Klassiker und ihre Fans strömen zum Oldtimertreffen nach Obereisenbach

Lesedauer: 6 Min
Olaf E. Jahnke

Ein Klassiker ist das Oldtimertreffen der Kogenmale Obereisenbach mit Floh- und Teilemarkt schon lang. Das fand am Sonntag jetzt zum 27. Mal statt – und wieder bei Kaiserwetter. „In 27 Jahren nur ein einziges Mal kein Supersommerwetter – das kann sich doch sehen lassen“, sagte Routinier Berthold Messmer von den veranstaltenden Kogenmale. Diesmal habe man wieder zugelegt, mit rund 1000 Fahrzeugen und über 6000 Besuchern aus der Region und darüber hinaus.

Das Treffen reicht inzwischen bis zum Bädleplatz – und die Hauptstraße ist auch schon voll gestellt. Alternative Plätze oder eine Erweiterung Richtung Ortsstraßen oder Bad erweise sich als eher schwierig, schätzt Zunftmeister Sebastian Löw die Lage ein. Die Stimmung ist trotzdem bestens. „Das liegt an der Mischung von Fahrzeugen, Generationen, Zwei- und Vierrädern – und überhaupt der Vielfalt“ sagt Löw. Berthold Messmer ergänzt: „Egal woher, wer, welchen Beruf – die Liebhaberei der alten Schätze, ob Zwei- oder Vierrädrig, bringt alle zusammen.“

Nach 27 Jahren auf dem Oldtimertreff möchte nun Gunther Stürmer seinen Fiat „Topolino 500 C“ verkaufen. Der Käufer sollte aber am besten aus der Nähe sein, denn der Neukircher möchte seinen Schatz in gute Hände abgeben und gelegentlich wiedersehen. Das gute Stück ist seit 1954 gerade mal 86 000 Kilometer gelaufen, hat zahlreiche Ersatzteile, darunter einen Ersatzmotor dabei und soll zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten. Einen Obereisenbacher Interessenten gibt es schon. Das ist auf dem Treffen eher selten, denn die allermeisten sind mit ihren Lieblingen zum Herzeigen, nicht zum Verkaufen gekommen.

So wie Max Baumann aus Neukirch, der seine dezente Renault-Dauphine Baujahr 1960 vorführt: „Die Dauphine ist ein Erbstück von meinem Vater – also recht lange Zeit in der Familie.“ Die besondere Mischung der Fahrzeuge fällt an allen Ecken auf. Da sind bei der Obereisenbacher alten und neuen Schule amerikanische Muscle-Cars und Straßenkreuzer neben europäischen Kleinstwagen oder deutschen Sportwagen aus den Fünfzigern und Sechzigern aufgestellt. Museumsschätze stehen neben Youngtimern und Classic-Cars. Besonders viele Käfer sind dieses Jahr gekommen. Familie Zartl aus Tettnang führt ihren „Herbie“ Baujahr 1961 vor – und Anja Zartl hat sogar die Nägel passend zu den Herbie-Farben lackiert.

Für jeden was dabei ist auch bei den Zweirädern, wo ebenfalls eine gewaltige Vielfalt herrscht. Vom Museumsschatz mit freilaufenden Ventilen bis zum Mokick der Siebziger, vom Rad mit Motor bis zum „Ardie“-Rennbike mit immerhin satten 28 PS finden sich verschiedenste Zweiräder. Dazu Gespanne aller Altersklassen und andere Dreiräder. Außerdem jede Menge Mopeds aus den Fünfzigern, auch seltene Stücke wie eine „Miele“ oder eine „Motorradunion“. Dazu begeistern alle möglichen Rollervariationen mit klangvollen Namen von „Bella“ bis „Lambretta“ oder alle Arten von Vespas.

Vielseitigkeit ist Trumpf

Bestaunt werden kann auch die Vielfalt innerhalb einer Marke. Da stehen Moto Guzzis, wie sie in den Siebziger- und Achzigerjahren bekannt waren, als Modell „Le Mans“ oder „California“ – aber auch ein Sammlerstück mit liegendem Museums-Einzylinder aus den Zwanzigern. An anderer Stelle finden sich Guzzi-Mopeds, Kleinkrafträder oder Kleinmotorräder.

Einige der Motorrad-Sechszylinder-Schätze wie eine Honda CBX sind diesmal vor dem Gelände geparkt.„Einfach kein Platz bei so vielen Leuten – und dann kommt man bei den Mengen nur schwer wieder raus“, sagt Familie Kastlberger aus Neukirch, die gleich außerhalb geblieben ist. Andere lassen sich nicht abschrecken – und fahren laut und langsam mitten durchs Geschehen. Richtung Mehrzweckhalle. Hinter einigen historischen Traktoren beginnt der Floh- und Teilemarkt. Auch hier ist Vielseitigkeit Trumpf. Vom alten Stahlhelm bis zum Rücklicht, von Federn, Tanks und Kästen bis zu alten Kanistern ist allerlei zu finden. Nicht alle Händler sind zufrieden. Ein Ersatzteil-Händler mit großem Stand aus Franken angereist, findet die Kauflust bei der Hitze eher bescheiden, da lohne sich eine 250-Kilometer-Anfahrt nicht.

Andere sehen es gelassener: „Die Kombination von Treffen, Markt und Event ist echt klasse.“ Ob viel verkauft wird, sei eher Nebensache, finden Norton-Fans Martin Eisleb und Tochter Lea aus Kisslegg.

Meist gelesen in der Umgebung
Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen