Kinder trotzen Ameisen, Käfern und Co.

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Geschafft: Die Kinder schaffen die Nacht in der Wildnis mit links.
Geschafft: Die Kinder schaffen die Nacht in der Wildnis mit links. (Foto: Jürgen Holzwarth)
Hans Krayer und Felix Kienle

24 Stunden im Wald leben: Dass dies gut funktionieren kann, haben vor kurzem 19 Kinder in Tettnang erlebt. In einem Bericht für die „Schwäbsische Zeitung“ schreiben zwei der jungen Teilnehmer, wie sich die Waldübernachtung angefühlt hat.

„Der erste richtige Ferientag und wir wurden zusammen mit 17 anderen Kindern um die Mittagszeit von unseren Eltern im Wald zur Waldübernachtung abgeliefert. Frank Fussenegger von der Schulsozialarbeit und Jürgen Holzwarth vom Forstamt Bodenseekreis haben uns in Empfang genommen.

Erster Stopp auf dem Weg zum Lager war eine Hütte mit Quelle, dort haben wir uns alle kennengelernt. Gemeinsam ging es weiter zum Lagerplatz – mitten im Wald. Erst mal mussten wir die Stöcke vom Waldboden entfernen, um eine Plane auf dem Boden auszubreiten, die als Ameisen-Käfer-und-Co-Schutz dienen sollte. Manche Kinder hatten auch eine Hängematte dabei, manche machten es sich auf einer Isomatte bequem.

Mit Frank und Jürgen haben wir ein Tarp aufgehängt, das uns vor Ästen und Tau geschützt hat. Nachdem wir Isomatten und Schlafsäcke ausgepackt hatten, konnten wir die Gegend erkunden.

Mit Jagdhund Elfe an der Leine hatten einige von uns schlechte Erfahrungen mit Erdwespen gemacht, was ziemlich aufregend und schmerzhaft war, aber die Salbe half. Mücken waren unsere ständigen Begleiter, aber der Mückenspray war stärker.

Lagerfeuerpizza und Stockbrot

Auf einer Lichtung in der Nähe haben wir zwei Löcher für die Feuerstelle gegraben. Eins für das Feuer und eins für die Glut, über der wir später die leckere Lagerfeuerpizza gebacken haben. Bequeme Bänke und Stühle haben wir aus gesammeltem Holz und Stricken gebaut.

Als Nachtisch gab es Stockbrot mit Schokolade innen drin. Lecker!

Es dämmerte und wir brachen zur Nachtwanderung auf. Wir machten zwei Zwischenstopps, einmal wurden alle durchgezählt und beim zweiten Stopp hat Frank uns erzählt, dass dort mal eine Siedlung war. Wir haben noch nach einem Brunnen dort gesucht, den wir aber erst am nächsten Tag bei Licht fanden.

Auf dem Grafenholz hatten wir einen genialen Blick auf Laimnau bei Nacht. Beim Zurückgehen haben wir noch ein Käuzchen rufen hören.

Das Nachtlager wurde bezogen, im Gebüsch raschelte vielleicht eine Maus und wir redeten noch eine Weile bis alle eingeschlafen waren. Jagdhund Elfe bewachte uns .

Nach Sonnenaufgang waren dann alle wach, wir bauten das Quartier ab und hinterließen den Platz, als ob niemand dort gewesen wäre. Nach einem sehr leckeren Frühstück beseitigten wir auch die Sitzgelegenheiten spurlos und das Lagerfeuer wurde unter Erde und Gras bedeckt.

Jürgen zeigte uns noch vom Borkenkäfer befallene Fichten und dann ging es auch schon wieder zurück zum Treffpunkt. Bei einem letzten Halt spielten wir noch Wolf und Reh, sowas wie Räuber und Gendarm, nur eben im Wald. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht.“

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