Hausfriedensbruch, Brandstiftung, Körperverletzung: Syrer vor Gericht

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Richter
Seit Dienstag muss sich ein 32 Jahre alter Mann aus Syrien in Tettnang vor Gericht verantworten. Die Anklageschrift umfasst 26 Punkte. (Foto: Uli Deck / DPA)
Schwäbische Zeitung

Hausfriedensbruch, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, Brandlegung – insgesamt 26 Punkte haben am Dienstag auf der umfangreichen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegen einen 32-Jährigen gestanden, der sich vor dem Tettnanger Amtsgericht verantworten muss. Die Verhandlung wird am 16. April fortgesetzt.

Im September vergangenen Jahres war der junge Mann festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. In Ulm und Heidelberg wurde der Angeklagte in der Zwischenzeit wegen anderer Verstöße zu insgesamt sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt – diese Strafe sei im Juni dieses Jahres abgesessen, wie Richter Martin Hussels auf Nachfrage beim Verteidiger in Erfahrung brachte. „Ich habe da ein bisschen den Überblick verloren“, so Martin Hussels mit Blick auf die abgesessene Zeit.

Das Zitat hätte auch auf die umfangreiche Anklage der Staatsanwaltschaft zutreffen können, die mit insgesamt 26 Punkten zu den umfangreicheren zählt und von einem Dolmetscher für den Asylbewerber aus Syrien übersetzt werden musste. Alle vorgeworfenen Taten sollen sich im vergangenen Jahr zugetragen haben, wie beispielsweise der Hausfriedensbruch in einer Spielothek in Friedrichshafen, die der Angeklagte trotz Hausverbots betreten haben soll. Als die Polizeibeamten den Angeklagten baten, sich auszuweisen, sei dieser „verbal aggressiv“ geworden und habe versucht, das Weite zu suchen. Schließlich habe er sich beim Anlegen der Handschellen heftig gewehrt.

Immer wieder sei der Angeklagte beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden, teilweise soll er zudem mit gefälschten Kennzeichen im Bodenseekreis und in Ravensburg unterwegs gewesen sein. Ebenfalls in mehreren Fällen soll der junge Mann Marihuana bei sich gehabt haben, so der Staatsanwalt in seiner Aufzählung. In dieser tauchten zudem verschiedene Tankbetrügereien, der Besitz einer Waffe, diverse Diebstähle sowie nicht beglichene Rechnungen von Taxifahrten auf. Im August 2017 soll der 32-Jährige eine halbe Flasche Benzin in einer Häfler Asylbewerberunterkunft in Flur und Küche vergossen haben, doch bevor Schlimmeres passierte, hätten Zeugen den Mann festgehalten, bis die Polizei eingetroffen sei. Auch mehrere Fälle von Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann vor.

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