Keine Urlaubsreise, ein Herzensprojekt

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Johannes Kienzler

Wer mehr über den Verein erfahren möchte, kann Katrin Feldermann per E-Mail kontaktieren unter

datkaethe@aol.com

Die Internetadresse des Vereins lautet

www.amigos-eine-welt.de

Im August fliegen 13 Studenten der Hochschule Heidelberg für drei Wochen nach Brasilien, um im Namen des Vereins „AmiGOs“ Mädchen und junge Frauen zu unterstützen, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Mit dabei ist Amelie Klemm aus Laimnau. Sie berichtet von einem ambitionierten Projekt.

Der Verein „AmiGOs“ wurde 2006 von Katrin Feldermann gegründet und hat heute zehn Mitglieder. Sie und ihre Partner haben in Brasilien Projekte initiiert, die medizinische und psychosoziale Unterstützung für Opfer von sexueller Gewalt bereitstellen. Zu einigen dieser Projekte nimmt Feldermann, Dozentin an der Hochschule Heidelberg, nun erstmals freiwillige Helfer mit, nämlich ihre 13 Studenten der „Sozialen Arbeit“, zu denen auch Amelie Klemm gehört.

Gemeinsam werden sie die Insel Itaparica an der Ostküste Brasiliens besuchen, auf der einheimischen Kindern das Capoeira-Tanzen beigebracht wird. Mit Mestre Nenel, einem brasilianischen Streetworker und Meister des Capoeira, und Meisterin Mestra Prequica hat der Verein hier prominente Unterstützer, die die Arbeit vor Ort am Leben halten und die die Studenten persönlich kennenlernen werden. Weitere Stationen sind die Stadt Cachoeira, nordwestlich von Itaparica und die Favela Amaralina in Salvador de Bahia, die der Haupteinsatzort der Gruppe sein wird.

Zusammen mit den Kindern wird man am Theaterprojekt „Theater der Unterdrückten“ arbeiten, das Feldermann auch an der Heidelberger Hochschule leitet. Es ist ein Stück, das nur mit Mimik und Gestik auskommt und zur Traumabewältigung eingesetzt wird. Weitere Aufgaben der Studenten sind das Erstellen eines Videotagebuchs, um selbstreflektiert von ihren Erfahrungen zu berichten, sowie der Austausch mit einheimischen Studenten der „Sozialen Arbeit“, um den Einblick in die brasilianische Gesellschaft und Politik zu vertiefen.

Amelie Klemm, die sich nach einem Jahr im Bundesfreiwilligendienst dazu entschieden hat, beruflich in die soziale Richtung zu gehen, hofft, dass sie und ihre Kommilitonen durch diese Reise mehr Aufmerksamkeit für die Arbeit von „AmiGOs“ generieren.

„Unter dem neuen Präsidenten Bolsonaro verschwindet die soziale Arbeit fast komplett“, berichtet sie. „Randgruppen haben es schwer, und gerade Mädchen und junge Frauen leiden unter sexueller Gewalt und frühen Schwangerschaften, verbunden mit einer schlechten medizinischen Versorgung.“ Sie und ihre zwölf Kommilitonen erhoffen sich Spenden, um vor Ort möglichst viel bewirken zu können. Schließlich sei dies keine Urlaubsreise, wie Klemm betont, sondern ein Herzensprojekt.

Wer mehr über den Verein erfahren möchte, kann Katrin Feldermann per E-Mail kontaktieren unter

datkaethe@aol.com

Die Internetadresse des Vereins lautet

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