Kirchengemeinderat: Das sind die Kandidaten in Tettnang

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Schwäbische Zeitung

Die evangelischen Gemeinden wählen am 1. Dezember ihre Kirchengemeinderäte und die neue Landessynode in Stuttgart. Auch in Tettnang treten die Gemeindemitglieder an die Urne und geben dort ihre Stimme ab. Das dürfen auch Jugendliche ab einem Alter von 14 Jahren. 2013 war hier Premiere und 2019 haben sie wieder eine Stimme. Wählbar indes sind Frauen und Männer ab einem Alter von 18 Jahren. Das sind die Kandidaten in der Martin-Luther-Gemeinde:

Dirk van Bruggen ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat drei volljährige Kinder. Seit 1993 wohnen er und seine Familie in Tettnang. Durch die Konfirmationen seiner Kinder sei er in den engeren Kontakt der Kirchengemeinde gekommen, berichtet er. 2015 wurde er vom Kirchengemeinderat nachgewählt. Seine Motivation. wieder zu kandidieren, beruhe auf der interessanten Arbeit in der Kirchengemeinde. So habe er dort die Aufgabe als Sicherheitsbeauftragter übernommen. Im Besonderen mache es ihm viel Spaß, mit den Kindern im Kindergarten und deren Erzieherinnen zusammenzuarbeiten. Es sei zudem anspruchsvoll und abwechslungsreich, als Mitglied des Bauausschusses für den Erhalt und Sanierung der Immobilien der Kirchengemeinde Sorge zu tragen.

Susanne Dadgar ist 50 Jahre alt, verheiratet, und hat zwei erwachsene Söhne. Sie arbeitet in der Stiftung Liebenau in einer sozialtherapeutischen Wohngruppe. Sie und ihre Familie leben seit 1994 in Tettnang. Ihre beiden Söhne seien hier getauft und konfirmiert worden, berichtet sie. Der Liturgierkreis gestalte besondere Gottesdienste wie zum Beispiel den Taize- und den Osternachtsgottesdienst. Menschen in der Gemeinde sollen sich mit ihren verschiedenen Bedürfnissen in unseren Gottesdiensten willkommen fühlen. Außerdem ist sie in Tettnang und Umgebung als Organistin tätig. Die Kirchenmusik sei für sie ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes. Der Tettnanger Kirchengemeinderat arbeite modern, weitsichtig und emanzipiert – offen, einladend, evangelisch eben. Da möchte sie ihre Energie gern mit einbringen.

Klaus Frombach ist 46 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und wohnt in Tettnang. Beruflich arbeitet er als Mechanik-Entwickler für einen Messgeräte-Hersteller. Er ist seit 2014 im Kirchengemeinderat und engagiert sich dort im Bau- und Festausschuss der Gemeinde. Zur Wahl möchte er sich wieder stellen, weil er die Martin-Luther-Kirchengemeinde als besondere Gemeinschaft erlebt, wie er sagt. Man lasse einander Anerkennung und Wertschätzung spüren, fördere ehrenamtliches Engagement und motiviere Menschen in der Gemeinde, neue Ideen zu entwickeln. Er möchte dazu beitragen, dass die Gemeinde die geplante Sanierung des Gemeindehauses auch umsetzen kann. Für das neue Gremium liegt ihm am Herzen, dass die Gemeinde für Jugendliche und Familien interessant bleibt.

Anna-Lisa Herter ist 23 Jahre alt. Die evangelische Kirchengemeinde Tettnang sei nicht aus ihrem Leben wegzudenken, sagt sie. So habe sie schon die Kinderkirche und die Jungschar besucht.. Nach der Konfirmation sei sie als Mitarbeiterin in der Kinderkirche eingestiegen, leite seit etwa einem Jahr die Jungschar mit und singe im Kirchenchor. Beruflich arbeitet sie als Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA) in der Bären-Apotheke. Ihre Freizeit verbringe sie gerne mit ihren Freunden und ihrem Pflegepferd, schildert sie. Mit dem Fotoapparat sei sie gerne in der Natur. Und auf Reisen lerne sie gerne Menschen sowie die Kultur und die Geschichte anderer Länder kennen. Ihr sei wichtig, dass die Gemeinde offen und lebendig sei und dass sich alle, Jung und Alt, angesprochen und wohlfühlen. Auch liege ihr der verantwortungsvolle Umgang mit der Umwelt am Herzen.

