„Hier wird nichts dem Zufall überlassen“

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Die Mitglieder des Führungs- und des Verwaltungsstabs informieren sich beim Tettnanger Elektronikspezialisten ifm.
Die Mitglieder des Führungs- und des Verwaltungsstabs informieren sich beim Tettnanger Elektronikspezialisten ifm. (Foto: Lichtinger)
Kirsten Lichtinger

Frank Watzlawik, Technikreferent bei ifm, hat mehr als 50 Mitglieder des Führungs- und Verwaltungsstabs des Bodenseekreises begrüßt. Bei einer Führung über das Betriebsgelände konnten sich die Gäste einen Eindruck darüber verschaffen, welch hohen Aufwand das Unternehmen betreibt, um Schaden von Mensch und Umwelt abzuhalten. „Dazu gehören beispielsweise technische Einrichtungen wie Abwasserbehandlungsanlagen, aber ebenso regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen für Arbeitsplätze, Maschinen und den Umgang mit Gefahrstoffen“, erklärte Bärbel Lautenschläger, Leiterin der Arbeitssicherheit.

Allein für den Bereich Arbeitssicherheit fallen jährlich rund 80 Schulungen an. Dazukommen noch die arbeitsplatzbezogenen Unterweisungen durch die Vorgesetzten. Der Tettnanger Elektronikspezialist unterstützt außerdem ehrenamtliche Mitarbeiter, die beispielsweise für die Feuerwehr regelmäßig zu Übungen und Einsätzen ausrücken müssen. „Wir möchten diese Arbeit ausdrücklich wertschätzen“, betonte Frank Watzlawik. Michael Fischer, Leiter des Führungsstabs, und Michael Bussek, Leiter des Verwaltungsstabs des Bodenseekreises, zeigten sich von den Leistungen des Unternehmens beeindruckt. „Hier wird nichts dem Zufall überlassen, alles ist sehr gut geregelt, sowohl was die Technik, als auch die Organisation anbelangt“, lobten sie.

So könnte ein Notfallszenario im Bodenseekreis aussehen: schwerer Unfall auf der B 31 bei Überlingen. Beteiligt sind zwei Reisebusse und ein Gefahrguttransport. Dann muss es schnell gehen: Polizei und Rettungswagen rücken aus, außerdem Notärzte und Feuerwehr. Dabei koordiniert vorzugehen, damit kein Durcheinander entsteht, das mehr Schaden als Nutzen anrichtet, ist für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Dafür gibt es den Führungsstab des Bodenseekreises, zu dem die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz, das DLRG, aber auch Bundeswehr und Polizei gehören dazu. Ebenso kann eine psychosoziale Notfallfürsorge für die Betreuung von Opfern und Angehörigen zum Einsatz kommen.

Der Führungsstab organisiert in der Nähe des Unfalls eine Einsatzzentrale, beispielsweise im Überlinger Rathaus. Die Mitglieder treffen schnelle Entscheidungen, blicken aber auch in die nahe Zukunft. Welche Krankenhäuser haben genügend Kapazität und die entsprechende Ausstattung? Sollte die Räumung oder Evakuierung eines Wohngebiets erforderlich sein, weil unter Umständen giftige Dämpfe austreten, müssen kurzfristig viele Betten und Nahrungsmittel für die Menschen zur Verfügung gestellt werden. Dafür trifft sich der Verwaltungsstab mit Beteiligung des Landrats im Landratsamt und entscheidet beispielsweise über großräumige Sperrungen des Unfallorts und welche Einrichtungen als Ausweichquartiere genutzt werden können.

Damit alles im Notfall reibungslos funktioniert, absolviert der Führungsstab Arbeitssitzungen und verschiedene Übungen, die kreisweit stattfinden. „Im kommenden Jahr sind neun Treffen geplant“, so Michael Fischer. Die Arbeit des Führungs- und Verwaltungsstabs findet von der Öffentlichkeit oft unbemerkt statt. „Im Hintergrund halten bei Großschadenslagen oder Katastrophen die Mitglieder des Führungs- und Verwaltungsstabs die Fäden in der Hand, um bei weiteren möglichen Eskalationen schnell eingreifen zu können“, betont der Chef. „ In Krisen gilt es, Köpfe und Kompetenzen zu kennen“, beschreibt er das Motto.

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