Konkurrenz macht Tettnanger Reitturnier zu schaffen

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 Valentin Mainier brachte im vergangenen Jahr das Kunststück fertig, auf zwei verschiedenen Pferden ins Stechen zu gelangen. Zum
Valentin Mainier brachte im vergangenen Jahr das Kunststück fertig, auf zwei verschiedenen Pferden ins Stechen zu gelangen. Zum Sieg reichte es am Ende aber trotzdem nicht. (Foto: Klaus Eichler)
Klaus Eichler

Einmal im Jahr wird das Naturstadion Gut Moos in Tettnang aus dem Dornröschenschlaf geholt. Idylisch in einer ehemaligen Kiesgrube gelegen, haucht der Reit- und Fahrverein Tettnang (RFV) diesem Kleinod regelmäßig in der ersten Augusthälfte für drei Tage Leben ein. Von Freitag bis Sonntag messen sich beim 52. Springreitturnier des RFV Reiter aus Deutschland und dem benachbarten Ausland, um in 14 unterschiedlichen Prüfungsklassen die Besten unter sich auszumachen. Höhepunkt ist auch in diesem Jahr das S*-Springen am Sonntagnachmittag mit Stechen um den „Paul-Wirth-Gedächtnispreis“, wo bei gutem Wetter wieder mehr als 1000 Zuschauer erwartet werden.

Seit Anfang der Woche herrscht wieder emsiges Treiben auf der Anlage. Vier Tage bleiben dann noch um Gut Moos in eine Reitarena zu verwandeln. Am Montagabend wurde das Bewirtungszelt unter fachkundiger Anleitung von Hubert Messmer aufgestellt. Klammert man mal vier Männerhände aus, dann waren beim Zeltaufbau hauptsächlich Frauen am Werke. „Wir haben etwas Männermangel“, bestätigt Heike Weiblein vom Organisationsteam lachend, die sich an diesem Turnier-Wochenende zusammen mit Ina Seifried und weiteren 120 Helfern um das Wohl von Ross, Reitern und Zuschauern sorgen wird.

Sinkende Teilnehmerzahlen

Bis allerdings der Parcours im Reitstadion steht, wurden wieder tonnenweise Sand auf dem 8000 Quadratmeter großen Reit- und dem 6300 Quadratmeter großen Abreitplatz bewegt. Die Steine, die der Untergrund immer wieder kiloweise zu Tage fördert, gilt es zu beseitigen. Auch Wasser ist ein wichtiges Element im Pferdesport. Der Sand benötigt eine gewisse Konsistenz, ansonsten haben die Pferde nicht genügend Halt und können sich somit nicht über die bis zu 1,50 Meter hohen Hürden katapultieren. Anders als im Sommer 2018, wo Regen Mangelware war und viele Kubikmeter Wasser zugeführt werden mussten, hilft die Natur in diesem Jahr kräftig mit. Gut präparierte Sandplätze und ein von Hildegard und Conny Elflein blumengeschmücktes Reitstadion schätzen die Reiter seit Jahren. Selbst für die Kleinsten wird wieder einiges geboten. Kinderschminken, Ponyreiten und noch vieles mehr.

Insgesamt verzeichnet der RFV für sein Reitturnier knapp 600 gemeldete Starts – Tendenz fallend. Konkurrenz macht dem Tettnanger Reitturnier zu schaffen. An diesem Wochenende findet im südbadischen Sauldorf-Boll ein ähnlicher Event statt, „was uns richtig wehtut“, meint Heike Weiblen. Das 2015 eingeführte Stilspringen Klasse A** mit festen Hindernissen fällt der sinkenden Teilnehmerzahl zum Opfer. Trotz allem dürfen die Zuschauer wieder ein hochklassiges Teilnehmerfeld erwarten. Favoriten beim Paul-Wirth-Gedächtnispreis gibt es zuhauf. Ein Kandidat ist Constantin Sorg vom RFV Fronhofen, der Sieger von 2015 und 2017. Auch Ralf und Marc Rundel sowie Thomas Fessler und Matthias Jehle werden wieder hoch gehandelt. Ein Wörtchen mitreden um den Sieg wird sicher auch wieder Valentin Mainier, der es im vergangenen Jahr mit zwei verschiedenen Pferden ins Stechen schaffte.

Nicht unterschätzen sollten die Männer aber die geballte Frauenpower. Allen voran die mehrmalige deutsche Meisterin der Pony-Spring-reiter, Lea-Sophie Gut oder Natalie Steinhauser. Denn schon in den Jahren 2016 und 2018 stand jeweils eine Frau ganz oben auf dem Tettnanger Siegertreppchen.

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