferd Grätschen, reiten stehend oder liegend auf dem Pferderücken. Da halten viele Zuschauer sichtlich den Atem an.

Gut, dass es bei der Quadrille der Musikreitergruppe wieder etwas beschaulicher zugeht. In schönster Symmetrie zeigt die Gruppe zu klassischer Musik unter der Leitung von Irmela Kristin Wechsel und Volten in einer Choreographie, die perfekt auf die vier Reiter und ihre Pferde zugeschnitten ist. Irmgard und Albert Gührer demonstrieren anschließend mit ihrem noch jungen Gespann, dass Krumbach ein Reit- und Fahrverein ist.

Spannender Abschluss des Neujahrsreitens ist der Wettbewerb „Jump and Drive“ bei dem je ein Reiter und ein Quadfahrer im Team starten. Zuerst fegt der Reiter über die Sprünge, dann heißt es runter vom Pferd und durch die Halle flitzen, um den Quadfahrer abzuklatschen, der dann seinen kurvenreichen Weg zwischen den Pylonen finden muss. Glückliche Sieger sind Emily Gmünder zu Pferd mit Oli Nabholz am Lenker des Quads. „Gib Vollgas Oli“ haben ihn die Zuschauer angefeuert. Teilweise nur auf zwei Reifen driftete er gekonnt durch den Kurs. Weil aber alle Paare im Endeffekt nur um Sekunden oder gar Sekundenbruchteile auseinander lagen, gratulierte Vorstand Hubertus von Dewitz allen Reitern mit einer goldenen Schleife und allen Quadfahrern mit einer Flasche Sekt. Nach dem spannenden Programm ließen viele Gäste den Nachmittag noch bei Kaffee und Kuchen oder einem Imbiss im warmen Reiterstübchen ausklingen.

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