Im Notfall muss die Brötchen-Planung warten können

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Als besonders ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber wird die Firma Berchert aus Tettnang ausgezeichnet: (von links) August Schuler,
Als besonders ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber wird die Firma Berchert aus Tettnang ausgezeichnet: (von links) August Schuler, Geschäftsführer David Bercher, Thomas Strobl und Hans-Joachim Woller, Landesvorstand der Johanniter Unfallhilfe. (Foto: pr)
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Wer sich ehrenamtlich im Bevölkerungsschutz engagiert, muss flexibel sein und aus jeder Situation heraus möglichst schnell zur Stelle sein. Weil dafür auch ein Entgegenkommen von Seiten der Firmen, bei denen die Einsatzkräfte beschäftigt sind, notwendig ist, hat das Land Baden-Württemberg am vergangenen Donnerstag besonders ehrenamtsfreundliche Arbeitgeber ausgezeichnet. Mit dabei war auch die Firma Bercher GmbH aus Tettnang.

„Die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und Hilfsorganisationen sind darauf angewiesen, dass Arbeitgeber es ihren Mitarbeitern ermöglichen, im Notfall auch während der Arbeitszeit unverzüglich in den Einsatz zu gehen“, sagte Thomas Strobl, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration bei der Preisverleihung in Stuttgart. „Ohne diese Unterstützung durch die Arbeitgeber wäre die Bewältigung der verheerenden Folgen von Naturkatastrophen und großen Unglücksfällen unmöglich. Damit leisten Arbeitgeber einen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, so Strobl weiter.

Als eines von 29 Unternehmen hat auch die Firma Bercher aus Tettnang, die Software für Bäckereien entwickelt, die Auszeichnung als „ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber im Bevölkerungsschutz“ erhalten. Fünf der 23 Angestellten sind bei den Johannitern oder bei der Feuerwehr tätig. Geschäftsführer David Bercher ist selbst ebenfalls im Katastrophenschutz der Johanniter aktiv. Für ihn ist es selbstverständlich, dass seine Mitarbeiter jederzeit für Übungen oder Einsätze den Arbeitsplatz verlassen dürfen. „Die Arbeit solcher Organisationen entsteht eben nicht nur durch gute Ausrüstung oder Leute, die bereit wären, sich zu engagieren – sie müssen es halt auch machen können“, erklärt er. Für viele Unternehmen sei dies heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. „Es ist nunmal kein Hobby, das man nach Feierabend leben kann, sondern die Einsätze sind dann, wann sie sind“, sagt David Bercher.

Innenminister Strobl wies darauf hin, dass eine Förderung des Ehrenamts auch Vorteile für die Arbeitgeber hat: „Die Mitwirkung im Ehrenamt ist für die Mitarbeiter eine sinnstiftende Erfahrung. Sie führt zu einer hohen Motivation und schafft damit auch für die Arbeitgeber einen Mehrwert.“ Als gutes Beispiel vorangehen und mit einem entsprechenden Logo der Auszeichnung werben darf nun auch die Firma Bercher. „Man freut sich schon, wenn so ein sozialgesellschaftliches Engagement auch gesehen und anerkannt wird“, zeigte sich David Bercher erfreut über den Preis.

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