Karin Kathan sagt, die Kirchengemeinde sei offen, einladend, evangelisch. In unterschiedlichen Gottesdiensten, Angeboten, Veranstaltungen, Treffen für alle Altersgruppen und Trägerschaften nehme sie diese wahr, fühle sich mit ihr verbunden und nehme gerne am Gemeindeleben teil. Kathan erklärt, Kirche bedeute für sie auch diakonisches Handeln, was ihr besonders am Herzen liege. Wichtige Anliegen seien für sie der Martin-Luther-Kindergarten, die Mitarbeit im Besuchsdienst, Hospizverein und der Bezirkssynode sowie die gelebte, wertschätzende Ökumene in vielen Bereichen. Das Handeln und alle Bemühungen für die Kirchengemeinde sollten im Aufsehen auf Jesus Christus geschehen.

Giesela Messelhaeuser ist Krankenschwester im Ruhestand. In ihrem Berufsleben habe sie viele Jahre mit chronisch psychisch kranken Menschen gearbeitet. Auch nach ihrer Pensionierung sei sie in diesem Bereich tätig. Diese Zeit habe ihre Wertschätzung und ihren Wunsch nach einem Miteinander geprägt, das es den unterschiedlichsten Menschen erlaube, aufeinander zuzugehen und in der mitmenschlichen Begegnung Verständnis und Heilung zu finden. So möchte sie auch in der Gemeindearbeit vor allem ein lebendiges Gemeindeleben fördern, das ein gemeinsames Begegnen und Erleben anregt. Wie sie äußert, möchte sie dabei den Wert und die stärkende Kraft des gemeinsamen Gottesdienstes ins Zentrum stellen und ihn durch generationsübergreifende und meditative Angebote (etwa Taize-Gottesdienste) für unterschiedliche Gruppen bereichern.

Karin Plettscher ist 54 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Söhnen. Von Beruf ist sie Heilerziehungspflegerin und arbeitet in der Behindertenhilfe. Als Mitglied der Martin-Luther-Kirchengemeinde erlebe sie das Motto „offen, einladend evangelisch“ in den Gottesdiensten und in persönlichen Begegnungen, sagt sie. Es mache ihr Spaß, im Gemeindebüro und im Liturgie-Team mitzuarbeiten. Besonders am Herzen liege ihr, sich für ein faires und soziales Miteinander einzusetzen und Ökumene zu leben. Die Arbeit in Gremien sei ihr vertraut. Sie entwickle gerne mit Anderen Ideen und engagiere sich bei der Umsetzung von gemeinsam erarbeiteten Zielen. Um sich zukünftig noch konkreter mit ihren Fähigkeiten und Interessen in die Gestaltung des Gemeindelebens einzubringen, wäre sie gerne Teil des Kirchengemeinderates.

Thorsten Schmidt äußert, als Kirche solle man alte Denkmuster verlassen, ohne die Traditionen aus den Augen zu verlieren. Kirche sei „keine bleibende Stadt“, sondern müsse sich verändern können. Frei nach dem Motto: „Fremdheit ist kein überzeugendes Argument. Kreativität, Entgegenkommen und Mut, über den eigenen Schatten zu springen, ist der verheißungsvollere Weg.“ Dafür setze er sich gerne für die nächste Amtszeit ein.

Thomas Schmid ist 53 Jahre alt. Von Beruf ist er Diplom-Ingenieur und arbeitet als Konstrukteur bei einem großen Unternehmen in Tettnang. Seit 2003 lebt er in Tettnang. Damals habe er gleich Anschluss im Posaunenchor in Meckenbeuren gefunden. In Tettnang ist er seit 2010 im Öko-Team engagiert, wie er berichtet. In seiner früheren Gemeinde sei er bis zu meinem Wegzug schon einmal Mitglied im Kirchengemeinderat gewesen. Er kenne also die Arbeit und Aufgaben, die ein solches Ehrenamt mit sich bringe. Seine Motivation für eine aktive Mitarbeit sei die Hoffnung, dadurch ein kleines bisschen zur Bewahrung der Schöpfung und zu einem achtsamen Umgang mit der von „unseren Kindern geliehenen Erde“ beitragen zu können, wie er sich äußert. Konkret denke er da zum Beispiel an die dringend nötige Sanierung des Gemeindezentrums. Er wisse aber auch, dass manchmal äußere, nicht nur finanzielle, Rahmenbedingungen der „optimalen“ Lösung im Wege stünden, wie er sagt. Gerade deshalb sei es wichtig, dass sich die Kirchengemeinde intensiv damit auseinandersetze.

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