Kau erwartet die ersten Flüchtlinge

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Dicht gedrängt: Am Montag haben sich an die Hundert Bürger für die Flüchtlings-Notunterkunft in der Seldnerhalle Kau interessie
Dicht gedrängt: Am Montag haben sich an die Hundert Bürger für die Flüchtlings-Notunterkunft in der Seldnerhalle Kau interessie (Foto: Angelika Banzhaf)
Schwäbische Zeitung
Angelika Banzhaf

Wie werden die Flüchtlinge in der Notunterkunft Seldner-Halle in Kau untergebracht? Die Antwort auf diese Frage hat mehr als 100 Bürger interessiert, die am Montag der Einladung der Stadt gefolgt sind, um einen Blick in die Halle zu werfen und um Bürgermeister sowie Vertretern des Landratsamtes Fragen zu stellen.

„Den hohen Andrang habe ich nicht erwartet“, stellte Bürgermeister Bruno Walter erstaunt vor der Besichtigung fest, bei der Anwohner sich ein Bild davon machen machen konnten, wie die Asylsuchenden in der Notunterkunft untergebracht sein werden. Vor allem der wenige zur Verfügung stehende Platz führte bei einigen zu Kopfschütteln und zu Aussagen wie: „Die haben ja gar keinen Raum, um sich zu treffen.“

„Wir haben versucht, mit Trennwänden ein Minimum an Intimsphäre, auch für Familien, zu schaffen“, erläuterte Bruno Walter nach der Besichtigung. „Wir haben 15 Räume mit Platz für jeweils sechs bis zehn Personen“, ergänzte der Leiter der Notunterkünfte Layerhalle und Seldner-Halle, Frederik Kessler. „Das reicht für maximal 118 Personen.“

Walter will nichts versprechen

Die ersten Asylbewerber werden voraussichtlich am Mittwoch eintreffen und laut Kessler acht bis neun Zimmer belegen. Wie lange sie bleiben werden? Bruno Walter wollte sich auf keinen Zeitraum festnageln lassen. „Wir werden kein Versprechen darüber abgeben“, so der Bürgermeister.

Ein Bürger wollte wissen, ob das Asylnetzwerk Tettnang die zusätzliche Arbeit in Kau wird leisten können. Jo Schober vom Leitungsteam gab zu verstehen, dass eine Gruppe für Kau durchaus sinnvoll wäre. Erfreut berichtete er, dass sich in der Zwischenzeit einige Bürger gemeldet hätten, die gezielt in Kau helfen möchten. „Sie können dann auf das gemeinsame Netzwerk Tettnang zugreifen“, so Schober.

In dem Zusammenhang ermutigte Bruno Walter die Anwesenden, sich einzubringen. „Integration funktioniert am besten vor Ort“, so Walter. Die Flüchtlinge seien keine Monster, sondern Menschen, die zu uns kämen. Sie noch vor der kalten Jahreszeit in Tettnang unterzubringen, sei eine große Herausforderung. Als nächste Unterkunft wird nach dem Hopfenpflanzerball am kommenden Samstag die Stadthalle hergerichtet.

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