In Tettnang findet Helmut Köhler sein Glück

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 Hubert Dobler, Romy Köhler und Gernot Friedrich stoßen mit Jubilar Helmut Köhler (von links) an.
Hubert Dobler, Romy Köhler und Gernot Friedrich stoßen mit Jubilar Helmut Köhler (von links) an. (Foto: Sylvia Zwisler)
Schwäbische Zeitung

Der Tettnanger Helmut Köhler hat seinen 85. Geburtstag gefeiert. Er hat ein sagenhaftes Gedächtnis und kann viel aus seinem Leben erzählen.

Ursprünglich aus dem Osterzgebirge, führte Köhlers Weg nach der Ausbildung zum Mechaniker über West-Berlin und Frankfurt am Main ins Schwabenländle zu Paul Klein (Firma PEK), der aus Fellbach mit seiner Firma nach Tettnang umsiedelte. „Der damalige Bürgermeister Gnädinger wollte den Standortzuschlag unbedingt haben, da Tettnang 1955 in Sachen Industrie damals dünn aufgestellt war“, erinnert sich Köhler an eine Führung mit ihm durch die Stadt. Im Fabrikgebäude im Max-Planck-Weg begannen anfangs nur zehn Mitarbeiter mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung der ersten Geschwindigkeitsmessgeräte. Aus der Lehrwerkstatt entwickelte sich die heutige Elektronikschule. 1973 wurde die Firma PEK mit inzwischen 120 Beschäftigten von einer Göttinger Firma übernommen.

1957 konnte Helmut Köhler die Meisterprüfung in einem größeren Betrieb machen und schweren Herzens verließ er die Firma PEK. Er arbeitete anschließend bei ZF und 30 Jahre lang, bis zu seinem Ruhestand, bei Dornier. Voller Stolz kann er eine Urkunde zeigen, die ihm bestätigt, dass er bei Dornier an der Entwicklung des ersten „European Remote Sensing Satellite“ (ERS-1) mitgearbeitet hat. Privat lief es für Helmut Köhler auch gut. Er lernte 1956 in Tettnang seine Frau Ingeborg kennen und das Paar bekam drei Kinder.

Am Lindenbuckel wurde Helmut Köhler herzlich gratuliert. Unter der Gratulantenschar waren seine Tochter Romy, Nachbarn, Pfarrerin Martina Kleinknecht-Wagner und Bürgermeisterstellvertreterin Sylvia Zwisler. Der Jubilar strahlte: „Ist das nicht sagenhaft, ich habe die 85 geschafft, und das ist nicht gerade ein Pappenstiel. Zudem habe ich noch viele Pläne für mindestens die nächsten zehn Jahre.“

Sylvia Zwisler fragte nach: „Wie wird man so vital 85?“ Strahlend verriet er: „Ich stehe nicht mehr um 5 Uhr morgens auf. Die Gartenarbeit hält mich fit und ich koche selbst oder gehe mit meinem Nachbarn essen, denn das hält Körper und Seele zusammen. Abends trinke ich ein Weizen oder als Dämmerschoppen ein Viertele Wein.“ Er freut sich sehr, gemeinsam mit seiner großen Familie, Verwandten und Freunden am Wochenende mit Blick übers Schwäbische Meer feiern zu können.

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