Handwerker fordern baldige Impfung ihrer Berufsgruppe

 Handwerker
Handwerker (Foto: www.amh-online.de)
Schwäbische Zeitung

Die Handwerkskammer Ulm macht sich weiter für eine baldige Impfung von betrieblichen Belegschaften im Handwerk stark. Sie schlägt in einer Pressemitteilung vor, dass Impfzentren morgens beispielsweise zwischen 5 und 7 Uhr ausschließlich für das Handwerk geöffnet werden, damit die Belegschaften vor Arbeitsbeginn und gemeinsam geimpft werden können.

Bislang stünden beim Thema Impfen fast ausschließlich Betriebsgrößen im Fokus, die über eigene betriebsärztliche Infrastrukturen verfügen, ist der Mitteilung weiter zu entnehmen. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Das ist eine Privilegierung größerer Firmen und benachteiligt unsere kleinen und mittelständischen Betriebe. Diese Betriebe und die dortigen Beschäftigten dürfen wir nicht einfach vergessen, nur weil es schwieriger zu organisieren ist.“

Die Handwerkskammer hat sich jetzt in einem Brief an die Landräte Heiko Schmid (Landratsamt Biberach), Lothar Wölfle (Bodenseekreis), Joachim Bläse (Ostalbkreis), Harald Sievers (Ravensburg), Heiner Scheffold (Alb-Donau-Kreis) und Peter Polta (Heidenheim) sowie Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch gewendet und darum gebeten, diesen strukturellen Nachteil der vielen kleinen und mittleren Betriebe beim Impfen zu berücksichtigen und die Impfpraxis entsprechend auszurichten. Seit einigen Wochen steht sie mit allen weiteren baden-württembergischen Handwerkskammern mit dem Sozialministerium hierzu in der Diskussion.

Viele Handwerker in der Region sind täglich in engem Kontakt mit ihren Kunden. Dabei können trotz der vielerorts stattfindenden Testungen sowie guter und erprobter Hygienekonzepte durch die handwerkliche Leistungserbringung Infektionsketten entstehen. Die Terminvergabe der Impf-Slots könnte über Portale erfolgen, die Gruppentermine speziell für Handwerksbetriebe mit bis zu 15 oder 20 Beschäftigten anbieten und gebucht werden können. Derartige Handwerker-Slots würden den betrieblichen Ablauf weder im Handwerksbetrieb noch im Impfzentrum behindern und kämen diesen beiden Organisationen sogar entgegen, weil das Impfen gebündelt wird.

Das regionale Handwerk verfügt wegen seiner Betriebsgrößenstruktur von durchschnittlich weniger als zehn Mitarbeitenden in den meisten Fällen über keinen eigenen Betriebsarzt, der Impfungen vornehmen könnte, teilt die Handwerkskammer weiter mit. Das Interesse der mehr als 19 500 Handwerksbetriebe und ihrer mehr als 120 000 Beschäftigten im Gebiet der Handwerkskammer Ulm von der Ostalb bis zum Bodensee dürfe Politik und Verwaltung hier nicht gleichgültig sein. Nach der Aufhebung der die Impfpriorisierung zum 7. Junistelle stellt sich die Frage, wie auch den Handwerkern in der Region ein Impfangebot gemacht werden könne. Neben der Versorgung durch die Hausärzte bieten sich hierfür auch Sicht der Handwerkskammer auch die Impfzentren der Landkreise an. „Im Bodenseekreis arbeiten knapp 17 000 Beschäftigte im Handwerk. Sie können wir nicht einfach bei der Organisation weglassen und vergessen. Wir wollen und brauchen sämtliche Kreativität und jede Idee, die den betrieblichen Alltag so schnell wie möglich wieder voll in Gang bringt“, so Mehlich.

Die Ulmer Kammer setze sich bereits seit geraumer Zeit aktiv dafür ein, dass ihre Handwerksbetriebe beim betriebsärztlichen Impfen mitberücksichtigt und nicht benachteiligt würden. Sie habe bereits mehrere Betriebsärzte organisiert, die ein Impfangebot an die Handwerksbetriebe im Kammergebiet machen und gegebenenfalls auch vor Ort im Betrieb impfen, so die Mitteilung.

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