Kennzeichen: „TT“ und „ÜB“ sollen zurückkehren

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„TT ade“ – bereits 2013 musste sich Bürgermeister Bruno Walter von dem Altkennzeichen verabschieden. Nun ist die Diskussion um d
„TT ade“ – bereits 2013 musste sich Bürgermeister Bruno Walter von dem Altkennzeichen verabschieden. Nun ist die Diskussion um die Wiedereinführung erneut aktuell. (Foto: Archiv Kai Lohwasser)

Im März hat Ralf Hofmann die Online-Petition „Altkennzeichen für den Bodenseekreis – jetzt!“ gestartet. Nun ist die Sammlung beendet. Das Ergebnis: Eine Petition mit 1071 Unterschriften, die Hofmann in der kommenden Sitzung des Kreistags dem Landrat überreichen wird.

Beinahe täglich hat Hofmann von Anfang März bis Ende August den die Wachstumskurve der Befürworter beobachtet. „Ich war schon aufgeregt, es wurde ja auch schon mal behandelt und immer wieder abgewiesen – hier und in anderen Landkreisen“, erläutert er im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. Er selbst wohnt in Friedrichshafen, hat eine enge persönliche Beziehung zur Stadt – und setzt sich für die Altkennzeichen wie „TT“ und „ÜB“ ein.

Im Dezember 2012 hat sich die Mehrheit des Kreistages dagegen ausgesprochen, die alten Kfz-Kennzeichen wieder einzuführen. Die ,Identifikation laufe nicht über eine Autonummer’ oder ,der Landkreis sei mit „FN“ zusammengewachsen, man sehe keine Notwendigkeit, das wieder aufzudröseln’, lauteten damals Begründungen der Gegner im Kreistag. Städte wie Tettnang und Überlingen versuchten ihr Glück auf Landesebene, wandten sich an Verkehrsminister Winfried Herrmann, mit der Bitte, die Entscheidung zu überdenken und die Altkennzeichen „zur Wiedereinführung an das Bundesministerium“ zu melden. Doch es folgte eine Absage.

Frage der Wiedereinführung

Mit der aktuellen Zahl der Unterschriften ist Petitions-Initiator Ralf Hofmann zufrieden, dennoch weiß er, dass es schwierig werden wird. Schon jetzt habe er deutliche Absagen von Politikern bekommen. Aber: „Ich habe auch Zustimmungen bekommen und es gibt Befürworter, die dort sitzen“, sagt er optimistisch. Auch aus dem bayrischen Landkreis Augsburg hat Hofmann eine Rückmeldung erhalten: „Ich kann Sie nur dazu ermuntern, mit ihrer Initiative nicht nachzulassen“, heißt es in dem Schreiben. Auch dort habe man sich gegen die Wiedereinführung der Altkennzeichen ausgesprochen. 2000 Unterschriften bewirkten – „in dem“, so Hofmann, „deutlich größeren Landkreis“ –, dass die Altkennzeichen wiedereingeführt wurden. Auch in Baden-Württemberg gingen die Zahlen der eingeführten Retro-Kennzeichen nach oben. Laut einem Pressebericht Anfang des Jahres habe sich die Zahl innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Zählten die Landratsämter Ende 2014 noch 103 196 Fahrzeuge mit wiedereingeführten Altkennzeichen, habe ihre Zahl Ende 2016 bei 231 276 gelegen. Durch die sogenannte Kennzeichenliberalisierung vom Februar 2013 sind laut dem Internetportal „wunschkennzeichen-reservieren“ 15 Altkennzeichen im Land wiedereingeführt worden, während in zwölf Landkreisen die Anträge abgelehnt wurden.

Bereits im März, zu Beginn der Petition sagte Hofmann, dass eine Ablehnung der alten Kennzeichen „nicht zeitgemäß und bürgernah“ sei. Noch immer ist er der Überzeugung, dass es um Heimatverbundenheit gehe, um die Identifikation, und nicht um die Trennung des Landkreises. Noch immer stellen sich ihm die Fragen, warum dem Willen der Bürger nicht nachgegeben wird? Es gebe doch nichts zu verlieren. „Da ist nämlich der Knackpunkt: Rein sachlich betrachtet gibt es nichts, was dagegen spricht“. Sollte die Petition scheitern, will Hofmann das Thema im Blick halten. „Dann sehe ich auch wieder die Bürgermeister in der Pflicht, dem Bürgerwillen Nachdruck zu verleihen“, so Hofmann, „und das, indem sie zunächst am Mittwoch im Kreistag erscheinen.“

Zur Webseite

Die mittlerweile abgeschlossene Petition finden Sie unter http://www.openpetition.de/!TTbodenseekreis

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